Pallade Veneta - IAEA-Chef nennt vorübergehende Tschernobyl-Einnahme durch Russland "sehr gefährlich"

IAEA-Chef nennt vorübergehende Tschernobyl-Einnahme durch Russland "sehr gefährlich"


IAEA-Chef nennt vorübergehende Tschernobyl-Einnahme durch Russland "sehr gefährlich"
IAEA-Chef nennt vorübergehende Tschernobyl-Einnahme durch Russland "sehr gefährlich" / Foto: Sergei SUPINSKY - AFP

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat bei einem Besuch der Atomruine Tschernobyl in der Ukraine die vorübergehende Übernahme der Anlage durch russische Streitkräfte als "sehr, sehr gefährlich" bezeichnet. "Es gab einige Momente, in denen die Werte aufgrund der Bewegung der schweren Waffen, die die russischen Streitkräfte hierher brachten, gestiegen sind", sagte Grossi vor Ort am Dienstag, dem 36. Jahrestag der Atomkatastrophe.

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Zudem seien die Werte verändert gewesen, als die Truppen wieder abzogen. Nun seien die Strahlungswerte aber wieder "normal".

Die russischen Streitkräfte hatten am 24. Februar, dem ersten Tag ihres Angriffs auf die Ukraine, die Kontrolle über die Atomruine übernommen. Ende März zogen sie sich von dem Gelände wieder zurück. Grossi war angesichts der durch den russischen Angriffskrieg ausgelösten Sorgen um die Sicherheit der ukrainischen Reaktoren bereits Ende März in die Ukraine gereist.

Im Atomkraftwerk Tschernobyl hatte sich am 26. April 1986 das schlimmste Atomunglück der Geschichte ereignet. Das Kraftwerk ist seither stillgelegt, ein riesiger Schutzmantel soll den Austritt von Radioaktivität verhindern.

Die EU warnte am Jahrestag vor einer neuen atomaren Katastrophe in Europa durch den Krieg Russlands in der Ukraine. "Heute gefährdet Russlands illegale und ungerechtfertigte Aggression in der Ukraine erneut die nukleare Sicherheit auf unserem Kontinent", erklärte die Europäische Kommission.

"Die Besetzung und die Unterbrechung des normalen Betriebs untergraben den sicheren Betrieb der Kernkraftwerke in der Ukraine und erhöhen das Risiko eines Unfalls erheblich", hieß es weiter.

Moskau wurde in der Erklärung auch aufgefordert, die Kontrolle über das besetzte Kernkraftwerk Saporischschja an die ukrainischen Behörden zurückzugeben. Das größte Kernkraftwerk Europas war im März von Russland eingenommen worden.

F.Amato--PV

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