Pallade Veneta - Beide Herausforderer fechten Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Algerien an

Beide Herausforderer fechten Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Algerien an


Beide Herausforderer fechten Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Algerien an
Beide Herausforderer fechten Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Algerien an / Foto: - - AFP

Nach der offiziell verkündeten Wiederwahl von Amtsinhaber Abdelmadjid Tebboune bei der Präsidentschaftswahl in Algerien fechten dessen zwei Herausforderer das Wahlergebnis an und werfen der Wahlbehörde Betrug vor. Der Vorsitzende der gemäßigt islamistischen Partei "Bewegung für eine Gesellschaft des Friedens" (MSP), Abdelaali Hassani, reichte am Dienstag eine Beschwerde beim Verfassungsgericht ein, in der er das vorläufige Ergebnis der Wahl anficht.

Textgröße ändern:

Am Montag hatte Hassani das von der Wahlbehörde Anie veröffentlichte Ergebnis der Wahl am Samstag als "Betrug" bezeichnet und erklärt, er habe "die Schlacht verloren, aber nicht den Krieg". Was die Wahlbehörde getan habe, sei ein "Verbrechen, das dem Ansehen des Landes geschadet hat", sagte Hassani laut örtlichen Medien. Er habe Beweise, um seine Beschwerde zu untermauern. Das Verfassungsgericht hat drei Tage Zeit, um die Anfechtung zu prüfen.

Auch Tebbounes zweiter Herausforderer, der ehemalige Journalist und Senator Youssef Aouchiche von der Oppositionspartei Front der sozialistischen Kräfte (FFS), kündigte an, vor dem Verfassungsgericht Einspruch gegen das Wahlergebnis zu erheben. Algerien sei in einer "sehr unangenehmen, ja gefährlichen Situation", sagte er vor Journalisten. Die Wahlbehörde trage "die volle Verantwortung für die gefährlichen Abweichungen, die die Wahl untergraben", kritisierte er.

Tebboune hatte der Wahlkommission zufolge knapp 95 Prozent der Stimmen erhalten. Hassani erhielt den offiziellen Zahlen zufolge 3,17 Prozent der Stimmen, Aouchiche 2,15 Prozent. Die Wahlbeteiligung bezifferte die Behörde mit "vorläufig" 48 Prozent. Dies wäre ein etwas höherer Wert als bei der Wahl 2019, als Tebboune mit 58 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt worden war. Hassani und Aouchiche werfen der Wahlbehörde vor, die Zahlen zur Wahlbeteiligung geschönt zu haben.

Aouchiche forderte eine erneute Auszählung in zahlreichen Wahllokalen und Präfekturen, wo die Wahlbeteiligung "aufgebläht" worden sei. "Unter keinen Umständen können wir die Wahlergebnisse akzeptieren, die nicht den Willen des Volkes widerspiegeln", fügte er hinzu.

Der Analyst Hasni Abidi erklärte, Tebbounes Wahlsieg sei "keine Überraschung", aber es sei dem Amtsinhaber nicht gelungen, die Wähler zu mobilisieren. Er habe seit der Wahl im Jahr 2019 nur 319.000 Stimmen hinzugewonnen "und nur etwas mehr als fünf Millionen von 24 Millionen registrierten Wählern erreicht, also weniger als ein Viertel", betonte der Leiter des in Genf ansässigen Forschungszentrums Cermam.

Zur Präsidentschaftswahl in dem nordafrikanischen Land waren am Samstag mehr als 40 Millionen Bürger aufgerufen, ein Drittel von ihnen jünger als 40 Jahre. Ein Wahlsieg Tebbounes galt als so gut wie sicher. Die Behörden ergriffen Maßnahmen, um die Beteiligung zu steigern. So wurde die Öffnung der Wahllokale um eine Stunde verlängert. Zudem waren am Wahltag die öffentlichen Verkehrsmittel in Algerien gratis.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangert in Algerien "eine Null-Toleranz-Politik gegenüber abweichenden Meinungen" in einem "Klima der Angst und Zensur" an.

C.Conti--PV

Empfohlen

CDU-Innenpolitiker Oster verteidigt Geheimdienstreform gegen Kritik

Vor der Verabschiedung der geplanten Geheimdienstreform im Kabinett hat der CDU-Innenpolitiker Josef Oster das Vorhaben verteidigt. Es gehe nicht, wie von Kritikern behauptet, um die Schaffung einer Geheimpolizei, betonte Oster am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". "Es geht darum, einen Nachrichtendienst auf rechtsstaatlicher Basis zu haben, der unsere Demokratie und unsere freiheitliche Grundordnung schützt."

Bundeswehr meldet mehrere hundert Zwischenfälle mit Drohnen in vergangenen Jahren

Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren mehrere hundert sicherheitsrelevante Zwischenfälle mit Drohnen verzeichnet. "Seit Beginn der völkerrechtswidrigen russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 hat das Meldeaufkommen auch zu Drohnensichtungen mit Bezug zur Bundeswehr deutlich zugenommen und sich verstetigt", sagte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben).

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Rakete Richtung Japan ab

Wenige Tage von einem gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas hat Nordkorea nach Angaben aus Seoul eine ballistische Rakete abgefeuert. Die nordkoreanische Rakete sei in Richtung Japan geschossen worden und habe über dem Meer eine Strecke von mehr als 700 Kilometern zurückgelegt, erklärte der Generalstab der südkoreanischen Armee am Mittwoch. Die japanische Regierung kritisierte den Vorfall als "Bedrohung für Frieden und Sicherheit".

Trump bestätigt heimlichen Flugzeugwechsel bei Abflug von Nato-Gipfel in Ankara

US-Präsident Donald Trump hat Berichte bestätigt, dass er kurz vor dem Abflug vom Nato-Gipfel in Ankara auf dem Flughafen der türkischen Hauptstadt heimlich die Maschine wechselte. "Sie wollten, dass ich einen anderen Flug nehme, ein anderes Flugzeug", sagte Trump am Dienstag offensichtlich mit Blick auf seine Personenschützer. "Sie wollten es so, also habe ich es gemacht. Ich tue, was sie sagen."

Textgröße ändern: