Pallade Veneta - Deutsche Politik zollt Biden Respekt - weiter auch Vorbereitung auf Trump-Sieg

Deutsche Politik zollt Biden Respekt - weiter auch Vorbereitung auf Trump-Sieg


Deutsche Politik zollt Biden Respekt - weiter auch Vorbereitung auf Trump-Sieg
Deutsche Politik zollt Biden Respekt - weiter auch Vorbereitung auf Trump-Sieg / Foto: SAUL LOEB - AFP

Die deutsche Politik hat US-Präsident Joe Biden Respekt für die Entscheidung gezollt, auf eine erneute Kandidatur für das Weiße Haus zu verzichten. Die Bundesregierung vermied es am Montag aber weiter, im US-Wahlkampf mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump Stellung zu beziehen. Bidens Wunschnachfolgerin Kamala Harris bekam jedoch Lob.

Textgröße ändern:

Der 81-jährige Biden hatte am Sonntag angesichts der massiven Zweifel an seiner geistigen und körperlichen Fitness erklärt, nicht mehr für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) würdigte Biden noch am Sonntagabend als Freund und "verlässlichen Partner" Deutschlands. "Sein Entschluss, nicht noch einmal zu kandidieren, verdient Anerkennung", schrieb er im Onlinedienst X. Dank Biden sei "die transatlantische Zusammenarbeit eng, die Nato stark, die USA ein guter und verlässlicher Partner für uns."

Position im US-Wahlkampf wollte Vize-Regierungssprecherin Christiane Hoffmann dann am Montag weiter nicht beziehen. "Wir bereiten uns auf alle denkbaren Möglichkeiten vor", sagte sie. Es gelte nun zunächst abzuwarten, ob Vizepräsidentin Kamala Harris tatsächlich von den Demokraten zur Präsidentschaftskandidatin gemacht werde und wie die Wahl gegen den Republikaner Trump im November ausgehe.

Scholz habe Harris aber bereits "mehrfach getroffen", sagte Hoffmann auf viele Nachfragen. Sie nannte die Münchner Sicherheitskonferenz und die Ukraine-Friedenskonferenz im Juni in der Schweiz. Der Kanzler habe Harris dabei "als erfahrene und kompetente Politikerin kennengelernt".

Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) erklärte, Bidens Rückzugsentscheidung erfülle ihn "mit tiefer Hochachtung". Er habe sich "ein halbes Jahrhundert für die Demokratie, fürs Land, für die Menschen" eingesetzt, schrieb er auf Instagram.

"Joe Biden stellt die Interessen seines Landes über seine eigenen", sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) beim EU-Außenministertreffen in Brüssel. Unabhängig vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahl sei aber klar: "Wir müssen mehr in unsere eigene Sicherheit investieren, Europa muss stärker werden." Das gelte "gerade im Bereich der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik".

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Michael Link (FDP), bezeichnete Bidens Rückzug als "tiefe Zäsur" für Deutschland und Europa. "Es gab wahrscheinlich noch nie einen US-Präsidenten, der aus eigener Verbundenheit heraus die EU-Institutionen und den 'alten' Kontinent insgesamt so ernst genommen hat", sagte er dem "Tagesspiegel". Auch Link betonte, hinsichtlich der Vorbereitung der Bundesregierung auf die US-Wahl ändere Bidens Rückzug "erst einmal nichts". Die Regierung bereite sich "intensiv auf beide Szenarien" vor.

Es gebe nun aber "die Chance, dass das Rennen offen gestaltet ist" zwischen Trump und den Demokraten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Deutschlandfunk. Als Sozialdemokrat drücke er natürlich den Demokraten "alle Daumen".

Heil hält sich derzeit in den USA auf. Zum Parteitag der Demokraten im August in Chicago reist SPD-Parteichef Lars Klingbeil, wie die Partei einen Bericht der "Rheinischen Post" bestätigte. Der Besuch war schon länger geplant.

Würdigungen für Biden gab es auch aus der konservativen Opposition: "Joe Biden hat mehr als fünf Jahrzehnte lang dem amerikanischen Volk gedient", schrieb CDU-Chef Friedrich Merz auf X. Seine Entscheidung verdiene "größten Respekt". CSU-Chef Markus Söder betonte auf X, Biden habe "viel für sein Land, die Nato und Europa geleistet". Sein Rückzug im Wahlkampf sei "die richtige Entscheidung".

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Nach Dialogrunde: Mehr als 130 politische Gefangene in Venezuela freigelassen

Nach der ersten Runde des nationalen Dialogs zwischen Regierung und Opposition sind in Venezuela mehr als 130 politische Gefangene freigelassen worden. Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten am Freitag, wie vor einem Gefängnis in Guatire, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Caracas, Familienangehörige auf die Inhaftierten warteten und diese dann nach der Freilassung in die Arme nahmen. Es seien insgesamt 131 Gefangene freigelassen worden, erklärte die Regierung.

Trump: Werde Straße von Hormus "bald" zum US-Territorium erklären

US-Präsident Donald Trump will die Straße von Hormus nach eigenen Angaben "bald" zu einem Territorium der Vereinigten Staaten erklären. "Nachdem wir den Iran besiegt haben (...), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären", sagte er am Freitag mit einem Schmunzeln bei einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York. "Es ist wahr", fuhr er fort.

Trump weist Bedenken wegen Bedingungen auf US-Flugzeugträger zurück

US-Präsident Donald Trump hat Bedenken wegen der Bedingungen an Bord des im Krieg gegen den Iran eingesetzten Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" zurückgewiesen. Auf die Frage von Reportern, ob Familienangehörige sich Sorgen machten, antwortete Trump am Freitag: "Nein, tun sie nicht."

Urlaubsfotos von Macron auf Jetski lösen unter linken Politikern Empörung aus

Eine Fotoreportage, die Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron im Urlaub beim Jetski-Fahren zeigt, während das Land unter Hitze und Waldbränden leidet, hat unter - vor allem linksgerichteten - Politikern Empörung ausgelöst. Frankreich erlebe einen "apokalyptischen Sommer" und "unser Präsident gönnt sich einen Werbeartikel über seinen Urlaub in der Wochenzeitung 'Paris Match'", kritisierte etwa Grünen-Chefin Marine Tondelier am Freitag im Onlinedienst X.

Textgröße ändern: