Pallade Veneta - Frankreichs Premierminister: Regierung bleibt nach der Wahl vorerst im Amt

Frankreichs Premierminister: Regierung bleibt nach der Wahl vorerst im Amt


Frankreichs Premierminister: Regierung bleibt nach der Wahl vorerst im Amt
Frankreichs Premierminister: Regierung bleibt nach der Wahl vorerst im Amt / Foto: ARNAUD FINISTRE - AFP

Am letzten Wahlkampftag vor der entscheidenden Runde der Parlamentswahl in Frankreich hat Premierminister Gabriel erkennen lassen, dass seine Regierung unabhängig vom Ergebnis noch eine Weile im Amt bleiben könnte. Seine Regierung führe die Amtsgeschäfte "so lange wie nötig", sagte Attal am Freitag am Rande eines Wahlkampftermins in Paris. Er wolle nicht schon von der Zeit nach der Wahl sprechen, "das hieße, den Wählerwillen zu missachten", sagte Attal.

Textgröße ändern:

Es gilt als wahrscheinlich, dass die aktuelle Regierung bis nach den Olympischen und Paralympischen Spielen im Amt bleibt, die vom 26. Juli bis zum 8. September dauern.

Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National, die in der ersten Runde auf 33 Prozent der Stimmen gekommen war, zieht als Favoritin in die Wahl. Nach zwei Umfragen vom Freitag erreicht sie zwar nicht die absolute, aber eine relative Mehrheit von 200 bis 230 Sitzen. Für eine absolute Mehrheit wären 289 von 577 Sitzen nötig.

Dabei gibt es aber noch zahlreiche Variablen. Es hängt stark davon ab, wie viele Wähler tatsächlich den Wahlempfehlungen der Kandidaten folgen, die sich zurückgezogen haben, um RN-Kandidaten auszubremsen. Auch die Höhe der Wahlbeteiligung und die Zahl der ungültigen Stimmen sind entscheidend.

RN-Politikerin Marine Le Pen zeigte sich überzeugt, dass die absolute Mehrheit dennoch zu erreichen sei. "Ich bin überzeugt, dass wir eine ernsthafte Chance haben", sagte sie. Die Prognosen zur Sitzverteilung hätten lediglich das Ziel, die Motivation der Wähler zu beeinflussen, mutmaßte sie.

Nach den jüngsten Umfragen liegt das links-grüne Wahlbündnis Neue Volksfront auf Platz zwei und kann mit 145 bis 190 Sitzen rechnen. Das Regierungslager kommt demnach auf 120 bis 162 Sitze.

Der ultrakurze Wahlkampf von knapp drei Wochen war nicht nur von heftigen Debatten, sondern teils auch von körperlicher Gewalt geprägt. Etwa 50 Kandidaten und Wahlkämpfer seien tätlich angegriffen worden, gab Innenminister Gérald Darmanin bekannt. Zu ihnen zählt auch die Regierungssprecherin Prisca Thevenot, die Anzeige einreichte. Sie selbst blieb unverletzt, aber einer ihrer Anhänger wurde mit Kieferbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Wahlkampf endet am Freitag um Mitternacht. Am Sonntag steht die entscheidende Runde der Wahl zur Nationalversammlung an. Gut 200 Kandidaten haben sich aus Dreierkonstellationen zurückgezogen, um die Chancen des jeweiligen RN-Kandidaten in ihrem Wahlkreis zu verringern. Da sich bereits 76 Kandidaten in der ersten Runde durchgesetzt haben, wird nur noch in 501 von 577 Wahlkreisen gewählt.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Islamistische Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Mit Paraden und Blumen haben die radikalislamischen Taliban den fünften Jahrestag ihrer erneuten Machtübernahme in Afghanistan gefeiert - während Kritiker den zunehmenden Verlust von Freiheiten und Rechten unter der Taliban-Herrschaft beklagen. Hunderte männliche Anhänger versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft in Kabul und schwenkten die weißen Flaggen der Taliban-Regierung. Militärhubschrauber warfen Blumen über einer Parade männlicher Athleten ab - Frauen dürfen in Afghanistan unter den Taliban keinen Sport treiben.

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am australischen Bondi Beach hat der Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen eingeleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen.

Behörden: Elf Tote bei israelischen Angriffen im Südlibanon

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Behördenangaben mindestens elf Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien drei Kinder, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Samstag mit. Es waren die folgenreichsten Angriffe seit der Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen dem Libanon und Israel im Juni. Die israelische Armee bezeichnete die Attacken als Reaktion auf Angriffe der Hisbollah auf israelische Soldaten im Südlibanon.

Bundeswehr unterstützt UN-Einsatz in Krisenstaat Haiti mit Lufttransport

Die Bundeswehr will den UN-Einsatz in der von Armut und Bandengewalt geplagten Karibik-Republik Haiti unterstützen. Die deutschen Streitkräfte würden "kurzfristig" Lufttransportkapazitäten bereitstellen, um bei der Verlegung von Ausrüstung und Material zu helfen, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Samstag in Berlin mit. Mit der Unterstützung zeige sich Deutschland als "zuverlässiger Partner von Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen". Der Transporteinsatz solle "in den nächsten Wochen" erfolgen.

Textgröße ändern: