Pallade Veneta - Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden

Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden


Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden
Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will transparentere Preise für Fernwärmekunden durchsetzen und den Schutz der Verbraucher vor zu hohen Kosten stärken. An einer zentralen Stelle im Internet sollen dazu zukünftig "preisrelevante und weitere Informationen" veröffentlicht werden, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Der Entwurf der entsprechenden Fernwärme-Verordnung befindet sich demnach in der Länder- und Verbändeanhörung und soll nach der Sommerpause ins Kabinett.

Textgröße ändern:

Den Angaben nach sollen auch die sogenannten Preisänderungsklauseln in den Verträgen mit den Anbietern "konkretisiert" werden, "um Preisanpassungen transparenter zu machen und an die Kostenentwicklung der tatsächlich eingesetzten Energieträger zu binden". Insgesamt setze sich das Bundeswirtschaftsministerium aber dafür ein, dass Wärmenetze überall dort preisgünstig gebaut und betrieben werden können, wo sie günstiger sind als eine dezentrale klimaneutrale Eigenversorgung.

Die Preise für Fernwärme sorgen immer wieder für Kritik. Der Verbraucherzentrale Bundesverband etwa monierte, dass die Preise teils sehr unterschiedlich ausfallen, sich stark verändern und die Hintergründe für Kundinnen und Kunden kaum nachvollziehbar sind. Die Monopolkommission, ein Beratergremium der Bundesregierung, hatte sich Anfang Juli für eine Preisobergrenze bei der Fernwärme ausgesprochen.

Fernwärmeanbieter seien in den meisten Fällen von Natur aus Monopolisten, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling. Bislang hätten sich alternative Heizungsarten wie Öl- und Gaskessel "preisdämpfend" ausgewirkt. Mit der Umstellung auf nachhaltige Energien entstünden nun aber Bereiche - etwa im Stadtzentrum von Berlin, wo die Installation von Wärmepumpen meist nicht möglich ist - in denen Fernwärme vielfach die einzige mögliche Heizungsart sei.

In diesen Fällen müsse der Wettbewerb "simuliert" werden, um die Verbraucher vor zu hohen Preisen zu schützen, sage Kühling weiter. Dies könne etwa über ein "Marktelement, zum Beispiel einen Wärmepumpen-Index" geschehen, der den Fernwärmeanbietern eine Preisobergrenze aufzeigt.

Aus der Union kam Kritik am Referentenentwurf des Wirtschaftsministeriums. Dieser komme "zu spät", sagte CDU-Energiepolitikerin Anne König dem Nachrichtenportal "Politico". Sie forderte eine zügige Umsetzung: "Auf keinen Fall darf die Technologie durch das Ampel-Chaos zerrieben werden, so wie es bei der Wärmepumpe durch das Ampel-Heizungsgesetz geschehen ist."

Sorge vor zunehmender Bürokratie kommt vom Fernwärme-Spitzenverband AGFW, der in "Politico" "weitere Informationspflichten mit wenig Mehrwert für den Verbraucher, aber mit viel Mehraufwand bei den Unternehmen", beklagte.

T.Galgano--PV

Empfohlen

Urlaubsfotos von Macron auf Jetski lösen unter linken Politikern Empörung aus

Eine Fotoreportage, die Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron im Urlaub beim Jetski-Fahren zeigt, während das Land unter Hitze und Waldbränden leidet, hat unter - vor allem linksgerichteten - Politikern Empörung ausgelöst. Frankreich erlebe einen "apokalyptischen Sommer" und "unser Präsident gönnt sich einen Werbeartikel über seinen Urlaub in der Wochenzeitung 'Paris Match'", kritisierte etwa Grünen-Chefin Marine Tondelier am Freitag im Onlinedienst X.

Französischer Verfassungsrat kippt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Der französische Verfassungsrat hat das im Juli vom Parlament beschlossene Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gekippt. Das gesetzliche Verbot stelle "einen unverhältnismäßigen Eingriff" in die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit der Betroffenen dar, entschied der Verfassungsrat am Freitag. Die französische Nationalversammlung und der Senat hatten im Juli mit breiter Mehrheit für das Gesetz gestimmt, es sollte ursprünglich schon am 1. September in Kraft treten.

Mecklenburg-Vorpommern: 19 Landeslisten stehen endgültig fest

Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im September bleibt es bei den vom Landeswahlausschuss zugelassenen 19 Landeslisten. Das Landesverfassungsgericht verwarf am Freitag die Verfassungsbeschwerde der Partei Lobbyisten für Kinder auf Zulassung zur Wahl, wie das Landesinnenministerium in Schwerin mitteilte. Die Landesliste der Partei war zuvor durch den Landeswahlausschuss wegen einer Fristüberschreitung zurückgewiesen worden.

Hamburger Finanzbeamtin soll wegen Cum-Ex-Affäre vor Gericht

Erstmals soll eine Vertreterin des Staates im Zuge des Cum-Ex-Skandals vor Gericht. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln ließ die Anklage gegen die Hamburger Finanzbeamtin Daniela P. wegen Beihilfe zur versuchten Steuerhinterziehung zu, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag bestätigte. Zunächst hatte der WDR darüber berichtet. P. steht demnach im Verdacht, der Hamburger Warburg-Bank geholfen zu haben, zu Unrecht vereinnahmtes Steuergeld zunächst zu behalten.

Textgröße ändern: