Pallade Veneta - Aktivisten: Vier Tote bei anti-türkischen Protesten in Nordsyrien

Aktivisten: Vier Tote bei anti-türkischen Protesten in Nordsyrien


Aktivisten: Vier Tote bei anti-türkischen Protesten in Nordsyrien
Aktivisten: Vier Tote bei anti-türkischen Protesten in Nordsyrien / Foto: Bakr ALKASEM - AFP

Bei Protesten im von der Türkei kontrollierten Nordwesten Syriens sind laut Aktivisten mindestens vier Menschen getötet worden. Sie seien bei "Feuergefechten zwischen Demonstranten und vor türkischen Stellungen postierten Wachen" ums Leben gekommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Demnach starben drei Menschen in der Stadt Afrin, ein weiterer in Dscharabulus. Zudem seien 20 Menschen verletzt worden.

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Laut der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle nahmen hunderte Menschen in mehreren Städten an den Protesten teil. Vielerorts wurden demnach türkische Flaggen von Gebäuden abgerissen. Am Grenzübergang Dscharabulus eröffneten demnach türkische Grenzschützer das Feuer auf Demonstranten, die versuchten, in die Türkei zu gelangen.

Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk verschiedener Quellen in Syrien. Die Angaben der Organisation sind von unabhängiger Seite oft kaum zu überprüfen.

Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete von bewaffneten Männern, die in der Stadt Al-Bab das Feuer auf türkische Lastwagen eröffneten. In der syrischen Stadt Asas sagte einer der Demonstranten der Nachrichtenagentur AFP, er protestiere aus Solidarität "mit unseren syrischen Brüdern in der Türkei", die "vor Baschar al-Assad geflohen sind, um in der Türkei unterdrückt zu werden".

Auslöser der Proteste waren Ausschreitungen gegen syrische Einrichtungen in der Türkei: In der zentraltürkischen Stadt Kayseri hatte am Sonntagabend eine Gruppe von Männern von Syrern betriebene Einrichtungen angegriffen, nachdem zuvor ein Syrer wegen mutmaßlicher Belästigung eines Kindes festgenommen worden war. 67 Menschen wurden laut dem türkischen Innenministerium infolge der Angriffe in Gewahrsam genommen.

Die Türkei hat in den vergangenen Jahren rund 3,2 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. In den vergangenen Jahren ist es mehrfach zu rassistischen Vorfällen gekommen, die nicht selten durch in Online-Netzwerken kursierende Gerüchte ausgelöst wurden.

Die Türkei hat seit 2020 Soldaten im Norden Syriens stationiert und kontrolliert mit der Unterstützung syrischer Hilfstruppen zwei großflächige Gebiete an der Grenze zur Türkei.

R.Zarlengo--PV

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