Pallade Veneta - UNO verlängert Blauhelm-Mission im Libanon um ein weiteres Jahr

UNO verlängert Blauhelm-Mission im Libanon um ein weiteres Jahr


UNO verlängert Blauhelm-Mission im Libanon um ein weiteres Jahr
UNO verlängert Blauhelm-Mission im Libanon um ein weiteres Jahr / Foto: Rabih DAHER - AFP

Inmitten der angespannten Lage in Nahost hat der UN-Sicherheitsrat die Friedensmission im Libanon um ein weiteres Jahr verlängert. Die seit 1978 bestehende Unifil-Mission an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon werde bis 31. August 2025 verlängert, hieß es in der am Mittwoch einstimmig verabschiedeten Resolution. Seit Beginn des Gaza-Krieges haben auch die Gefechte an der israelischen Nordgrenze zugenommen.

Textgröße ändern:

Fast täglich beschießen sich derzeit die mit der Hamas verbündete pro-iranische Hisbollah-Miliz und die israelische Armee. Am vergangenen Wochenende hatte die Hisbollah den Norden Israels massiv mit Drohnen und Raketen unter Beschuss genommen. Die israelische Luftwaffe hatte ihrerseits nach eigenen Angaben zuvor tausende Raketenwerfer der Hisbollah zerstört und so einen groß angelegten Angriff vereitelt.

In der am Mittwoch verabschiedeten UN-Resolution zur Verlängerung des Unifil-Einsatzes hieß es, der Sicherheitsrat fordere "nachdrücklich, dass alle relevanten Akteure unverzüglich Maßnahmen zur Deeskalation ergreifen, auch im Hinblick auf die Wiederherstellung von Ruhe, Zurückhaltung und Stabilität an der Blauen Linie". Als "Blaue Linie" wird die im Jahr 2000 von der UNO zwischen dem Libanon und Israel festgezogene Demarkationslinie genannt.

Die Unifil-Mission mit derzeit rund 10.000 Blauhelmsoldaten ist bereits seit mehr als 40 Jahren im Einsatz, sie ist in einer Pufferzone zwischen Israel und dem Libanon tätig. Anlass für die Unifil-Gründung war eine siebentägige Militäroffensive Israels gegen palästinensische Kämpfer im Südlibanon im März 1978. Nach dem rund einmonatigen Krieg zwischen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz und Israel im Sommer 2006 wurde sie erweitert.

An Unifil ist auch die Bundeswehr mit bis zu 300 Soldaten beteiligt. Ende Juni verlängerte der Bundestag das Bundeswehr-Mandat für den Libanon bis Juni 2025. Die Bundeswehr beteiligt sich in erster Linie mit Marinekräften an der Überwachung des Seegebiets vor der libanesischen Küste, es sind aber auch deutsche Soldaten an Land stationiert, vor allem im Unifil-Hauptquartier.

Israel wirft der UN-Mission vor, den Beschuss seitens der Hisbollah nicht zu unterbinden. Der israelische UN-Botschafter Danny Danon sprach am Mittwoch vor Journalisten von einem "Versagen". Die Unifil scheitere "kläglich daran, auch nur ein einziges ihrer Ziele zu erreichen". So sei der Ende Juli erfolgte Angriff auf die drusische Ortschaft Madschdal Schams in den Golanhöhen als "direkte Folge" der Unfähigkeit von Unifil und der libanesischen Regierung, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats umzusetzen.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

"Terrortat": US-Botschafter verurteilt Siedlergewalt gegen Palästinenser ungewöhnlich scharf

Der US-Botschafter in Israel hat die anhaltende Belagerung mehrerer palästinensischer Häuser im Westjordanland durch israelische Siedler in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. Der sonst als Befürworter israelischer Siedlungen bekannte Mike Huckabee schrieb am Donnerstag im Onlinedienst X von einer "schreckliche Terrortat" und nannte die Vorkommnisse "widerlich". Die israelische Armee ging gegen die Siedler vor, diese wichen jedoch laut Augenzeugen nur in die umliegenden Hügel zurück. Vertreter der israelischen Regierung wohnten derweil der Wiedereröffnung einer weiteren Siedlung im Westjordanland bei.

BSW streitet über Umgang mit AfD - Wagenknecht weist Höcke-Angebot zurück

Vor den Landtagswahlen im Osten verschärft sich innerhalb des BSW der Streit über den Umgang mit der AfD. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht lehnte am Donnerstag zwar das Angebot des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke ab, sich mit den Stimmen der AfD im Landtag zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Zugleich kritisierte sie die Ausgrenzung der AfD aber als "Brandmauer-Irrsinn". Scharf kritisiert wurde Wagenknecht aus dem thüringischen BSW-Landesverband, der ihr mangelnde Abgrenzung der AfD vorwarf.

Rechtspopulist Farage tritt bei Nachwahl in England gegen Spaßkandidaten an

Bei einer Nachwahl im Osten Englands ist der britische Rechtspopulist Nigel Farage am Donnerstag gegen eine Reihe von unabhängigen Bewerbern angetreten, unter ihnen der Spaßkandidat "Count Binface" (Graf Mülltonnengesicht). Farage gilt als klarer Favorit, Umfragen zufolge könnte er auf 70 Prozent der Stimmen kommen. "Count Binface", das Alter Ego des Komikers Jon Harvey, wurden bis zu 20 Prozent der Stimmen vorhergesagt.

Wagenknecht weist Höckes Angebot zurück - und fordert ihn zu TV-Duell auf

Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht will sich nicht mit den Stimmen der AfD zur Ministerpräsidentin von Thüringen wählen lassen. Ein entsprechendes Angebot des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke wies Wagenknecht am Donnerstag zurück - und forderte Höcke ihrerseits zu einem TV-Duell heraus: Ein solches Duell solle "auf neutralem Boden und mit einem unparteiischen Moderator" geführt werden und könnte "Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen BSW und AfD" herausarbeiten, sagte Wagenknecht der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.

Textgröße ändern: