Pallade Veneta - CDU-Chef Merz "aus heutiger Sicht" gegen Koalition mit Grünen

CDU-Chef Merz "aus heutiger Sicht" gegen Koalition mit Grünen


CDU-Chef Merz "aus heutiger Sicht" gegen Koalition mit Grünen
CDU-Chef Merz "aus heutiger Sicht" gegen Koalition mit Grünen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

CDU-Chef Friedrich Merz hat Koalitionen mit den Grünen vorerst eine Absage erteilt. "Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Es geht nicht", sagte der designierte Kanzlerkandidat am Dienstagabend in der ARD. "Wenn es sich in den nächsten zwölf Monaten anders entwickelt, können wir schauen", sagte Merz. Dies liege aber an den Grünen. Diese wiesen Merz' Äußerungen verärgert zurück und warnten ihn davor, Koalitionsoptionen vorschnell auszuschlagen.

Textgröße ändern:

Merz verwies in dem Interview auf große Unterschiede zwischen beiden Parteien in der Wirtschaftspolitik. Auch bekräftigte er Unions-Vorwürfe an die Grünen wegen einer "Regulationswut" und "Technikfeindlichkeit". Es gebe im demokratischen Spektrum keine Partei, "die im Augenblick bei unseren Wählerinnen und Wählern und bei unseren Mitgliedern eine solche Aversion auslöst wie die Partei der Grünen", fügte er hinzu.

Noch kategorischer als Merz hatte bereits der Vorsitzende der Schwesterpartei CSU, Markus Söder, ein Bündnis der Union mit den Grünen nach der Bundestagswahl 2025 ausgeschlossen. Ein solches Bündnis werde es mit ihm nicht geben, hatte Söder in den vergangenen Wochen wiederholt gesagt.

Als vorrangiges Ziel bezeichnete Merz, die CDU/CSU bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr so stark zu machen, "dass ohne und gegen uns nicht regiert werden kann". Auch wäre es vorteilhaft, "zwei potenzielle Koalitionspartner zur Auswahl" zu haben, fügte Merz hinzu.

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann äußerte Unverständnis für Merz' Absage an Schwarz-grün. Die demokratischen Parteien müssten grundsätzlich "miteinander koalitionsfähig sein", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag. "Auch Friedrich Merz ist klug genug, das zu wissen."

Merz könne "nichts ausschließen, weil er sich sonst Handlungschancen verbaut", sagte Haßelmann weiter. "Wo wir in einem Jahr stehen, ist angesichts der Schnelllebigkeit unserer Zeit längst nicht ausgemacht." Die Fraktionschefin warnte zudem vor den Folgen der verbalen Aufrüstung der Union gegen die Grünen. "Was Merz tut, ist nicht ohne Risiko", sagte Haßelmann. "Er heizt die Stimmung gegen uns an. Das hinterlässt Spuren."

Durch den Verzicht von CSU-Chef Söder am Dienstag steht Merz de facto als Kanzlerkandidat der Union für das kommende Jahr fest.

C.Conti--PV

Empfohlen

Ex-Mossad-Chef: Israelische Agenten waren mehrmals in iranischer Atomanlage Fordo

Israelische Spione haben dem früheren Mossad-Chef Yossi Cohen zufolge bereits mehrfach die iranische Atomanlage in Fordo aufgesucht. "Wir haben Fordo viele Male in Augenschein genommen, um den Komplex besser zu durchblicken", sagte Cohen israelischen Medien zufolge am Dienstag. Genauere Angaben zu den Begutachtungen machte er nicht. Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021.

Dobrindt verteidigt Geheimdienstreform - Kritik an massiver Ausweitung der Befugnisse

Vor der geplanten Kabinettsentscheidung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die umfassende Reform der deutschen Nachrichtendienste verteidigt. "Die hybride Bedrohungslage, die Versuche der Destabilisierung durch Sabotage, Spionage, Cyberangriffe und verdeckte Aktionen fremder Mächte bekommen eine neue Antwort", sagte Dobrindt am Dienstag der "Bild"-Zeitung. Die Reform mache "aus unseren Nachrichtendiensten echte Geheimdienste".

Orban-Kritiker Baka ist neuer ungarischer Staatspräsident

Das Parlament in Ungarn hat den ehemaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Andras Baka, zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Der Kritiker des im April abgewählten langjährigen Regierungschefs Viktor Orban erhielt bei der Abstimmung in Budapest am Dienstag 140 Ja- und sechs Nein-Stimmen. Orbans Fidesz-Partei und deren Verbündete KDNP boykottierten die Wahl.

Weiter Forderungen nach Schließung von Russischem Haus in Berlin

Aus CDU, Grünen und FDP kommen weiter Forderungen nach einer Schließung des Russischen Hauses in Berlin. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte am Dienstag dem TV-Sender Welt, er gehe davon aus, dass die Einrichtung als Spionagezentrale genutzt werde. Es lebten dort mehr als hundert Menschen, "wo keiner weiß, wer das ist" und der Energieverbrauch sei unangemessen hoch, nannte er zwei Indizien.

Textgröße ändern: