Pallade Veneta - Untersuchungsausschuss zur Ahrtal-Katastrophe veröffentlicht Abschlussbericht

Untersuchungsausschuss zur Ahrtal-Katastrophe veröffentlicht Abschlussbericht


Untersuchungsausschuss zur Ahrtal-Katastrophe veröffentlicht Abschlussbericht
Untersuchungsausschuss zur Ahrtal-Katastrophe veröffentlicht Abschlussbericht / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

In Rheinland-Pfalz ist am Freitag der Abschlussbericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Flutkatastrophe im Ahrtal vorgelegt worden. Die Oppositionsfraktionen von CDU und Freie Wähler verbanden die Vorlage mit Rücktrittsforderungen an den Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, und an den parlamentarischen Staatssekretär im Umweltministerium, Erwin Manz. CDU und Freie Wähler hatten deren Rücktritte nach der Flutkatastrophe wiederholt gefordert, sie werfen beiden gravierende Fehler vor.

Textgröße ändern:

Bei dem für Rheinland-Pfalz beispiellosen Hochwasser starben im Juli 2021 insgesamt 136 Menschen. Wegen ausbleibender Warnungen vor der Katastrophe stand die Landesregierung in der Kritik. Der Mainzer Untersuchungsausschuss tagte zur Aufarbeitung insgesamt 47 Mal, der Abschlussbericht umfasst rund 2100 Seiten.

Die an dem Ausschuss mitwirkenden Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion gaben ein 90-seitiges Sondervotum ab. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Marcus Klein (CDU) erklärte, es sei die "eklatant unterbliebene Zusammenarbeit" der rheinland-pfälzischen Behörden schonungslos offengelegt worden.

Der Obmann der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Herber, warf der Landesregierung und der Regierungskoalition vor, die Aufklärungsarbeit auf den "ausgestreckten Zeigefinger auf den Landrat des Landkreises Ahrweiler" beschränkt zu haben. Dieser war zurückgetreten. Linie der Landesregierung sei gewesen, den eigenen Machterhalt über einen ehrlichen Aufklärungswillen zu stellen. Die Freien Wähler sahen in der Gesamtschau in den Tagen vor, während und nach der Flutkatastrophe ein "Versagen von staatlichen Strukturen".

Hingegen erklärten die Obleute der Regierungsfraktionen von SPD, Grünen und FDP, dass der U-Ausschuss seiner Aufgabe "sehr akribisch" nachgekommen sei.

Aus der Fülle an gesammelten Informationen würden zwei Punkte klar herausstechen: Das Versagen des ehemaligen Landrats, das sich "wie ein roter Faden" durchgezogen habe. Hinzu komme zweitens: "Die Flutkatastrophe war ein in seinen Ausmaßen und Abläufen singuläres und so nicht vorhersehbares Ereignis", erklärten Nico Steinbach (SPD), Carl-Bernhard von Heusinger (Grüne) und Philipp Fernis (FDP). Dies hätten Zeugen und Sachverständige bestätigt.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Urlaubsfotos von Macron auf Jetski lösen unter linken Politikern Empörung aus

Eine Fotoreportage, die Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron im Urlaub beim Jetski-Fahren zeigt, während das Land unter Hitze und Waldbränden leidet, hat unter - vor allem linksgerichteten - Politikern Empörung ausgelöst. Frankreich erlebe einen "apokalyptischen Sommer" und "unser Präsident gönnt sich einen Werbeartikel über seinen Urlaub in der Wochenzeitung 'Paris Match'", kritisierte etwa Grünen-Chefin Marine Tondelier am Freitag im Onlinedienst X.

Französischer Verfassungsrat kippt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Der französische Verfassungsrat hat das im Juli vom Parlament beschlossene Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gekippt. Das gesetzliche Verbot stelle "einen unverhältnismäßigen Eingriff" in die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit der Betroffenen dar, entschied der Verfassungsrat am Freitag. Die französische Nationalversammlung und der Senat hatten im Juli mit breiter Mehrheit für das Gesetz gestimmt, es sollte ursprünglich schon am 1. September in Kraft treten.

Mecklenburg-Vorpommern: 19 Landeslisten stehen endgültig fest

Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im September bleibt es bei den vom Landeswahlausschuss zugelassenen 19 Landeslisten. Das Landesverfassungsgericht verwarf am Freitag die Verfassungsbeschwerde der Partei Lobbyisten für Kinder auf Zulassung zur Wahl, wie das Landesinnenministerium in Schwerin mitteilte. Die Landesliste der Partei war zuvor durch den Landeswahlausschuss wegen einer Fristüberschreitung zurückgewiesen worden.

Hamburger Finanzbeamtin soll wegen Cum-Ex-Affäre vor Gericht

Erstmals soll eine Vertreterin des Staates im Zuge des Cum-Ex-Skandals vor Gericht. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln ließ die Anklage gegen die Hamburger Finanzbeamtin Daniela P. wegen Beihilfe zur versuchten Steuerhinterziehung zu, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag bestätigte. Zunächst hatte der WDR darüber berichtet. P. steht demnach im Verdacht, der Hamburger Warburg-Bank geholfen zu haben, zu Unrecht vereinnahmtes Steuergeld zunächst zu behalten.

Textgröße ändern: