Pallade Veneta - Erster Urnengang nach Wirtschaftskrise: Sri Lanka wählt einen neuen Präsidenten

Erster Urnengang nach Wirtschaftskrise: Sri Lanka wählt einen neuen Präsidenten


Erster Urnengang nach Wirtschaftskrise: Sri Lanka wählt einen neuen Präsidenten
Erster Urnengang nach Wirtschaftskrise: Sri Lanka wählt einen neuen Präsidenten / Foto: Ishara S. KODIKARA - AFP

In Sri Lanka haben die Menschen am Samstag einen neuen Präsidenten gewählt. Mehr als 17 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme in dem von einer schweren Wirtschaftskrise betroffenen asiatischen Inselstaat abzugeben. Mit den Ergebnissen wird frühestens am Sonntag gerechnet. Es war die ersten Wahl seit den Protesten während der massiven Wirtschaftskrise, die 2022 zum Sturz von Präsident Gotabaya Rajapaksa geführt hatte.

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Die Wahl war de facto eine Abstimmung über den strikten Sparkurs, der Sri Lanka vom Internationalen Währungsfonds (IWF) im Gegenzug für Hilfen auferlegt wurde. Unter den 39 Bewerbern war auch Amtsinhaber Ranil Wickremesinghe, den das Parlament nach dem Sturz Rajapaksas zum Übergangspräsidenten gewählt hatte.

"Ich habe dieses Land aus dem Bankrott herausgeführt", sagte der 75-jährige Wickremesinghe nach der Abgabe seiner Stimme am Samstag. "Ich werde Sri Lanka nun eine entwickelte Wirtschaft, ein entwickeltes Sozialsystem und ein entwickeltes politisches System liefern", betonte er.

Die von Wickremesinghe eingeführten Steuererhöhungen und andere an das Rettungspaket von 2,9 Milliarden Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) geknüpfte Maßnahmen haben dazu geführt, dass Millionen Menschen in dem Land nicht mehr über die Runden kommen. Mehr als ein Viertel der 22 Millionen Einwohner des Inselstaats im Indischen Ozean leben laut der Weltbank unter der Armutsgrenze.

Es wird allerdings erwartet, dass Wickremesinghe das Amt nach der Wahl an einen seiner aussichtsreichsten Herausforderer abtreten muss. Die größten Chancen wurden Anura Kumara Dissanayaka von der linksgerichteten JVP und dem Oppositionsführer Sajith Premadasa eingeräumt.

Dissanayakas Partei hatte in den 1970er und 1980er Jahren zwei gescheiterte Aufstände angeführt, bei denen mehr als 80.000 Menschen um Leben kamen. Sie erhielt bei der letzten Parlamentswahl weniger als vier Prozent der stimmen. Die Wirtschaftskrise hat sich jedoch als Chance für den 55-Jährigen erwiesen, der durch sein Versprechen, die "korrupte" politische Kultur der Insel zu ändern, starken Zulauf erhielt.

In einem Wahllokal zeigte sich Dissanayaka siegessicher. "Nach dem Sieg darf es keine Zusammenstöße und keine Gewalt geben", sagte der linksgerichtete Kandidat. "Unser Land braucht eine neue politische Kultur." Sowohl Dissanayaka als auch sein 57-jähriger Rivale Sajith Premadasa haben versprochen, die Bedingungen des IWF-Rettungspakets neu auszuhandeln.

Viele Wähler seien "sehr enttäuscht von der Art und Weise, wie das Land regiert wurde" und versuchten, eine deutliche Botschaft zu senden, sagte Murtaza Jafferjee vom Think Tank Advocata der Nachrichtenagentur AFP.

"Das Land hat viel durchgemacht", sagte die Anwältin und Musikerin Soundarie David Rodrigo der AFP, nachdem sie in Colombo ihre Stimme abgegeben hatte. "Ich möchte einfach nicht, dass es bald wieder zu einem Umbruch kommt."

Landesweit sorgten mehr als 63.000 Polizisten für Sicherheit während der Wahl. Nach Polizeiangaben wurden zudem Spezialkräfte in Bereitschaft versetzt. "In einigen Gegenden mussten wir Polizei einsetzen, um die Wahllokale vor wilden Tieren zu sichern, vor allem vor wilden Elefanten", sagte ein Polizeisprecher.

G.Riotto--PV

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