Pallade Veneta - Nordrhein-westfälischer Landtag erinnert an Opfer von Anschlag in Solingen

Nordrhein-westfälischer Landtag erinnert an Opfer von Anschlag in Solingen


Nordrhein-westfälischer Landtag erinnert an Opfer von Anschlag in Solingen
Nordrhein-westfälischer Landtag erinnert an Opfer von Anschlag in Solingen / Foto: INA FASSBENDER - AFP/Archiv

Der nordrhein-westfälische Landtag hat am Freitag der Opfer des Anschlags von Solingen gedacht. "Der Anschlag hat Wunden geschlagen in Körper und Seele", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in Düsseldorf. Die Angehörigen der Opfer und die Verletzten seien "nicht allein - ganz Nordrhein-Westfalen trauert mit ihnen". Die Abgeordneten gedachten der Opfer mit einer Schweigeminute.

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Landtagspräsident André Kuper (CDU) sagte in der von der Landesregierung einberufenen Sondersitzung, es falle schwer, "tröstende Worte zu finden". Er sprach den Solinger Bürgerinnen und Bürgern "tiefstes Mitgefühl" aus. Zugleich betonte Kuper, Lippenbekenntnisse allein seien zu wenig. Es sei Aufgabe der Politik, die Wehrhaftigkeit des Staats sicherzustellen und die Bürger zu schützen.

Wüst sprach im Plenum mit Blick auf den Anschlag von Solingen von einem "Akt des Terrors", der zugleich ein "Wendepunkt" sei. "Es gibt eine Zeit vor Solingen und eine Zeit nach Solingen." Es sei nun wichtig, "die Ursachen gemeinsam an der Wurzel zu fassen".

Die Landesregierung habe bereits erste Versäumnisse benannt und Verbesserungen veranlasst. Die genauen Abläufe des konkreten Falls um die gescheiterte Abschiebung des verdächtigen Syrers würden derzeit "von den zuständigen Stellen rekonstruiert". Fehler würden "klar benannt", versicherte Wüst.

Zugleich sah Wüst den Bund gefordert, bei der irregulären Migration nach Deutschland "endlich zu wirksameren Lösungen zu kommen". "Um das Problem bei der Wurzel zu packen, müssen wir irreguläre Migration nach Deutschland beenden," sagte Wüst. Dabei sei vor allem der Bund gefordert. Unter anderem sprach sich Wüst auch für mehr Befugnisse der Sicherheitsbehörden bei der Erkennung und Bekämpfung von "terroristischen Gefahren" aus.

Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags ordnete die Landesregierung für Sonntag eine Trauerbeflaggung an. "Dieser Terroranschlag hat nicht nur Solingen getroffen, sondern uns alle", erklärte Landesinnenminister Herbert Reul (CUD). Die Trauerbeflaggung sei ein "stilles, aber kraftvolles Zeichen" des Gedenkens. Für Sonntag ist in Solingen eine Gedenkfeier unter anderem mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplant.

Bei einem Messerangriff auf einem Stadtfest in Solingen waren vor einer Woche drei Menschen getötet und acht weitere teils schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger Syrer, wurde am Samstag festgenommen. Die Bundesanwaltschaft geht von einer Tat mit islamistischem Hintergrund aus.

R.Lagomarsino--PV

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