Pallade Veneta - Borrell: EU prüft Entsendung von Militärs nach Kiew und weitet Ausbildungsmission aus

Borrell: EU prüft Entsendung von Militärs nach Kiew und weitet Ausbildungsmission aus


Borrell: EU prüft Entsendung von Militärs nach Kiew und weitet Ausbildungsmission aus
Borrell: EU prüft Entsendung von Militärs nach Kiew und weitet Ausbildungsmission aus / Foto: Justin TALLIS - AFP

Die Europäische Union will ihre Ausbildungsmission für ukrainische Soldaten nach Angaben des Außenbeauftragten Josep Borrell ausweiten und prüft erstmals die Entsendung von Militärberatern nach Kiew. Borrell sagte am Freitag nach einem Verteidigungsministertreffen in Brüssel, bis zum Jahresende wollten die EU-Länder insgesamt 75.000 ukrainische Soldaten schulen, 15.000 mehr als bisher geplant. Zudem kündigte er eine "Koordinierungszelle" in Kiew mit europäischen Militärs an.

Textgröße ändern:

Letzteres hatte Borrell den Mitgliedsländern als Kompromiss vorgeschlagen. Denn die Forderung der Ukraine, ihre Soldaten direkt auf ukrainischem Gebiet auszubilden und nicht in den EU-Ländern, stößt unter anderem in Berlin auf Widerstand. Deutschland und andere EU-Staaten fürchten in diesem Fall Konflikte mit Moskau und zu hohe Risiken für europäische Soldaten. Auch die Entsendung europäischer Militärberater nach Kiew ist deshalb laut einer anderen EU-Quelle längst nicht spruchreif.

Borrell spielte seinen Plan für eine Koordinierungsstelle in Kiew herunter: Sie sei "nicht sehr groß", es handele sich womöglich um drei bis sechs europäische Militärs. Er rechne deshalb nicht mit einer Kontroverse, sagte der Spanier. Allerdings fügte er mit Blick auf mögliche deutsche Bedenken hinzu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Berliner Bürokraten nach Kiew reisen, um jemandem zu sagen, wie das Militär ausgebildet werden muss."

Die EU hatte ihre Ausbildungsmission Eumam Ukraine (EU Military Assistance Mission) Ende 2022 gegründet. Bisher wurden damit rund 60.000 ukrainische Soldaten geschult, nach offiziellen Angaben ausschließlich auf EU-Territorium.

Der Parlamentarische Verteidigungs-Staatssekretär Thomas Hitschler hatte vor den Beratungen darauf verwiesen, dass Deutschland bis Jahresende 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus der Ukraine ausbilden will. Das Training erfolge "in Deutschland", betonte er. Ob diese Zahl erhöht werden könnte, ließ er offen.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

BSW streitet über Umgang mit AfD - Wagenknecht weist Höcke-Angebot zurück

Vor den Landtagswahlen im Osten verschärft sich innerhalb des BSW der Streit über den Umgang mit der AfD. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht lehnte am Donnerstag zwar das Angebot des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke ab, sich mit den Stimmen der AfD im Landtag zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Zugleich kritisierte sie die Ausgrenzung der AfD aber als "Brandmauer-Irrsinn". Scharf kritisiert wurde Wagenknecht aus dem thüringischen BSW-Landesverband, der ihr mangelnde Abgrenzung der AfD vorwarf.

Rechtspopulist Farage tritt bei Nachwahl in England gegen Spaßkandidaten an

Bei einer Nachwahl im Osten Englands ist der britische Rechtspopulist Nigel Farage am Donnerstag gegen eine Reihe von unabhängigen Bewerbern angetreten, unter ihnen der Spaßkandidat "Count Binface" (Graf Mülltonnengesicht). Farage gilt als klarer Favorit, Umfragen zufolge könnte er auf 70 Prozent der Stimmen kommen. "Count Binface", das Alter Ego des Komikers Jon Harvey, wurden bis zu 20 Prozent der Stimmen vorhergesagt.

Wagenknecht weist Höckes Angebot zurück - und fordert ihn zu TV-Duell auf

Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht will sich nicht mit den Stimmen der AfD zur Ministerpräsidentin von Thüringen wählen lassen. Ein entsprechendes Angebot des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke wies Wagenknecht am Donnerstag zurück - und forderte Höcke ihrerseits zu einem TV-Duell heraus: Ein solches Duell solle "auf neutralem Boden und mit einem unparteiischen Moderator" geführt werden und könnte "Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen BSW und AfD" herausarbeiten, sagte Wagenknecht der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.

Ukraine: 437 Zivilisten im Juli getötet - Selenskyj fordert mehr Patriot-Raketen

Im Juli sind in der Ukraine nach Angaben der UNO mindestens 437 Zivilisten getötet worden - so viele wie seit Mai 2022 nicht mehr. Wie das UN-Menschenrechtsbüro am Donnerstag weiter mitteilte, lag die Zahl der Todesopfer damit 30 Prozent über dem Vormonat und 70 Prozent über dem Wert vom Juli 2025. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte angesichts zunehmender russischer Angriffe mit ballistischen Raketen deutlich mehr US-Patriot-Abfangraketen. Während Moskau am Donnerstag erneut Ziele in der Ukraine angriff, setzte auch Kiew seine Angriffe fort.

Textgröße ändern: