Pallade Veneta - Russland setzt Nawalny-Witwe auf seine Liste der "Terroristen und Extremisten"

Russland setzt Nawalny-Witwe auf seine Liste der "Terroristen und Extremisten"


Russland setzt Nawalny-Witwe auf seine Liste der "Terroristen und Extremisten"
Russland setzt Nawalny-Witwe auf seine Liste der "Terroristen und Extremisten" / Foto: LUKAS BARTH - AFP/Archiv

Zwei Tage nach Erlass eines Haftbefehls hat Russland die im Exil lebende Witwe des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny auf seine Schwarze Liste von "Terroristen und Extremisten" gesetzt. Der Name von Julia Nawalnaja erschien am Donnerstag auf einer entsprechenden Liste der Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring im Internet. Die 47-Jährige kommentierte den Schritt mit beißendem Spott.

Textgröße ändern:

Rosfinmonitoring soll unter anderem die Finanzierung von Menschen und Organisationen unterbinden, die von Russland als "Terroristen" beziehungsweise als in "extremistische Handlungen" verwickelt angesehen werden. Erst am Dienstag hatte ein russisches Gericht einen Haftbefehl gegen Julia Nawalnaja wegen des Vorwurfs der "Beteiligung an einer extremistischen Organisation" erlassen. Die Beschuldigte habe sich den Vorermittlungen entzogen und sei deshalb auf die Fahndungsliste gesetzt worden, hieß es.

Dass sie nun auch auf Russlands Schwarzer Liste der "Terroristen und Extremisten" steht, kommentierte die im Exil lebende Nawalnaja am Donnerstag im Onlinedienst X: "Mein Gott, ich habe eine Stunde lang nicht auf mein Handy geschaut und schon bin ich innerhalb dieser Stunde zur Terroristin geworden."

Die 47-Jährige verband ihre Reaktion mit deutlicher Kritik an Kreml-Chef Wladimir Putin. "Er tötet den Ehemann und stempelt die Ehefrau dann als Terroristin ab - typisch Putin", schrieb sie. Nawalnajas Pressesprecherin Kira Jarmisch schrieb in Online-Netzwerken mit Blick auf die russischen Behörden: "Wenn sie solch ein Aufheben machen, dann macht Julia alles richtig."

Alexej Nawalny war der schärfste Kritiker des russischen Präsidenten Putin. Er starb im Februar unter unbekannten Umständen in einem Straflager in der Arktis. Seine Witwe hat angekündigt, die Arbeit ihres Mannes fortzuführen.

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben den fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in der Hauptstadt Kabul mit zahlreichen Flaggen und Konvois von Militärfahrzeugen gefeiert. Hunderte Menschen versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft, Männer und Kinder schwenkten unter den Augen von Sicherheitskräften die weißen Flaggen der Taliban-Regierung, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Jahrestag der Kapitulation: Japans Verteidigungsminister besucht umstrittenen Schrein

Zum 81. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg hat Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi demonstrativ den umstrittenen Yasukuni-Schrein besucht - Regierungschefin Sanae Takaichi blieb dem von China und Südkorea immer wieder kritisierten Ort dagegen fern. Koizumi besuchte den Schrein zum Gedenken an die japanischen Kriegstoten am Samstag ebenso wie tausende andere Japaner. An dem Schrein wird auch verurteilten Kriegsverbrechern gedacht.

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären - Iran widerspricht

US-Präsident Donald Trump will die Straße von Hormus nach eigenen Angaben "bald" zu einem Territorium der Vereinigten Staaten erklären. "Nachdem wir den Iran besiegt haben (...), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären", sagte er am Freitag mit einem Schmunzeln bei einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York. "Es ist wahr", fuhr er fort.

Nach Dialogrunde: Mehr als 130 politische Gefangene in Venezuela freigelassen

Nach der ersten Runde des nationalen Dialogs zwischen Regierung und Opposition sind in Venezuela mehr als 130 politische Gefangene freigelassen worden. Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten am Freitag, wie vor einem Gefängnis in Guatire, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Caracas, Familienangehörige auf die Inhaftierten warteten und diese dann nach der Freilassung in die Arme nahmen. Es seien insgesamt 131 Gefangene freigelassen worden, erklärte die Regierung.

Textgröße ändern: