Pallade Veneta - Gefechte in russischer Grenzregion Kursk dauern an - Tausende Menschen evakuiert

Gefechte in russischer Grenzregion Kursk dauern an - Tausende Menschen evakuiert


Gefechte in russischer Grenzregion Kursk dauern an - Tausende Menschen evakuiert
Gefechte in russischer Grenzregion Kursk dauern an - Tausende Menschen evakuiert / Foto: - - Governor of Kursk Region/AFP

Die russische Grenzregion Kursk ist nach Angaben aus Moskau am Mittwoch den zweiten Tag infolge von der Ukraine angegriffen worden. "Bis zu tausend" ukrainische Soldaten sowie dutzende Panzer und gepanzerte Fahrzeuge seien an der Attacke beteiligt, sagte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow. Ein Vorrücken der Truppen sei jedoch "durch Schläge der Luftwaffe und der Artillerie" gestoppt worden. Angesichts der Kämpfe wurden sowohl auf ukrainischer als auch auf russischer Seite tausende Menschen evakuiert.

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Laut Gerassimow konzentrierten sich die Kämpfe auf Gebiete in unmittelbarer Grenzregion. "Die Operation wird mit der Niederlage des Feindes enden", betonte er. In dem dem russischen Militär nahestehenden Telegram-Kanal Rybar hieß es, die Ukraine habe drei Dörfer in der Region eingenommen.

Russlands Präsident Wladimir Putin warf Kiew eine "groß angelegte Provokation" vor. Die Ukraine feuere "wahllos, mit Waffen verschiedener Art, auf zivile Gebäude, Wohnhäuser und Krankenwagen", sagte er bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Regierungsmitgliedern. Weiter gab er an, sich mit den Chefs seiner Sicherheitsdienste über eine Reaktion beraten zu wollen.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums begannen die Gefechte bereits am Dienstagmorgen und dauerten an. Allerdings sei "ein weiteres Vordringen des Feindes auf russisches Gebiet" verhindert worden. Mindestens fünf Zivilisten wurden laut russischen Behörden seit dem Beginn der Kämpfe getötet. 28 weitere wurden demnach verletzt, darunter auch Kinder.

Angesichts der Angriffe wurden nach Angaben des Gouverneurs von Kursk tausende Menschen in Sicherheit gebracht. "Mehrere tausend Menschen haben die unter Beschuss befindliche Region mit unserer Hilfe verlassen", teilte Alexej Smirnow in einer Videobotschaft mit. Die Lage sei "unter Kontrolle".

Unterdessen orderte auch die Ukraine die Evakuierung von 6000 Menschen aus dem Grenzgebiet zu Kursk an. "Ich habe gerade den Befehl zur Zwangsevakuierung von 23 Siedlungen in fünf Gemeinden in der Region Sumy unterzeichnet", teilte Regionalgouverneur Wolodymyr Artjuch mit. Auch 425 Kinder seien von der Evakuierung betroffen. Die Situation in der Region Sumy sei "sehr angespannt".

Die russische Region Kursk grenzt unmittelbar an die Region Sumy im Nordosten der Ukraine und wird seit Beginn des Konflikts im Februar 2022 regelmäßig von der Ukraine aus beschossen.

Kiew äußerte sich zunächst nicht zu den aktuellen Geschehnissen im Grenzgebiet. Aus Kreisen des ukrainischen Geheimdienstes SBU erfuhr die Nachrichtenagentur AFP allerdings, dass am Dienstag über der Region Kursk ein Hubschrauber mit einer Drohne abgeschossen wurde.

Auch der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak spielte in einem Beitrag in Onlinemedien auf die Angriffe an - ohne diese jedoch ausdrücklich zu benennen. Moskau habe seine "Grenzregionen ungestraft für massive Luft- und Artillerieangriffe genutzt", schrieb er darin.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums umfassten die Verluste auf ukrainischer Seite 260 Soldaten und 50 gepanzerte Fahrzeuge, darunter sieben Panzer sowie acht gepanzerte Mannschaftstransportwagen. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Unterdessen griff die Ukraine am Mittwoch laut örtlichen Behörden auch die russischen Grenzregionen Woronesch und Belgorod mit Drohnen an. In Woronesch wurden laut Angaben von Gouverneur Alexander Gussew Gebäude und Wohnungen durch Trümmerteile beschädigt.

Seit Beginn der russischen Invasion sind immer wieder ukrainische Soldaten nach Russland eingedrungen. Die russische Armee behauptete jedes Mal, diese zurückgedrängt zu haben. In einigen Fällen kamen dabei - wie bei den jüngsten Gefechten - die Luftwaffe und Artillerie zum Einsatz.

L.Bufalini--PV

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