Pallade Veneta - "Wir sind zuhause": Selenskyj verkündet Heimkehr von 49 Kriegsgefangenen aus Russland

"Wir sind zuhause": Selenskyj verkündet Heimkehr von 49 Kriegsgefangenen aus Russland


"Wir sind zuhause": Selenskyj verkündet Heimkehr von 49 Kriegsgefangenen aus Russland
"Wir sind zuhause": Selenskyj verkündet Heimkehr von 49 Kriegsgefangenen aus Russland / Foto: Anatolii STEPANOV - AFP

Kiew und Moskau haben am Freitag ein weiteres Mal Kriegsgefangene ausgetauscht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete im Onlinedienst Telegram die Heimkehr von 49 Kriegsgefangenen aus Russland, darunter ehemalige Kämpfer aus dem wochenlang belagerten Stahlwerk Asowstal in Mariupol. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP, die den Gefangenenaustausch an der ukrainisch-belarussischen Grenze mitverfolgen konnten, sahen russische Militärangehörige, die in einem Bus in Richtung Belarus gebracht wurden, einen Verbündeten Russlands.

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Weder Selenskyj noch die russischen Behörden machten zunächst nähere Angaben zum Austausch und zur Zahl der freigelassenen russischen Soldaten.

"49 Ukrainer sind nach Hause zurückgekehrt", erklärte der ukrainische Staatschef und veröffentlichte dazu Fotos von in blau-gelben ukrainischen Nationalflaggen eingehüllten Soldaten und Soldatinnen. Laut Selenskyj handelt es sich um Mitglieder von Armee, Nationalgarde, nationaler Polizei, dem Grenzschutz sowie um Zivilisten.

Mit Tränen in den Augen stiegen die freigelassenen Ukrainer, die meisten von ihnen Frauen, aus dem Bus, aus ihren Gesichtern sprach Erleichterung und Erschöpfung. "Wir sind zuhause, wir sind zuhause", wiederholten einige von ihnen.

Die 28-jährige Tamara Mirochnikowa, Fahrerin der Nationalgarde, und die 29-jährige Tetjana Bugai, Medizinerin des Asow-Regiments, stellten ungläubig fest: "Es ist vorbei." Sie berichteten von einem fünfstündigen Transport durch die russische Armee, ohne dass sie von ihrer bevorstehenden Freilassung wussten - nach etwa zweieinhalb Jahren Kriegsgefangenschaft.

Alle Freigelassenen stellten sich in einer Reihe auf, schwenkten ukrainische Fahnen und stimmten die Nationalhymne an. Einige telefonierten erstmals wieder mit ihren Angehörigen.

"Wir sind sehr glücklich, dass alle aus der Gefangenschaft zurück sind", sagte Olena Tolkatschowa, Mitglied des Asow-Regiments, der Nachrichtenagentur AFP. Die Einheit der ukrainischen Nationalgarde hatte in den ersten Wochen nach der russischen Invasion während der Belagerung der Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine gegen die russische Armee gekämpft. Die ukrainischen Kriegsgefangenen hätten in russischer Haft "die schlimmsten Bedingungen" erlebt, sagte sie, ohne nähere Angaben zu machen.

Die Freigelassenen wurden zu einer Kontrolluntersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Vor deren Rückkehr konnten die AFP-Journalisten in einen Bus steigen, in dem sich mehrere russische Kriegsgefangene befanden. Sie waren bei dem ukrainischen Vorstoß in die russische Grenzregion Kursk von ukrainischen Soldaten gefasst worden. Die russischen Truppen waren von dem am 6. August gestarteten ukrainischen Vorstoß überrascht worden, wie einige der Soldaten in dem Bus bestätigten, ohne nähere Angaben zu machen. Die meisten antworteten nicht auf Fragen.

Seit Beginn des Krieges im Februar 2022 haben beide Länder bereits hunderte Gefangene ausgetauscht. Auch die sterblichen Überreste getöteter Soldaten werden regelmäßig an das jeweils andere Land übergeben. Ende August hatten die Ukraine und Russland unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate jeweils 115 Gefangene ausgetauscht.

Das Asowstal-Werk in Mariupol war im Frühjahr 2022 von der russischen Armee belagert worden. Rund 2000 ukrainische Kämpfer verschanzten sich fast einen Monat lang auf dem weitläufigen Werksgelände, bevor die Regierung in Kiew sie im Mai 2022 aufforderte, sich den Russen zu ergeben, um ihr Leben zu retten.

Die Ukraine steht seit Wochen militärisch stark unter Druck. In der ostukrainischen Region Donezk rückt die russische Armee auf die logistisch bedeutende Stadt Pokrowsk vor. Am Donnerstag teilten beide Seiten mit, dass die russische Armee in der russischen Grenzregion Kursk eine Gegenoffensive gegen die ukrainische Armee gestartet habe, die dort am 6. August einmarschiert war und nach eigenen Angaben rund hundert russische Dörfer und fast 1300 Quadratkilometer russisches Territorium eingenommen hatte.

T.Galgano--PV

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