Pallade Veneta - Rechtspopulist Bardella plant Berufsverbote für Doppelstaatsbürger

Rechtspopulist Bardella plant Berufsverbote für Doppelstaatsbürger


Rechtspopulist Bardella plant Berufsverbote für Doppelstaatsbürger
Rechtspopulist Bardella plant Berufsverbote für Doppelstaatsbürger / Foto: GEOFFROY VAN DER HASSELT - AFP

Der französische Rechtspopulist Jordan Bardella will im Falle eines Wahlsiegs seiner Partei Rassemblement National (RN) Franzosen mit doppelter Staatsangehörigkeit gewisse Berufsverbote auflegen. "Strategische Posten des Staates werden französischen Staatsangehörigen vorbehalten", sagt Bardella bei der Vorstellung seines Wahlprogramms am Montag in Paris. Dies diene dazu, "sich gegen ausländische Einmischungsversuche zu schützen".

Textgröße ändern:

Bardella bekräftigte, dass er nach der vorgezogenen Neuwahl am 30. Juni und 7. Juli das Amt des Premierministers anstrebe. Allerdings wolle er dies nur übernehmen, wenn er in der Nationalversammlung über eine absolute Mehrheit verfüge. "Ich trete das Amt nicht zu meiner persönlichen Ehre an", sagte er: "Ich will die Macht, um sie auszuüben."

Falls sein Lager die absolute Mehrheit bekomme, strebe er eine "Regierung der nationalen Einheit" an, in die er auch Vertreter der Zivilgesellschaft berufen wolle. "Wir sind bereit", sagte Bardella mit Blick auf eine Machtübernahme nach der Wahl.

Der Rechtspopulist wies die von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ausgesprochene Warnung vor einem Sieg der Rechtspopulisten in Frankreich zurück. "Das sind politische Vorbehalte eines politischen Konkurrenten, mit dem wir nicht übereinstimmen", sagte Bardella. Wenn er Regierungschef werde, wolle er aber durchaus "mit dem Bundeskanzler ins Gespräch zu kommen", sagte der 28-Jährige.

Er beteuerte seinen "Respekt" vor der deutsch-französische Partnerschaft, kündigte aber zugleich ein selbstbewussteres Auftreten Frankreichs in der EU an. Er wolle insbesondere einen verringerten Beitrag Frankreichs zum EU-Haushalt aushandeln, sagte der Parteichef des Rassemblement National (RN).

Bardella bekräftigte, dass die Ukraine grundsätzlich weiter unterstützt werden solle. Als "rote Linie" bezeichnete er die Lieferung von Raketen mit großer Reichweite und die Entsendung französischer Bodentruppen in die Ukraine. "Ich sehe Russland als eine mehrdimensionale Bedrohung", sagte Bardella und entfernte sich damit weiter vom bisherigen Wahlprogramm seiner Partei, in dem Russland bis vor kurzem noch als Partner genannt war.

Innenpolitisch schränkte Bardella mehrere seiner bisherigen Wahlversprechen ein oder verschob sie auf einen späteren Zeitpunkt, wie etwa die Rücknahme der Rentenreform. Als Grund dafür nannte er die wirtschaftliche Situation Frankreichs, das "so gut wie pleite" sei. "Sieben Jahre Macron haben das Land geschwächt", sagte er. Dennoch wolle er im Fall eines Wahlsiegs die Mehrwertsteuer auf Strom und Treibstoff senken und dafür eine Ausnahmeregeln in Brüssel aushandeln.

Der RN-Cbef bekräftigte seine Pläne zum Verhindern der Einwanderung - etwa höhere Hürden für den Familiennachzug und systematische Abschiebungen von Ausländern ohne Papiere. In seiner Kritik am Programm des links-grünen Wahlbündnisses ließ Bardella die rechtsextreme Verschwörungstheorie eines Bevölkerungsaustausches anklingen: Die Politik der Neuen Volksfront würde dazu führen, "dass die französische Identität auf ihrem eigenen Boden auf beispiellose Weise verdrängt würde", sagte Bardella.

Mit Blick auf die Schulpolitik versprach Bardella einen "Big Bang der Autorität". Dazu zählten etwa ein komplettes Verbot von Mobiltelefonen in der Schule bis zum Abitur und die landesweite Einführung von Schuluniformen von der Grundschule an. An die Stelle der bisher einheitlichen Mittelstufe soll ein mehrgliedriges Schulsystem nach dem Beispiel Deutschlands treten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach der Niederlage seiner Partei bei der Europawahl vorgezogene Parlaments-Neuwahlen am 30. Juni und 7. Juli ausgerufen. In den Umfragen liegt Bardellas Partei mit 35 Prozent vorn, gefolgt vom links-grünen Wahlbündnis Neue Volksfront mit knapp unter 30 Prozent. Macrons Regierungslager liegt abgeschlagen bei etwa 20 Prozent.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Neue Kanzleramtsministerin Warken will Geheimdienst-Reform schnell voranbringen

Die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) will die geplante und vom Kabinett beschlossene Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND) schnell voranbringen. "Bis Ende des Jahres soll das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Die Dienste werden anschließend zur Sicherheit von uns allen schnell von ihren neuen Befugnissen Gebrauch machen."

Einschüchterungen und Auszählungspause: Wahlbeobachter in Sambia beklagen Unregelmäßigkeiten

Internationale Wahlbeobachter haben Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl in Sambia beklagt. Die stundenlange Unterbrechung der Stimmauszählung habe "Unsicherheit und Besorgnis" ausgelöst, erklärte die Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Samstag. Zudem lägen Berichte "über Einschüchterungen, Übergriffe, Entführungen und Sachbeschädigungen in fünf Provinzen" vor. Zeugenaussagen zufolge habe es Todesopfer gegeben. Die Mission habe die Berichte allerdings nicht verifiziert können. Die Polizei teilte mit, sie habe nach der Tötung eines Wahlhelfers neun Verdächtige festgenommen.

Islamistische Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Mit Paraden und Blumen haben die radikalislamischen Taliban den fünften Jahrestag ihrer erneuten Machtübernahme in Afghanistan gefeiert - während Kritiker den zunehmenden Verlust von Freiheiten und Rechten unter der Taliban-Herrschaft beklagen. Hunderte männliche Anhänger versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft in Kabul und schwenkten die weißen Flaggen der Taliban-Regierung. Militärhubschrauber warfen Blumen über einer Parade männlicher Athleten ab - Frauen dürfen in Afghanistan unter den Taliban keinen Sport treiben.

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am australischen Bondi Beach hat der Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen eingeleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen.

Textgröße ändern: