Pallade Veneta - Kreml-Gegner Jaschin ruft zu Solidarität mit politischen Gefangenen in Russland auf

Kreml-Gegner Jaschin ruft zu Solidarität mit politischen Gefangenen in Russland auf


Kreml-Gegner Jaschin ruft zu Solidarität mit politischen Gefangenen in Russland auf
Kreml-Gegner Jaschin ruft zu Solidarität mit politischen Gefangenen in Russland auf / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP

Eine Woche nach seiner Freilassung bei dem größten Gefangenenaustausch zwischen Russland und dem Westen seit dem Kalten Krieg hat der russische Oppositionspolitiker Ilja Jaschin in Berlin zu Solidarität mit den verbliebenen politischen Gefangenen in seiner Heimat aufgerufen. "Es gibt Menschen, die wir gemeinsam retten müssen, hier und jetzt", sagte Jaschin am Mittwoch vor Exil-Russen in Berlin. Es seien "unbeugsame Menschen", die es zu unterstützen gelte.

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"In Russland gibt es mehr als 1200 politische Gefangene aus allen Gesellschaftsschichten - Ärzte, Studenten, Rentner", sagte Jaschin bei der von russischen Oppositionsgruppen organisierten Veranstaltung im Berliner Mauerpark. Jeder von ihnen habe für sich entschieden, zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine "nicht zu schweigen". "Sie nennen den Krieg Krieg und Putin einen Kriegsverbrecher", sagte Jaschin unter dem Jubel seiner Anhänger mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Hinter jedem von ihnen stünden jedoch weitere Menschen, die ähnlich dächten, ihre Gedanken aber nicht auszusprechen wagten. Daher sei es die Aufgabe der Putin-Gegner im Exil, "die Herzen dieser Menschen zu erreichen und ihnen ein Vorbild darin zu sein, die Angst zu überwinden". Er selbst sei dafür ins Gefängnis gegangen.

Jaschin war am vergangenen Donnerstag zusammen mit 14 weiteren in Russland Inhaftierten bei einem Gefangenenaustausch freigekommen. Auch die Freilassung eines in Belarus zunächst zum Tode verurteilten und später begnadigten Deutschen konnte erreicht werden. Im Gegenzug wurden acht russische Häftlinge und zwei Minderjährige, die Kinder von zwei der Freigelassenen, nach Russland ausgeflogen.

Er selbst habe Russland nicht verlassen wollen, betonte Jaschin kurz nach der Freilassung vor Journalisten. Er habe nie ein Begnadigungsgesuch unterschrieben und auch nicht eingewilligt, aus Russland abgeführt und in die Türkei geflogen zu werden, die den Gefangenenaustausch mit koordiniert hatte. Er betrachte dieses Ereignis "als Abschiebung aus Russland gegen meinen Willen", sagte er vor einer Woche.

Jaschin war Ende 2022 zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er die "Ermordung von Zivilisten" durch die russische Armee in der ukrainischen Stadt Butscha angeprangert hatte. Der 41-Jährige war ein enger Vertrauter des 2015 ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow und Freund des im Februar in einem russischen Straflager gestorbenen Alexej Nawalny.

F.Abruzzese--PV

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