Pallade Veneta - Ukraine führt Offensive in der russischen Region Kursk fort

Ukraine führt Offensive in der russischen Region Kursk fort


Ukraine führt Offensive in der russischen Region Kursk fort
Ukraine führt Offensive in der russischen Region Kursk fort / Foto: Yan DOBRONOSOV - AFP

Eineinhalb Wochen nach Beginn ihrer Offensive in der westrussischen Grenzregion Kursk ist es der ukrainischen Armee nach Angaben von Staatschef Wolodymyr Selenskyj vom Samstag gelungen, ihre Stellungen weiter zu verstärken. Armeechef Oleksandr Syrskyj habe ihn über "die Verstärkung der Positionen unserer Streitkräfte in der Region Kursk und die Ausweitung des stabilisierten Gebiets" informiert, erklärte Selenskyj am Samstag im Onlinedienst Telegram. Die Führung in Moskau warf der Ukraine vor, eine strategisch wichtige Brücke in der Region zerstört zu haben.

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Mit dem Vorstoß in Kursk sei es gelungen, die "Tauschreserve für unser Land aufzufüllen", schrieb Selenskyj weiter mit Blick auf gefangengenommene russische Soldaten. Er danke "allen Soldaten und Kommandeuren", die damit "die Freilassung unserer von Russland festgehaltenen Soldaten und Zivilisten näherbringen".

Auch in den vergangenen Tagen hatte die ukrainische Armee Fortschritte bei ihrem Vormarsch in Kursk gemeldet. Moskau erklärte am Samstag hingegen erneut, die ukrainischen Soldaten würden zurückgedrängt. Dies sei nun in der Nähe dreier weiterer Ortschaften gelungen, hieß es in einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums.

Russische Vertreter warfen der Ukraine unterdessen vor, eine strategisch wichtige Brücke in der Nähe des Kampfgeschehens zerstört zu haben. Nach Angaben des Regionalgouverneurs von Kursk, Alexej Smirnow, befand sich die Brücke rund elf Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt im Kreis Gluschkowo.

Die Zerstörung war augenscheinlich auch auf einem vom ukrainischen Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk verbreiteten Video zu sehen, das den Einschlag eines Geschosses in einer Brücke zeigt, die daraufhin in einer Rauchwolke zusammenbricht. Ukrainische Piloten nähmen "befestigte Stellungen" sowie "Logistikzentren" und "Versorgungsstraßen" der russischen Armee ein, fügte Oleschtschuk an.

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte, bei der "vollständigen Zerstörung" der Brücke seien "Freiwillige" getötet worden, die gerade der von Evakuierungen betroffenen Zivilbevölkerung Unterstützung geleistet hätten. Sacharowa drohte eine "strenge Bestrafung" für die Verantwortlichen des Angriffs an.

Die ukrainische Armee hatte am 6. August überraschend die Offensive in der Region Kursk begonnen. Nach Angaben von Armeechef Syrskyj wurden bisher mehr als tausend Quadratkilometer und 82 Ortschaften eingenommen, darunter auch die strategisch wichtige Stadt Sudscha rund zehn Kilometer jenseits der russischen Grenze. Dort befindet sich ein wichtiger Gasknotenpunkt des russischen Konzerns Gazprom, der es ermöglicht, russisches Gas über die Ukraine nach Europa zu transportieren.

Nach Angaben aus Kiew dient der Vorstoß in der Kursk unter anderem dazu, Russland angesichts des russischen Krieges in der Ukraine zu einem "fairen Verhandlungsprozess" zu bewegen. Die eingenommenen Gebiete sollen demnach bei möglichen Gesprächen als Verhandlungsmasse dienen. Der Vorstoß ist die größte grenzüberschreitende Offensive der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges und die erste einer ausländischen Armee auf russischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die russischen Angriffe auf die Ukraine gingen unterdessen jedoch unvermindert weiter. Am Samstag nahm die russische Armee offiziellen ukrainischen Angaben zufolge mindestens vier verschiedene Regionen unter Beschuss. Staatschef Selenskyj zufolge führte die russische Armee "dutzende Angriffe" auf ukrainische Stellungen nahe der Stadt Pokrowsk und der Ortschaft Torezke aus.

Am Freitag hatte Russland die Einnahme einer Ortschaft bei Pokrowsk gemeldet. In Pokrowsk befindet sich ein wichtiges Versorgungszentrum für die ukrainischen Truppen für die Front im Osten des Landes. Nach Angaben des Chefs der Militärverwaltung von Pokrowsk, Serhij Dobrak, sind die russischen Truppen mittlerweile auf bis fast zehn Kilometer Entfernung auf die Stadt vorgerückt.

T.Galgano--PV

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