Pallade Veneta - NRW-Landesregierung beschließt umfangreiche Maßnahmen für innere Sicherheit

NRW-Landesregierung beschließt umfangreiche Maßnahmen für innere Sicherheit


NRW-Landesregierung beschließt umfangreiche Maßnahmen für innere Sicherheit
NRW-Landesregierung beschließt umfangreiche Maßnahmen für innere Sicherheit / Foto: Michael Kappeler - POOL/AFP/Archiv

Fast drei Wochen nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Messeranschlag von Solingen hat die nordrhein-westfälische Landesregierung umfassende Maßnahmen für die innere Sicherheit beschlossen. Es sei das umfangreichste Sicherheits- und Migrationspaket "in der Geschichte unseres Landes", sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. Das am Dienstag vom Landeskabinett beschlossene Reformpaket enthält unter anderem neue Befugnisse für Sicherheitsbehörden, eine Stärkung des Verfassungsschutzes und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).

Textgröße ändern:

"Wir haben verstanden, wir sind fest entschlossen, wir werden unserer Verantwortung gerecht", sagte Wüst bei der Vorstellung des Maßnahmenpakets. "Wir lassen den Worten Taten folgen." Konkret zielt das Reformpaket auf die Bereiche Sicherheit, Migration und Prävention. Wüst kündigte zudem an, das Maßnahmenpaket sei "die erste", aber "nicht die letzte Antwort".

Um Islamisten im Internet entgegenzuwirken, sollen nach dem beschlossenen Reformpaket die Befugnisse der Sicherheitsbehörden ausgeweitet werden. Islamistische Influencer sollen demnach stärker in den Blick genommen werden. Deshalb werde der Verfassungsschutz mehr Befugnisse erhalten, insbesondere bei der Überwachung möglicher Gefährder. Dabei soll der Verfassungsschutz künftig auch Daten von Minderjährigen ab 14 Jahren verarbeiten können. Zudem soll der Datenaustausch zwischen Behörden erleichtert werden.

Im Zusammenhang mit den Überwachungsmaßnahmen setzt die Landesregierung auch auf den Einsatz von KI. Diese soll genutzt werden, "um genau zu sehen, was sich im digitalen Raum im Bereich islamistischer Radikalisierung tut", betonte Wüst. Unter anderem werden digitalen Ermittlungen entsprechende KI-Anwendungen zur Seite gestellt. Zudem will das Land eine KI entwickeln, "die in der Lage ist, seltene Sprachen und Dialekte zu verstehen", sagte Wüst.

Wüst kündigte zudem Maßnahmen im Bereich der Asylpolitik an. Unter anderem sollen drei zusätzliche Asylkammern bei den Verwaltungsgerichten eingerichtet werden und die zentralen Ausländerbehörden gestärkt werden. Die Behörden sollen demnach eine bessere Ausstattung und zusätzliches Personal erhalten. Da die Landesregierung wegen der Maßnahmen mit einem steigenden Bedarf an Abschiebehaftplätze rechnet, sei auch eine weitere Abschiebehaftanstalt geplant.

Zudem will die Landesregierung die Präventionsarbeit stärken. Demnach soll die Aufklärung über Islamismus im öffentlichen Raum verstärkt werden. Dies umfasst Wüst zufolge unter anderem den Ausbau von Präventionsarbeit in Flüchtlingsunterkünften, in Schulen und im Internet. "Am nachhaltigsten bekämpft man Islamismus, wenn man verhindert, dass er neue Anhänger gewinnt", sagte Wüst. "Wir müssen bereit sein, den Kampf um die Herzen und Köpfe unserer Kinder mit aller Kraft zu führen."

A.Rispoli--PV

Empfohlen

"Russlands Google": Beeinträchtigungen durch Drohnenangriff auf Yandex-Rechenzentrum

Ein Rechenzentrum des als "Russlands Google" bekannten Technologieunternehmens Yandex ist durch einen Drohnenangriff lahmgelegt worden. Die Infrastruktur des Datenzentrums in Wladimir östlich von Moskau sei beschädigt worden, teilte das Unternehmen am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit. Nun werde geprüft, wie die vollständig ausgesetzten Aktivitäten des Rechenzentrums wieder aufgenommen werden könnten. Verletzt wurde bei dem Angriff nach Unternehmensangaben niemand.

Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor

Das Wahlkampfteam von Brasiliens Staatschef Luiz Inàcio Lula da Silva hat dem US-Tech-Konzern Meta Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Online-Plattformen von Meta wie etwa Instagram hätten die Verbreitung seiner Inhalte eingeschränkt, erklärte Lulas Wahlkampfteam am Samstag (Ortszeit). So sei bei einer Veröffentlichung auf Lulas offiziellem Nutzerkonto die Zählung der Abrufzahlen unterbrochen worden, was die Reichweite verringert habe.

Eskalation im Konflikt mit Huthis: Viele Tote und Verletzte bei Angriff auf Riads Airport

Mit einem tödlichen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad ist der Konflikt mit der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen weiter eskaliert. Nach dem Angriff mit mindestens zwölf Toten und 309 Verletzten kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis am Sonntag eine entschiedene Reaktion an. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Attacke vom Samstag als "nicht hinnehmbar", die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt.

SPD-Spitzenkandidat in NRW skeptisch gegenüber Parteiausschlussverfahren gegen Schröder

In der Debatte um einen Parteiausschluss von SPD-Altkanzler Gerhard Schröder wegen seiner Nähe zu Kreml-Chef Wladimir Putin hat der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, Skepsis geäußert. "Die Hürden für einen Parteiausschluss sind hoch. Ich bin deshalb zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch, ob ein Ausschlussverfahren gegen Gerhard Schröder Aussicht auf Erfolg hätte", sagte Ott dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Textgröße ändern: