Pallade Veneta - Wahlforscher: Merz als Kanzlerkandidat kein Zugpferd für die Union

Wahlforscher: Merz als Kanzlerkandidat kein Zugpferd für die Union


Wahlforscher: Merz als Kanzlerkandidat kein Zugpferd für die Union
Wahlforscher: Merz als Kanzlerkandidat kein Zugpferd für die Union / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Friedrich Merz (CDU) als designierter Kanzlerkandidat ist nach Ansicht eines Wahlforschers kein "Zugpferd" für den anstehenden Bundestagswahlkampf der Union. "Der Unions-Kanzlerkandidat hat in der Gesamtheit der Wählerschaft ein leicht negatives Image, bei den Unionsanhängern ein mäßig positives Ansehen. Damit fällt er als Zugpferd für den Wahlkampf der Union aus", sagte Matthias Jung, Vorstand der Forschungsgruppe Wahlen, dem "Tagesspiegel"(Donnerstagsausgabe).

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Einer Umfrage zufolge halten nur knapp ein Fünftel der Wahlberechtigten CDU-Chef Merz als besonders gut geeignet für das Amt des Regierungschefs. Auf die Frage, welche Spitzenpolitiker am besten als Kanzler geeignet wären, nannten in einer Forsa-Umfrage lediglich 19 Prozent den CDU-Vorsitzenden Merz, wie die Sender RTL und ntv als Auftraggeber der Befragung am Dienstag mitteilten.

Auch das Abschneiden der Union bei der sogenannten Sonntagsfrage sieht Jung als schlechten Wert. "Wenn die Union derzeit auf 33 Prozent kommt, ist das angesichts des katastrophalen Ansehens der Ampel-Regierung ein schlechter Wert", sagte der Forscher dem "Tagesspiegel" weiter. "Kein Unionspolitiker, der eine strategische Mehrheitsfähigkeit anstrebt, kann mit 33 Prozent in einer Umfrage ein Jahr vor der Wahl zufrieden sein", fügte er hinzu.

Merz habe es bisher an "strategischer Stringenz" gefehlt, sagte Jung. In den vergangenen Monaten habe die von Merz geführte CDU "inhaltliche, strategische und koalitionspolitische Positionen relativ schnell gewechselt", fügte er hinzu. "Merz wollte mal mit einem pointiert konservativen Profil die AfD halbieren. Diese Strategie ist gescheitert." Traditionell habe die Union zwar eine Kompetenz in der Wirtschaftspolitik, bei Merz sehe er aber das Problem, "dass er zu sehr auf eine unternehmensnahe Wirtschaftspolitik setzt, weniger auf das soziale Element der sozialen Marktwirtschaft", so Jung.

Merz schnitt in der Forsa-Umfrage dennoch deutlich besser ab als Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): Diesen hielten in der Erhebung nur neun Prozent für einen der am besten geeigneten Politiker. Den höchsten Zustimmungswert erreichte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 30 Prozent.

O.Pileggi--PV

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