Pallade Veneta - Neuer Angriff auf die Schuldenbremse: Grüne fordern Fonds für Zukunftsinvestitionen

Neuer Angriff auf die Schuldenbremse: Grüne fordern Fonds für Zukunftsinvestitionen


Neuer Angriff auf die Schuldenbremse: Grüne fordern Fonds für Zukunftsinvestitionen
Neuer Angriff auf die Schuldenbremse: Grüne fordern Fonds für Zukunftsinvestitionen / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Die Grünen setzen zu einem neuen Angriff auf die Schuldenbremse an. Bei ihrem "Zukunftskongress" am Montag will die Partei einen neuen Investitionsfonds vorschlagen, wie aus einem am Sonntag vorgelegten Thesenpapier hervorgeht. "Wir machen einen neuen Vorschlag, den Investitionsstau zu durchbrechen", heißt es darin. Das Geld in zunächst ungenannter Höhe soll demnach etwa in die Bahninfrastruktur, das neue Wasserstoffnetz und die Digitalisierung der Verwaltung fließen.

Textgröße ändern:

Das Papier zielt explizit auf die Schuldenbremse ab, die von den Grünen für viele Probleme verantwortlich gemacht wird. "Das Land wurde jahrelang auf Verschleiß gefahren", heißt es in der Vorlage. "Die Schuldenbremse hat uns neue Schulden in Form maroder Brücken und Gleise hinterlassen." Nötig seien nun Investitionen in Verwaltung, Bildung, Mobilität, Wirtschaft und Wohnen. Zunächst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland über das Papier berichtet.

Die Grünen wollten "ein Land, in dem unsere Kinder und Enkel auch morgen noch gut leben können - und ein Land, das einfach funktioniert", erklärte Fraktionschefin Katharina Dröge am Sonntag. "Das erfordert Mut, Investitionen und den Willen zur Veränderung. Und es erfordert konkrete Vorschläge, um den Zug auf die Schiene zu setzen und dafür zu sorgen, dass er Fahrt aufnimmt."

Auf dem hochkarätig besetzten "Zukunftskongress" wollen die Grünen am Montag ein Jahr vor der Bundestagswahl ihr inhaltliches Profil schärfen. Am Rande dürfte auch die personelle Neuaufstellung eine Rolle spielen, nachdem die Parteivorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour sowie der ganze Vorstand ihre Rücktritt angekündigt haben.

Als Ziel geben die Grünen in der Vorlage für den Kongress eine "international wettbewerbsfähige Wirtschaft" aus. Dafür sollen mit staatlichen Mitteln Anreize für private Investitionen in Zukunftstechnologien geschaffen werden. Genannt werden etwa Solar, Wind, Wasserstoff und Batterien. Im Energiebereich wollen die Grünen insbesondere das sogenannte Energy Sharing ausbauen, damit in der Nachbarschaft etwa mit Solarpaneelen produzierter Strom einfach und günstig direkt verbraucht werden kann.

Im Verkehrsbereich hat die Schiene besonderen Stellenwert. "Der Deutschland-Investitionsfonds finanziert Investitionen in die Infrastruktur, in den Aus- und Neubau sowie die Elektrifizierung und Digitalisierung des Schienennetzes oder in bessere Radinfrastruktur", heißt es in dem Papier. Besonders im ländlichen Raum soll der Nahverkehr demnach ausgebaut werden, etwa auch mit "Ruf- und Taktbussen, sogenannten On-Demand-Angeboten".

Für die Grünen ist dabei auch das Deutschlandticket zentral. Das staatliche geförderte Angebot sei ein "Meilenstein" für die Mobilitätswende. Die Abonnentenzahl sollen demnach von derzeit 13 auf 16 Millionen erhöht werden soll, insbesondere durch eine Preis- und Finanzierungsgarantie.

Beim Thema Digitalisierung schwebt der Partei die Entwicklung einer "Deutschland-App" vor, die Zugang zu allen Dienstleistungen von Bund, Ländern und Kommunen bringen soll. Sie soll "höchsten Standards in puncto Datenschutz und IT-Sicherheit entsprechen" und zugleich barrierefrei und mehrsprachig sein. Auch "analoge Zugänge" solle es aber weiter geben, "um niemanden zurückzulassen".

Den Wohnungsmangel wollen die Grünen mit einer "Wohnraumoffensive" bekämpfen. Sie setzen dabei vor allem auf "Umnutzung statt Abriss und Neubau". Etwa sollen leerstehende Bürogebäude leichter in Wohnungen umgewandelt werden können.

An dem "Zukunftskongress" nehmen am Montag unter anderem die Ministerinnen und Minister der Grünen, die scheidenden Parteivorsitzenden und die Chefinnen der Bundestagsfraktion teil. Als Gäste werden unter anderem IG-Metall-Chefin Christiane Brenner, die Chefin der sogenannten Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, und der Schriftsteller Navid Kermani erwartet.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Grünen-Chefin fordert SPD zu Parteiausschluss von Altkanzler Schröder auf

Nach dem Geburtstagsbesuch von Gerhard Schröder bei Kreml-Chef Wladimir Putin drängt die Grünen-Ko-Vorsitzende Franziska Brantner die SPD zu einem Parteiausschluss des Altkanzlers. 2022 sei ein Parteiausschluss noch gescheitert, sagte Brantner der Online-Ausgabe des "Tagesspiegels". Seitdem habe sich die Lage verschärft: "Russland greift mit hybriden Angriffen inzwischen sogar uns in Deutschland an. Schröder hat daraus nichts gelernt. Ein neues Verfahren gehört auf den Tisch."

Ukraine: Mindestens acht Tote bei russischen Angriffen auf Saporischschja

Bei russischen Angriffen auf die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine sind am Samstag nach Angaben der Regionalbehörden mindestens acht Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. Zwölf Menschen würden noch vermisst, mindestens 16 Menschen seien verletzt worden, teilte der Ko-Vorsitzende des Verteidigungsrats der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, mit. Die Angriffe erfolgten, während im US-Bundesstaat neue Beratungen zwischen Vertretern der USA, der Ukraine und Europas über eine Beendigung des Ukraine-Krieges laufen.

Bauindustrie fordert Milliarden-"Finanzierungsturbo" gegen Wohnungsnot

Die Bauindustrie erwartet wegen der gestiegenen Kosten einen weiteren Einbruch beim Wohnungsbau und hat die Regierung zum Eingreifen aufgerufen. "Um aus der Krise zu kommen, muss jetzt das Finanzierungsdebakel aufgelöst werden", sagte Bauindustrie-Präsident Olaf Demuth der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Samstagsausgabe). Hier müsse auch der Staat ein Eigeninteresse haben. "Ein Finanzierungsturbo ist der einzige Turbo, der sofort Schub gäbe." Er schlug unter anderem die Absicherung des Wohnungsbaus mit günstigen Krediten im Volumen von bis zu 60 Milliarden Euro vor.

Noosha Aubel: 143.056 Euro Jahresgrundgehalt – und Potsdams Bürger sollen als Goldesel zahlen

Potsdam erhebt seit dem 1. Oktober Verpackungssteuer; gleichzeitig gilt eine Haushaltssperre. Bürger und Betriebe werden zusätzlich belastet, während grundlegende Aufgaben in Verantwortung der amtierenden Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (50, parteilos) ungelöst bleiben. Das politische Signal mit Blick auf die Amtsführung von Aubel ist verheerend: Für neue Einnahmen reicht die Handlungsfähigkeit, bei maroden Straßen und notwendiger Hilfe wird sie zur offenen Frage.

Textgröße ändern: