Pallade Veneta - Wahl in Venezuela: Oppositionskandidat will nicht vor Gericht erscheinen

Wahl in Venezuela: Oppositionskandidat will nicht vor Gericht erscheinen


Wahl in Venezuela: Oppositionskandidat will nicht vor Gericht erscheinen
Wahl in Venezuela: Oppositionskandidat will nicht vor Gericht erscheinen / Foto: Yuri CORTEZ - AFP/Archiv

Der venezolanische Oppositionskandidat Edmundo González Urrutia hat erklärt, nicht zu einer anlässlich der umstrittenen Präsidentschaftswahl einberufenen Anhörung vor dem Verfassungsgericht zu erscheinen. "Wenn ich zum Verfassungsgericht gehe, setze ich nicht nur meine Freiheit aufs Spiel, sondern auch den viel wichtigeren Willen des venezolanischen Volkes", schrieb er am Mittwoch im Online-Dienst X. Präsident Nicolás Maduro hatte das Gericht nach seiner umstrittenen Wiederwahl angerufen, um die Wahlergebnisse zu prüfen, wie er sagte.

Textgröße ändern:

Die Opposition befürchtet, dass das Verfahren vor dem weitgehend regierungstreuen Verfassungsgericht jedoch lediglich dazu dient, Maduro zu legitimieren. Die ebenfalls weitgehend Maduro-treue Wahlkommission hatte den Präsidenten am 29. Juli zum knappen Wahlsieger erklärt. Die Opposition und Regierungsvertreter hatten die Veröffentlichung der Wahlergebnisse gefordert, bisher vergeblich.

González Urrutia, der seit über einer Woche nicht mehr öffentlich auftrat, schrieb weiter, er würde im Falle seines Erscheinens vor dem Verfassungsgericht in jedem Fall bestraft werden. Maduro habe dies bereits angekündigt. "Geht es um ein unparteiliches, rechtsstaatliches Verfahren? Bin ich bereits verurteilt?", fragte er rhetorisch.

Die Opposition beansprucht den Sieg für sich. Laut den von ihr vorgelegten Protokollen mit Wahlergebnissen stimmten 67 Prozent der Wählerinnen und Wähler für González Urrutia. Die Wahlkommission hatte Maduro mit 52 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt.

Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses gab es Proteste, zu denen die Opposition aufgerufen hatte. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Oppositionsführer ein, unter anderem wegen der Anstiftung zum Aufstand.

Die Sicherheitskräfte gingen hart gegen die Demonstrierenden vor. Der venezolanischen Nichtregierungsorganisation Provea zufolge wurden im Zeitraum vom Wahltag am 28. Juli bis vergangenen Montag 24 Menschen getötet. Maduro gab seinerseits den Tod von zwei Mitgliedern der Nationalgarde bekannt. Mehr als 2000 Menschen seien zudem festgenommen worden.

F.Amato--PV

Empfohlen

EU und Großbritannien planen Gipfeltreffen für den 20. November

Die EU und Großbritannien wollen am 20. November ihr ursprünglich für Juli geplantes Gipfeltreffen nachholen. "Gemeinsam wollen wir unsere Zusammenarbeit vertiefen, unsere Resilienz stärken, unsere Fähigkeit zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen ausbauen und Stabilität in Europa und darüber hinaus fördern", erklärte EU-Ratspräsident António Costa am Montag. Er freue sich darauf, gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den britischen Premierminister Andy Burnham zum zweiten Gipfel in Brüssel begrüßen zu dürfen, schrieb Costa im Onlinedienst X.

Stromsteuer-Senkung und klare Worte zur AfD: CDU will sich aus Krise arbeiten

Neue Entlastungen für die Bürger und frischer Schwung bei den Reformen: Die CDU will mit einem nachgeschärften Profil und gezielten Verbesserungen für die Menschen im Land Vertrauen zurückgewinnen. "Wir müssen uns aus einem Tief herausarbeiten", sagte Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag in Berlin. Er kündigte unter anderem eine Absenkung der Stromsteuer "für alle" an. Zum Umgang mit der AfD richtete er klare Worte an mögliche Abweichler in den eigenen Reihen.

Nato-Kommandeur warnt Russland: Jeder Angriff auf das Bündnis wäre "sinnlos"

Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, hat Russland vor einem Angriff auf das Bündnis gewarnt und betont, dass jeder Angriff "sinnlos" wäre. "Wenn jemand so töricht ist, uns anzugreifen, werden wir kämpfen", sagte Grynkewich am Montag bei einem Besuch in Polen. "Wir werden den Angriff stoppen und dem Angreifer die Möglichkeit nehmen, seine Ziele zu erreichen, welche auch immer das sein mögen", betonte der Oberbefehlshaber.

Bayern will Erbschaftsteuer selbst festsetzen: Karlsruhe verhandelt über Klage

Die Erbschaftsteuer ist überall in Deutschland gleich geregelt. Ob stattdessen die Bundesländer ihre eigenen Regeln festsetzen sollten, prüfte das Bundesverfassungsgericht. Auf Antrag Bayerns verhandelte es am Montag über die einheitlichen Steuersätze und Freibeträge, die momentan der Bund vorgibt. Angesichts gestiegener Immobilienpreise vor allem im Süden hält die bayerische Landesregierung die Freibeträge für zu niedrig und die Steuern für zu hoch. (Az. 1 BvF 1/23)

Textgröße ändern: