Pallade Veneta - Scholz glaubt an zweite Amtszeit als Kanzler

Scholz glaubt an zweite Amtszeit als Kanzler


Scholz glaubt an zweite Amtszeit als Kanzler
Scholz glaubt an zweite Amtszeit als Kanzler / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) muss sich derzeit viel Kritik anhören - doch er glaubt unverdrossen an eine weitere Amtszeit. Er rechne "fest damit, dass die SPD und ich 2025 ein so starkes Mandat bekommen, dass wir auch die nächste Regierung anführen werden", sagte er dem "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Sein Ziel für die Bundestagswahl im kommenden Jahr sei "eine SPD-geführte Bundesregierung".

Textgröße ändern:

Auf die Frage, ob er die SPD-Kanzlerkandidatur womöglich seinem Verteidigungsminister Boris Pistorius überlassen könnte, sagte Scholz: "Auch Boris Pistorius will, wie viele andere, dass ich wieder als Kanzler antrete. Ich sehe das genauso."

In Umfragen zu möglichen Kanzlerkandidaten der SPD liegt Pistorius regelmäßig vorn. Auf solche Erhebungen angesprochen sagte Scholz, er habe sich schon vor langer Zeit vorgenommen, "Umfragen nie zu kommentieren". Er nehme sie zur Kenntnis - Politik an Umfragen zu orientieren, sei aber nie ein guter Einfall.

"Ich habe in meinem politischen Leben schon einige Wahlen gewonnen, obwohl Umfragen das nicht nahelegten", unterstrich Scholz. "Daraus schöpfe ich Zuversicht."

Zum Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr sagte der Kanzler, vor der Wahl werde es "viele unplausible Vorschläge geben, was alles einfach ginge, wenn man nur wollte". Eine ehrliche und wahrhaftige Betrachtung der Wirklichkeit könne da schnell unter die Räder geraten. "Es wird also um Charakter und Ehrlichkeit gehen. Der SPD und mir ist wichtig, pragmatische und realistische Vorstellungen zu formulieren, wie Deutschland wirklich vorankommt."

Scholz äußerte sich auch zu den Ergebnissen der Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen am 1. September. Dort hatten die als rechtsextremistisch eingestuften AfD-Landesverbände sehr gut abgeschnitten, während die SPD und auch die Ampel-Partner Grüne und FDP schlechte Ergebnisse verbuchen mussten.

Mit Blick auf die AfD-Stimmanteile nannte Scholz die Wahlen "sehr bedrückend und alarmierend für unser ganzes Land". Er habe der SPD in Sachsen und Thüringen "wegen ihrer guten Arbeit bessere Ergebnisse gewünscht", sagte Scholz. Allerdings seien "nicht wenige so genannte Experten" überzeugt gewesen, dass die SPD aus beiden Landtagen fliegen würde, was aber nicht eingetreten sei, hob Scholz hervor.

Erneut zeigte sich der Kanzler unglücklich mit der Außenwirkung der Ampel-Koalition. "Die Regierung muss sich vorhalten lassen, dass viele Entscheidungen von heftigem öffentlichem Streit begleitet wurden", sagte er. "Vor lauter Pulverdampf konnte man manchmal nicht mehr sehen, was da eigentlich alles beschlossen wurde." Dabei seien viele Beschlüsse der Koalition "richtungsweisend" gewesen.

Scholz zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass die 'Ampel' bis Ende 2025 fortbesteht. "Ich rechne fest damit, dass die Regierung in dieser Konstellation die ganze Legislaturperiode zusammenbleibt", sagte er.

Zur Landtagswahl in Brandenburg am 22. September sagte Scholz, Dietmar Woidke (SPD) sei "ein erstklassiger Ministerpräsident und wird das auch nach der Wahl bleiben". Das Wirtschaftswachstum in Brandenburg sei "enorm" und habe viel mit Woidke und dessen Politik zu tun.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Ermittlungsverfahren gegen toten CSD-Attentäter formal eingestellt

Mehr als zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Berliner CSD hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen den toten mutmaßlichen Attentäter Abdul B. formal eingestellt. Weiter ermittelt wird, ob es womöglich Mitwisser geben könnte, wie eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe am Mittwoch sagte. Bei dem vermutlich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) war am 25. Juli eine Frau getötet worden.

Kabinett beschließt umstrittene Reform der Geheimdienst-Befugnisse

Nicht mehr nur beobachten, sondern notfalls gegen Angreifer zurückschlagen: Vor dem Hintergrund der verschärften Bedrohungslage hat das Bundeskabinett eine umfassende Reform der deutschen Nachrichtendienste beschlossen. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einer "neuen Zeitrechnung" für Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz, die nun wie Geheimdienste anderer Länder erstmals "operative Befugnisse" erhielten. Teile der Opposition warnten vor einer "Geheimpolizei" und zweifelten an der Verfassungsmäßigkeit der Pläne.

Kabinett beschließt: Bafög wird erhöht - aber später als geplant

Das Bafög für Schüler und Studierende wird erhöht - allerdings später als ursprünglich geplant. Eine entsprechende Bafög-Reform beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch. So soll die Pauschale für Wohnkosten zwar von 380 auf 440 Euro pro Monat steigen - aber erst zum Sommersemester 2027, nicht zum Wintersemester 2026/2027. Dies sei zu spät und zu wenig angesichts aktueller WG-Zimmerpreise, kritisierten Opposition und Verbände.

Staatsmedien: Früherer chinesischer Premier Zhu im Alter von 97 Jahren gestorben

Der für seine wegweisenden Marktreformen bekannt gewordene frühere chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji ist tot. Zhu sei am Mittwochvormittag in Peking im Alter von 97 Jahren infolge einer Krankheit gestorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf einen Nachruf der höchsten politischen Gremien des Landes. Zhu sei gestorben, nachdem "die medizinischen Bemühungen, ihn zu retten, erfolglos geblieben waren", hieß es.

Textgröße ändern: