Pallade Veneta - US-Präsident Biden will Kiew gute Position im Konflikt mit Russland verschaffen

US-Präsident Biden will Kiew gute Position im Konflikt mit Russland verschaffen


US-Präsident Biden will Kiew gute Position im Konflikt mit Russland verschaffen
US-Präsident Biden will Kiew gute Position im Konflikt mit Russland verschaffen / Foto: Stefan Rousseau - POOL/AFP

US-Präsident Joe Biden will nach den Worten eines wichtigen Beraters seine verbleibende Amtszeit dafür nutzen, der Ukraine eine möglichst gute Position im Konflikt mit Russland zu verschaffen. Biden wolle die Ukraine in den kommenden vier Monaten "in die bestmögliche Lage bringen, um sich durchzusetzen", sagte der nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, am Samstag in Kiew. Inmitten der Kämpfe tauschten Russland und die Ukraine rund zweihundert Gefangene aus.

Textgröße ändern:

Letzten Endes müsse der Krieg zwischen Russland und der Ukraine durch Verhandlungen beendet werden, "und es ist wichtig, dass sie bei diesen Verhandlungen stark sind", sagte Sullivan bei der Strategiekonferenz Yalta European Strategy (YES). Es liege dabei an der ukrainischen Regierung zu entscheiden, wann der Zeitpunkt für Gespräche zwischen Kiew und Moskau gekommen sei.

Am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung Ende September in New York ist laut Sullivan ein Treffen zwischen Biden und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geplant.

Biden und der britische Premierminister Keir Starmer hatten bei einem Treffen am Freitag im Weißen Haus eine Entscheidung darüber vertagt, ob Kiew der Einsatz weitreichender westlicher Waffen gegen Ziele in Russland freigestellt werden soll. Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin gewarnt, eine solche Erlaubnis würde bedeuten, dass sich die Nato "im Krieg" mit Russland befinde.

Der britische Außenminister David Lammy spielte die Drohungen Putins als "Getöse" herunter. "Das ist seine Vorgehensweise. Er droht mit Panzern, er droht mit Raketen, er droht mit Atomwaffen", sagte Lammy dem britischen Sender BBC. Die westlichen Staaten dürften sich dennoch nicht von ihrem Weg "abbringen lassen", mahnte er.

Die Führung in Kiew dringt darauf, weiter reichende westliche Waffen gegen Ziele in Russland einsetzen zu dürfen. Der neue ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, es sei wichtig, "alle Beschränkungen für den Einsatz amerikanischer und britischer Waffen gegen legitime militärische Ziele in Russland aufzuheben".

Der ukrainische Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zeigte sich bei der Strategiekonferenz in Kiew besorgt über die Unterstützung Nordkoreas für Moskau in dem Krieg. Pjöngjang liefere Moskau riesige Mengen Munition im Kampf gegen die Ukraine. Dies habe direkte Auswirkungen auf dem Schlachtfeld.

Bei russischen Angriffen auf die strategisch wichtige Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine wurde am Sonntag ein Mensch getötet, wie die Behörden mitteilten. Zuvor sei durch "feindliche Artillerie" ein Gebäude in der Nähe einer Tankstelle getroffen worden, teilte die Stadtverwaltung von Pokrowsk im Onlinedienst Telegram mit.

Militärbeobachtern zufolge ist die russische Armee weniger als zehn Kilometer von Pokrowsk entfernt. Das russische Verteidigungsministerium hatte am Samstag die Eroberung eines weiteren Dorfes nahe Pokrowsk gemeldet.

Seit August sind mehr als 20.000 Menschen aus der Stadt geflohen. Nach russischen Angriffen in den vergangenen zwei Wochen sind inzwischen viele der verbliebenen Bewohner ohne fließend Wasser und Strom.

Präsident Selenskyj hatte am Freitag von einer "sehr schwierigen Lage" an der ostukrainischen Front gesprochen. US-Sicherheitsberater Sullivan sagte am Samstag, die Lage in der Region um Pokrowsk sei "besonders besorgniserregend".

Inmitten der Kämpfe tauschten Russland und die Ukraine rund zweihundert Gefangene aus. Moskau zufolge kamen 103 russische Soldaten frei, welche die Ukraine bei ihrem überraschenden Vorstoß in die russische Region Kursk festgenommen hatte. Bei den 103 freigelassenen ukrainischen Soldaten handelte es sich Selenskyj zufolge unter anderem um "Verteidiger" von Kiew, Donezk, Mariupol und Saporischschja.

Die Ukraine hatte Anfang August überraschend einen Vorstoß in die russische Grenzregion Kursk gestartet und dabei nach Regierungsangaben mehrere hundert Quadratkilometer Fläche erobert. Ziel war es offenbar, russische Truppen zu binden und so Russlands Vormarsch in der Ostukraine zu verlangsamen. Inzwischen konnte die russische Armee nach Angaben Moskaus Gebiete in der Region Kursk zurückerobern.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor

Das Wahlkampfteam von Brasiliens Staatschef Luiz Inàcio Lula da Silva hat dem US-Tech-Konzern Meta Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Online-Plattformen von Meta wie etwa Instagram hätten die Verbreitung seiner Inhalte eingeschränkt, erklärte Lulas Wahlkampfteam am Samstag (Ortszeit). So sei bei einer Veröffentlichung auf Lulas offiziellem Nutzerkonto die Zählung der Abrufzahlen unterbrochen worden, was die Reichweite verringert habe.

Eskalation im Konflikt mit Huthis: Viele Tote und Verletzte bei Angriff auf Riads Airport

Mit einem tödlichen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad ist der Konflikt mit der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen weiter eskaliert. Nach dem Angriff mit mindestens zwölf Toten und 309 Verletzten kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis am Sonntag eine entschiedene Reaktion an. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Attacke vom Samstag als "nicht hinnehmbar", die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt.

SPD-Spitzenkandidat in NRW skeptisch gegenüber Parteiausschlussverfahren gegen Schröder

In der Debatte um einen Parteiausschluss von SPD-Altkanzler Gerhard Schröder wegen seiner Nähe zu Kreml-Chef Wladimir Putin hat der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, Skepsis geäußert. "Die Hürden für einen Parteiausschluss sind hoch. Ich bin deshalb zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch, ob ein Ausschlussverfahren gegen Gerhard Schröder Aussicht auf Erfolg hätte", sagte Ott dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Trump: Beilegung des Ukraine-Kriegs scheitert an Selenskyj, nicht an Putin

US-Präsident Donald Trump hat dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, dass eine Vereinbarung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs an ihm und nicht an Kreml-Chef Wladimir Putin scheitere. "Russland würde gerne einen Deal machen", sagte Trump am Samstag (Ortszeit) auf dem Regierungsflughafen Joint Base Andrews vor Reportern. "Aber aus welchen Gründen auch immer will Selenskyj keinen Deal machen."

Textgröße ändern: