Pallade Veneta - Lauterbach verteidigt Krankenhausreform vor Debatte im Bundestag

Lauterbach verteidigt Krankenhausreform vor Debatte im Bundestag


Lauterbach verteidigt Krankenhausreform vor Debatte im Bundestag
Lauterbach verteidigt Krankenhausreform vor Debatte im Bundestag / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Vor der Debatte im Bundestag hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine Pläne für eine große Krankenhausreform verteidigt und Kritik zurückgewiesen. "Es wird keinen Kahlschlag geben", sagte Lauterbach am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin" (Moma). Deutschland habe zu viele Krankenhäuser und gleichzeitig zu wenig spezialisierte Kliniken. Das müsse sich ändern.

Textgröße ändern:

Mit der Reform will Lauterbach auf eine Reihe von Problemen im Krankenhaussektor reagieren: Viele Kliniken sind in den roten Zahlen, es mangelt an Ärzten und Pflegepersonal, und die medizinische Qualität von Behandlungen gerade in kleinen Häusern lässt oft zu wünschen übrig.

Wichtiger Baustein der Pläne Lauterbachs ist eine Reform der Fallpauschalen. Diese regeln die Finanzierung der Kliniken seit 2004, haben das System in den Augen des Gesundheitsministers aber "durchökonomisiert" und böten Fehlanreize. "Der Patient darf nicht als Preisschild gesehen werden", sagte Lauterbach im "Moma", sondern müsse behandelt werden, wie es nötig sei.

Künftig sollen die Kliniken daher unabhängig von den ausgeführten Leistungen vergütet werden, durch sogenannte Vorhaltepauschalen, die 60 Prozent ihres Budgets decken. Sie werden also dafür bezahlt, welche Leistungen sie anbieten - nicht, welche Leistungen sie tatsächlich ausführen.

Außerdem müsse das Pflegepersonal der 1700 Krankenhäuser in Deutschland "besser auf die Krankenhäuser verteilt werden", die es tatsächlich benötigen, führte der Minister im "Moma" aus. Grundsätzlich gebe es "weder den medizinischen Bedarf, noch das Personal, noch das Geld" für die derzeitige Anzahl an Kliniken.

Mit Blick auf die Debatte im Bundestag und später auch im Bundesrat stellte Lauterbach mögliche Änderungen und Anpassungen in Aussicht, schränkte jedoch ein: "Wo wir keine Zugeständnisse machen ist bei der Qualität der Versorgung". Den Ländern geht beispielsweise Lauterbachs Vorschlag zu den Vorhaltepauschalen nicht weit genug.

Zudem kritisierten sie, Lauterbach habe sich über Forderungen der Länder hinweggesetzt und befürchteten, dass durch die Reform viele kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum schließen müssen.

M.Romero--PV

Empfohlen

Neue Kanzleramtsministerin Warken will Geheimdienst-Reform schnell voranbringen

Die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) will die geplante und vom Kabinett beschlossene Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND) schnell voranbringen. "Bis Ende des Jahres soll das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Die Dienste werden anschließend zur Sicherheit von uns allen schnell von ihren neuen Befugnissen Gebrauch machen."

Einschüchterungen und Auszählungspause: Wahlbeobachter in Sambia beklagen Unregelmäßigkeiten

Internationale Wahlbeobachter haben Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl in Sambia beklagt. Die stundenlange Unterbrechung der Stimmauszählung habe "Unsicherheit und Besorgnis" ausgelöst, erklärte die Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Samstag. Zudem lägen Berichte "über Einschüchterungen, Übergriffe, Entführungen und Sachbeschädigungen in fünf Provinzen" vor. Zeugenaussagen zufolge habe es Todesopfer gegeben. Die Mission habe die Berichte allerdings nicht verifiziert können. Die Polizei teilte mit, sie habe nach der Tötung eines Wahlhelfers neun Verdächtige festgenommen.

Islamistische Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Mit Paraden und Blumen haben die radikalislamischen Taliban den fünften Jahrestag ihrer erneuten Machtübernahme in Afghanistan gefeiert - während Kritiker den zunehmenden Verlust von Freiheiten und Rechten unter der Taliban-Herrschaft beklagen. Hunderte männliche Anhänger versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft in Kabul und schwenkten die weißen Flaggen der Taliban-Regierung. Militärhubschrauber warfen Blumen über einer Parade männlicher Athleten ab - Frauen dürfen in Afghanistan unter den Taliban keinen Sport treiben.

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am australischen Bondi Beach hat der Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen eingeleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen.

Textgröße ändern: