Pallade Veneta - Dutzende Tote bei Angriff im Gazastreifen - Israel: Ziel war Militär-Chef der Hamas

Dutzende Tote bei Angriff im Gazastreifen - Israel: Ziel war Militär-Chef der Hamas


Dutzende Tote bei Angriff im Gazastreifen - Israel: Ziel war Militär-Chef der Hamas
Dutzende Tote bei Angriff im Gazastreifen - Israel: Ziel war Militär-Chef der Hamas / Foto: Bashar TALEB - AFP

Bei einem israelischen Angriff im Süden des Gazastreifens sind am Samstag nach Angaben der radikalislamischen Hamas 90 Menschen getötet worden. Das israelische Militär erklärte, der Angriff nahe der Stadt Chan Junis habe dem Militär-Chef der Hamas, Mohammed Deif, und einem weiteren hochrangigen Hamas-Führer, Rafa Salama, gegolten. Beide seien "Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober". Seine Regierung habe "keine Gewissheit", ob die beiden getötet worden seien, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Abend vor Journalisten.

Textgröße ändern:

Die Hamas erklärte, bei dem Angriff sei das Flüchtlingslager Al-Mawasi getroffen worden. Die israelische Armee erklärte hingegen, der Einsatz sei in einem "umzäunten Gebiet" erfolgt, "das von der Hamas verwaltet wird und in dem sich nach unseren Informationen nur Hamas-Terroristen aufhielten und keine Zivilisten anwesend waren". Demnach handelte es sich um ein "offenes Gebiet, das von Bäumen, mehreren Gebäuden und Hangars" umgeben war und nicht "um einen Zeltkomplex".

Als Anführer der Essedin-al-Kassam-Brigaden, dem militärischen Arm der Hamas, ist Mohammed Deif eines der von Israel am meisten gesuchten Mitgliedern der islamistischen Palästinenserorganisation. Bei Salama handelt es sich israelischen Angaben zufolge um den Kommandeur der Hamas-Brigade in Chan Junis.

Die Hamas reagierte umgehend: Israel stelle "falsche Behauptungen" auf, "um das Ausmaß des schrecklichen Massakers zu verschleiern", hieß es in einer Erklärung.

Laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium im Gazastreifen wurden bei dem Angriff das Flüchtlingslager Al-Mawasi unweit von Chan Junis 90 Menschen getötet, die Hälfte seien Frauen und Kinder gewesen. Weitere 300 Menschen seien verletzt worden, hieß es am Abend. Zuvor war von 71 Toten und 289 Verletzten die Rede gewesen. Das Ministerium sprach von einem "abscheulichen Massaker".

Einem Vertreter des Zivilschutzes im Gazastreifen zufolge befanden sich noch zahlreiche sterbliche Überreste auf den Straßen des Lagers, unter den Trümmern und um die Zelte der Vertriebenen. Wegen des intensiven Beschusses könnten diese nicht erreicht werden, sagte er. Eine Palästinenserin, die neben einer Leiche auf einer Straße saß, rief: "Was haben wir getan? Wir saßen einfach nur am Strand."

Das Büro von Israels Ministerpräsident Netanjahu erklärte, dieser habe seit Beginn des Krieges die "ständige Anweisung gegeben, hochrangige Hamas-Führer zu eliminieren".

Katar verurteilte "den furchtbaren Angriff der israelischen Besatzungskräfte" auf das Flüchtlingslager Al-Mawasi "auf das Schärfste".

Das Gebiet Al-Mawasi liegt an der Küste zwischen Rafah und Chan Junis und war von Israel ursprünglich als "humanitäre Zone" deklariert worden. Im Mai hatte Israel die Menschen aus der Stadt Rafah aufgerufen, dort Schutz vor einer Militäroffensive zu suchen. Schätzungen des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) zufolge befinden sich in dem gesamten Gebiet von Al-Mawasi, Chan Junis und Rafah rund 1,5 Millionen Menschen. Hilfsorganisationen warnten vor prekären Lebensbedingungen in dem Lager.

Der Krieg im Gazastreifen war vor mehr als neun Monaten durch einen Großangriff von Kämpfern der Hamas und weiterer militanter Palästinensergruppen auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben 1195 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Als Reaktion auf den Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Erklärtes Ziel ist die Zerstörung der Hamas. Nach Angaben des von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 38.440 Menschen getötet.

Auch in anderen Gebieten des Gazastreifens setzte die israelische Armee ihre Angriffe fort. In der Stadt Gaza seien in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe "mehrere Terroristen eliminiert" worden, hieß es am Samstag. In der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens wurden demnach "zahlreiche Tunneleingänge" zerstört und ebenfalls Kämpfer der radikalislamischen Hamas getötet. Zudem habe die Luftwaffe ein Lagerhaus ins Visier genommen, in dem bei dem Hamas-Angriff am 7. Oktober benutzte Gleitschirme gelagert worden seien.

Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete am Samstag von Artilleriebeschuss im Südosten von Gaza sowie im Zentrum der Stadt. Das Viertel Tal al-Hawa wurde den Angaben zufolge mit Drohnen beschossen.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Jahrestag der Kapitulation: Japans Verteidigungsminister besucht umstrittenen Schrein

Zum 81. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg hat Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi demonstrativ den umstrittenen Yasukuni-Schrein besucht - Regierungschefin Sanae Takaichi blieb dem von China und Südkorea immer wieder kritisierten Ort dagegen fern. Koizumi besuchte den Schrein zum Gedenken an die japanischen Kriegstoten am Samstag ebenso wie tausende andere Japaner. An dem Schrein wird auch verurteilten Kriegsverbrechern gedacht.

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären - Iran widerspricht

US-Präsident Donald Trump will die Straße von Hormus nach eigenen Angaben "bald" zu einem Territorium der Vereinigten Staaten erklären. "Nachdem wir den Iran besiegt haben (...), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären", sagte er am Freitag mit einem Schmunzeln bei einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York. "Es ist wahr", fuhr er fort.

Nach Dialogrunde: Mehr als 130 politische Gefangene in Venezuela freigelassen

Nach der ersten Runde des nationalen Dialogs zwischen Regierung und Opposition sind in Venezuela mehr als 130 politische Gefangene freigelassen worden. Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten am Freitag, wie vor einem Gefängnis in Guatire, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Caracas, Familienangehörige auf die Inhaftierten warteten und diese dann nach der Freilassung in die Arme nahmen. Es seien insgesamt 131 Gefangene freigelassen worden, erklärte die Regierung.

Trump: Werde Straße von Hormus "bald" zum US-Territorium erklären

US-Präsident Donald Trump will die Straße von Hormus nach eigenen Angaben "bald" zu einem Territorium der Vereinigten Staaten erklären. "Nachdem wir den Iran besiegt haben (...), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären", sagte er am Freitag mit einem Schmunzeln bei einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York. "Es ist wahr", fuhr er fort.

Textgröße ändern: