Pallade Veneta - Rechtsextreme Anschlagsserie in Berlin-Neukölln: Berufungsprozess begonnen

Rechtsextreme Anschlagsserie in Berlin-Neukölln: Berufungsprozess begonnen


Rechtsextreme Anschlagsserie in Berlin-Neukölln: Berufungsprozess begonnen
Rechtsextreme Anschlagsserie in Berlin-Neukölln: Berufungsprozess begonnen / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Fünf Jahre nach dem Ende einer rechtsextremen Anschlagsserie im Bezirk Neukölln hat vor dem Berliner Landgericht der Berufungsprozess gegen die beiden Tatverdächtigen begonnen. Wie schon vor dem Amtsgericht, wo die ersten Prozesse gegen die beiden stattfanden, kündigten Sebastian T. und Tilo P. zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag an, sich nicht zu den Vorwürfen äußern zu wollen.

Textgröße ändern:

Die Anschlagsserie, mit der sich auch ein Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses befasst, soll überwiegend zwischen Juni 2016 und März 2019 stattgefunden haben. Das Landeskriminalamt rechnet ihr rund 70 Straftaten zu, darunter mindestens 14 Brandstiftungen und 35 Sachbeschädigungen.

Die Generalstaatsanwaltschaft warf T. und P. unter anderem vor, das Auto des Linken-Politikers Ferat Kocak und eines Neuköllner Buchhändlers angezündet zu haben, um damit Menschen, dich sich gegen Rechtsextremismus engagieren, einzuschüchtern.

Das Amtsgericht sah dies in den Prozessen gegen P. und T., die im Dezember 2022 beziehungsweise im Februar 2023 zu Ende gingen, nicht hinreichend belegt. Es sah zwar als erwiesen an, dass diese ihre Opfer ausgespäht hatten. Dies reiche aber nicht für eine Verurteilung wegen Brandstiftung, hieß es damals.

P. und T. wurden lediglich für das Anbringen von rechtsextremen Schmierereien und Aufklebern wegen Sachbeschädigung verurteilt. P. musste eine Strafe von 4500 Euro bezahlen. T. wurde zusätzlich wegen Betrugs schuldig gesprochen, weil er gegenüber dem Jobcenter falsche Angaben gemacht und sich Coronahilfen erschlichen hatte. Er musste für eineinhalb Jahre ins Gefängnis.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen 2020 an sich gezogen, weil der Verdacht bestand, dass ein Staatsanwaltschaft mit der AfD sympathisierte. Nach den Urteilen des Landgerichts legte sie Berufung ein. Die Verteidigung der Angeklagten tat es der Generalstaatsanwaltschaft gleich, um "Waffengleichheit" herzustellen, wie Anwalt Mirko Röder am Donnerstag sagte.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

"Russlands Google": Beeinträchtigungen durch Drohnenangriff auf Yandex-Rechenzentrum

Ein Rechenzentrum des als "Russlands Google" bekannten Technologieunternehmens Yandex ist durch einen Drohnenangriff lahmgelegt worden. Die Infrastruktur des Datenzentrums in Wladimir östlich von Moskau sei beschädigt worden, teilte das Unternehmen am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit. Nun werde geprüft, wie die vollständig ausgesetzten Aktivitäten des Rechenzentrums wieder aufgenommen werden könnten. Verletzt wurde bei dem Angriff nach Unternehmensangaben niemand.

Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor

Das Wahlkampfteam von Brasiliens Staatschef Luiz Inàcio Lula da Silva hat dem US-Tech-Konzern Meta Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Online-Plattformen von Meta wie etwa Instagram hätten die Verbreitung seiner Inhalte eingeschränkt, erklärte Lulas Wahlkampfteam am Samstag (Ortszeit). So sei bei einer Veröffentlichung auf Lulas offiziellem Nutzerkonto die Zählung der Abrufzahlen unterbrochen worden, was die Reichweite verringert habe.

Eskalation im Konflikt mit Huthis: Viele Tote und Verletzte bei Angriff auf Riads Airport

Mit einem tödlichen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad ist der Konflikt mit der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen weiter eskaliert. Nach dem Angriff mit mindestens zwölf Toten und 309 Verletzten kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis am Sonntag eine entschiedene Reaktion an. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Attacke vom Samstag als "nicht hinnehmbar", die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt.

SPD-Spitzenkandidat in NRW skeptisch gegenüber Parteiausschlussverfahren gegen Schröder

In der Debatte um einen Parteiausschluss von SPD-Altkanzler Gerhard Schröder wegen seiner Nähe zu Kreml-Chef Wladimir Putin hat der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, Skepsis geäußert. "Die Hürden für einen Parteiausschluss sind hoch. Ich bin deshalb zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch, ob ein Ausschlussverfahren gegen Gerhard Schröder Aussicht auf Erfolg hätte", sagte Ott dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Textgröße ändern: