Pallade Veneta - Selenskyj: Krieg ist zum Aggressor Russland "zurückgekehrt"

Selenskyj: Krieg ist zum Aggressor Russland "zurückgekehrt"


Selenskyj: Krieg ist zum Aggressor Russland "zurückgekehrt"
Selenskyj: Krieg ist zum Aggressor Russland "zurückgekehrt" / Foto: Handout - UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP

Der Krieg ist nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Aggressor Russland "zurückgekehrt". Mit dem Einmarsch in die Ukraine habe Russland die Ukraine "zerstören" wollen, sagte Selenskyj am Samstag. Stattdessen habe die Ukraine am Samstag zum 33. Mal ihren Unabhängigkeitstag gefeiert. Moskau und Kiew verkündeten unterdessen einen Gefangenenaustausch von insgesamt 230 Soldaten. US-Präsident Joe Biden sagte Kiew neue Militärhilfen zu, insbesondere zur Luftabwehr.

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Russland habe die Ukraine "zerstören" wollen, aber "was der Feind in unser Land gebracht hat, ist nun an seinen Ursprung zurückgekehrt", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft zum Unabhängigkeitstag. Diese wurde nach seinen Angaben in der ukrainischen Grenzregion aufgenommen, von der aus Kiew seine jüngste Überraschungsoffensive auf Russland gestartet hatte.

Ukrainische Truppen waren am 6. August in die russische Grenzregion Kursk eingedrungen und haben von dort beträchtliche Geländegewinne vermeldet.

"Jeder, der auf unserem Boden Böses säen will, wird die Früchte auf seinem eigenen Territorium ernten", sagte Selenskyj mit Blick auf Russland. "Dies ist keine Vorhersage, keine Prahlerei, keine blinde Rache. Es ist einfach nur Gerechtigkeit."

Unterdessen erklärte der ukrainische Militärgeheimdienst am Samstag, ein russisches Munitionsdepot in der südrussischen Region Woronesch "erfolgreich" angegriffen zu haben. Es handelt sich demnach um ein Munitionslager nahe der Stadt Ostrogosk.

Russland hatte seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 gestartet. Moskaus Luftwaffe fliegt fast täglich tödliche Angriffe auf das Nachbarland. Am Samstag meldete der ukrainische Generalstaatsanwalt, dass fünf Menschen bei russischer Bombardierung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka getötet worden seien. Fünf weitere Menschen trugen demnach Verletzungen davon.

Den russischen Präsidenten Wladimir Putin nannte Selenskyj "alten, kranken Mann vom Roten Platz, der ständig alle Leute mit dem roten (Atom)knopf bedroht". Seit mehreren Tagen kommen aus dem Kreml Drohungen mit einer Atomkatastrophe für den Fall, dass die ukrainische Armee das Atomkraftwerk in Kursk angreift. Putin hatte angegeben, dass die Ukraine die Nuklearzentrale anzugreifen versucht habe. Dies wies Kiew zurück.

Zu den Zielen der ukrainischen Offensive gehört nach Angaben der ukrainischen Behörden die Schaffung einer "Pufferzone" auf russischem Gebiet. Mehr als 130.000 Menschen sind russischen Behördenangaben zufolge in der Region vor den Kämpfen und Bombardierungen geflohen.

Selenskyj nahm am Samstag auch an den offiziellen Feierlichkeiten anlässlich des Unabhängigkeitstages auf dem Sophienplatz in Kiew teil. Der polnische Präsident Andrzej Duda und die litauische Premierministerin Ingrida Simonyte waren dabei an seiner Seite - ihre beiden Länder sind zwei wesentliche Unterstützer der Ukraine. Der ukrainische Staatschef verkündete, dass die Streitkräfte eine neue Drohnen-Rakete namens "Palianyzia" erfolgreich getestet hätten.

Auch unterschrieb Selenskyj am Samstag ein Gesetz zum Verbot der Russland nahestehenden ukrainisch-orthodoxen Kirche. Diese hatte sich nach Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 offiziell von Moskau losgesagt, doch die ukrainischen Behörden sehen sie noch immer unter russischem Einfluss.

Trotz gegenseitiger Drohungen tauschten die Ukraine und Russland unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) jeweils 115 Gefangene untereinander aus. "Weitere 115 unserer Verteidiger sind heute nach Hause zurückgekehrt", erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag. Das russische Verteidigungsministerium teilte seinerseits mit, dass 115 russische Armeeangehörige, "die in der Region Kursk gefangen genommen wurden, als Ergebnis eines Verhandlungsprozesses aus den vom Kiewer Regime kontrollierten Gebieten zurückgekehrt" seien.

Am Vortag hatte US-Präsident Joe Biden der Ukraine neue Militärhilfen, insbesondere zur Luftabwehr, zugesichert. "Russland wird in diesem Konflikt nicht siegen", betonte Biden. Das US-Verteidigungsministerium bezifferte den Umfang der neuen Hilfen auf 125 Millionen Dollar (112 Millionen Euro), die Rüstungslieferungen stammen demnach aus US-Beständen.

D.Bruno--PV

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