Pallade Veneta - Harris nach Gespräch mit Netanjahu: Werde zum Leid im Gazastreifen "nicht schweigen"

Harris nach Gespräch mit Netanjahu: Werde zum Leid im Gazastreifen "nicht schweigen"


Harris nach Gespräch mit Netanjahu: Werde zum Leid im Gazastreifen "nicht schweigen"
Harris nach Gespräch mit Netanjahu: Werde zum Leid im Gazastreifen "nicht schweigen" / Foto: ROBERTO SCHMIDT - AFP

US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat einen wesentlichen Wandel in der US-Politik zum Gazastreifen signalisiert. Die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten drang nach einem Gespräch mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Washington am Donnerstag auf den baldigen Abschluss eines Abkommens über eine Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und sagte, sie werde zum Leid im Gazastreifen "nicht schweigen". Netanjahu hatte zuvor mit US-Präsident Joe Biden gesprochen, der eine schnelle Einigung über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln forderte.

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"Es ist an der Zeit, dass dieses Abkommen abgeschlossen wird", sagte Harris vor Reportern und fuhr fort, sie habe Netanjahu ihre "ernsthafte Besorgnis" über das "Ausmaß des menschlichen Leidens in Gaza, einschließlich des Todes von viel zu vielen unschuldigen Zivilisten" zum Ausdruck gebracht. Es sei an der Zeit, den "verheerenden" Krieg zu beenden, sagte die US-Vizepräsidentin.

Sie sprach von "Bildern von toten Kindern und verzweifelten hungrigen Menschen", die fliehen würden, die "manchmal zum zweiten, dritten oder vierten Mal" vertrieben worden seien. "Wir können angesichts dieser Tragödien nicht wegschauen", sagte Harris weiter. "Wir können nicht zulassen, angesichts des Leids gefühllos zu werden und ich werde nicht schweigen", sagte Harris.

Netanjahu traf sich auch mit Präsident Biden. Dieser habe dabei die Notwendigkeit zum Ausdruck gebracht, "die verbleibenden Lücken zu schließen, das Abkommen so schnell wie möglich abzuschließen, die Geiseln nach Hause zu bringen und ein dauerhaftes Ende des Kriegs in Gaza zu erreichen", erklärte das Weiße Haus. Beide Politiker hätten auch über die "humanitäre Krise" in dem Palästinensergebiet und die Notwendigkeit gesprochen, Hürden bei der Bereitstellung von Hilfe zu beseitigen.

Später trafen sich Biden und Netanjahu mit den Familien der im Gazastreifen festgehaltenen US-Geiseln, die das Treffen als "produktiv" und "ehrlich" bezeichneten. "Wir sind wahrscheinlich optimistischer als wir es seit der ersten Runde von Freilassungen Ende November gewesen sind", sagte Jonathan Dekel-Chen, Vater einer US-Geisel, vor Reportern nach dem Treffen.

Im vergangenen November hatte es eine einwöchige Waffenruhe gegeben, bei der auch israelische Geiseln im Austausch für palästinensische Gefangene freigelassen wurden. Die USA bemühen sich gemeinsam mit Katar und Ägypten seit Monaten als Vermittler um eine Beilegung der Kämpfe zwischen Israel und der Hamas, bislang wurde jedoch kein Abkommen erzielt.

Die USA haben ihren engen Verbündeten Israel seit dem beispiellosen Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf das Land am 7. Oktober militärisch und diplomatisch unterstützt. Über das militärische Vorgehen Israels hat es allerdings immer wieder Irritationen bis hin zu teils erheblichen Differenzen zwischen beiden Regierungen gegeben.

Netanjahu hatte Israels Vorgehen im Gazastreifen am Mittwoch in einer Rede vor dem US-Kongress in Washington verteidigt. Im Kongress war Netanjahu von den Republikanern mit Applaus und Jubel empfangen worden, während sich die Demokraten von Biden und Harris deutlich zurückhielten.

Am Freitag wird der israelische Regierungschef zu einem Besuch beim republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump erwartet. Das Treffen findet auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida statt.

O.Pileggi--PV

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