Pallade Veneta - Frankreichs Rechtspopulistin Le Pen erneut zur Fraktionschefin gewählt

Frankreichs Rechtspopulistin Le Pen erneut zur Fraktionschefin gewählt


Frankreichs Rechtspopulistin Le Pen erneut zur Fraktionschefin gewählt
Frankreichs Rechtspopulistin Le Pen erneut zur Fraktionschefin gewählt / Foto: Bertrand GUAY - AFP

Die französische Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen ist am Mittwoch als Fraktionschefin der Abgeordneten des Rassemblement National (RN) wiedergewählt worden. Ihre Fraktion umfasst mindestens 123 Abgeordnete, deutlich mehr als die 88 vor der Auflösung der Nationalversammlung. Die genaue Zahl steht noch nicht fest, da mehrere Abgeordnete, die bei der vorgezogenen Parlamentswahl für den RN angetreten waren, wegen fremdenfeindlicher Äußerungen nicht in die Fraktion kommen sollen.

Textgröße ändern:

Le Pen kritisierte erneut den taktischen Rückzug vieler Kandidaten der anderen Lager, der den mancher RN-Kandidaten in der Stichwahl am Sonntag verhindert hatte. "Es gab Manöver, die uns der absoluten Mehrheit beraubt haben", sagte sie.

Sie betonte, dass der RN die meisten Stimmen bekommen habe. Es ist eine Folge des in Frankreich geltenden Mehrheitswahlrechts, dass der RN mit zehn Millionen Stimmen weniger Abgeordnete hat als das Linksbündnis, das auf sieben Millionen Stimmen gekommen ist.

Gemeinsam mit den Abgeordneten des zum RN übergelaufenen Parteichefs der Republikaner, Eric Ciotti, kommen die Rechtspopulisten dann auf etwa 143 von 577 Sitzen - deutlich weniger als die Umfragen nahegelegt hatten. Die Fraktionen müssen bis zum 18. Juli gebildet werden.

Parteichef Jordan Bardella, der sich nicht zur Wahl gestellt hatte, rief die RN-Abgeordneten zu einem seriösen Auftreten auf. "Es liegt in Ihrer Verantwortung, die Glaubwürdigkeit unseres Projektes zu stärken", sagte er am Mittwoch. Die RN-Abgeordneten müssten "in ihren Wahlkreisen und in den Medien absolut einwandfrei auftreten", betonte er. Tatsächlich tragen auf dem Gruppenfoto sämtliche männlichen Abgeordneten Anzug und Krawatte und die weiblichen Blazer.

In den vergangenen Tagen waren zahlreiche RN-Kandidaten durch provokante Äußerungen aufgefallen. Das Investigativ-Magazin "Mediapart" hatte mindestens zwei Dutzend Abgeordnete gezählt, die in die Kritik geraten waren. Der neu gewählte Abgeordnete Daniel Grenon etwa hatte der früheren Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem einen "Loyalitätskonflikt" unterstellt, da sie auch die marokkanische Staatsangehörigkeit hat. Er soll nicht zur RN-Fraktion gehören.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Mögliche Steuer auf KI-Umsätze: Wildberger will zunächst Vorfahrt für Wachstum

Nach seinem Vorstoß zu einer möglichen Steuer auf Umsätze mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland stellt Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) eine solche Besteuerung vorerst zurück. "Ich will Wachstum durch KI und rede nicht über neue Steuern", sagte Wildberger am Dienstag den Sendern RTL und ntv. Zunächst müsse Deutschland die wirtschaftlichen Chancen der Technologie nutzen.

Schweitzer verspricht rasches Rentengesetz - Merz dringt auf "große Reform"

Zum Start in Berlin hat der designierte Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) versprochen, die Rentenreform rasch auf den Weg zu bringen. Dafür werde er sich "mit aller Kraft einsetzen", sobald strittige Punkte geklärt seien, sagte er am Dienstag vor seiner offiziellen Ernennung in Berlin. Kanzler Friedrich Merz (CDU) mahnte nach dem Rücktritt von Schweitzers Vorgängerin Bärbel Bas (SPD) zur Eile und forderte eine "große Reform".

Deutschland und Großbritannien fordern schärfere Sanktionen gegen Russland

Deutschland und Großbritannien haben ihre Pläne für verschärfte Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs bekräftigt und damit ihr Abweichen vom US-Kurs unterstrichen. "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, das Sanktionsregime zu lockern, sondern zu verstärken", sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Dienstag in Warschau. Ähnlich äußerte sich sein britischer Kollege Ed Miliband. US-Präsident Donald Trump hatte sich im Zuge seines Diesel-Deals mit Moskau über die gegen Russland verhängten Sanktionen hinweggesetzt.

Bei Wahl von AfD-Ministerpräsident: CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt verlässt Saal

Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt wird bei der Wahl eines Ministerpräsidentenkandidaten der AfD den Parlamentsplenarsaal verlassen. Das beschloss die CDU-Fraktion nach Angaben einer Sprecherin am Dienstag in Magdeburg mit 14 Jastimmen bei einer Enthaltung. Die christdemokratischen Abgeordneten folgten damit einem am Montag veröffentlichten entsprechenden Vorschlag der eigenen Fraktionsführung um den Vorsitzenden Sven Schulze. Die Unterstützung eines AfD-Kandidaten werde weiterhin ausgeschlossen, heißt es im Beschluss.

Textgröße ändern: