Pallade Veneta - Ex-Söldner der russischen Wagner-Gruppe spricht sich für Ende der Auslandseinsätze aus

Ex-Söldner der russischen Wagner-Gruppe spricht sich für Ende der Auslandseinsätze aus


Ex-Söldner der russischen Wagner-Gruppe spricht sich für Ende der Auslandseinsätze aus
Ex-Söldner der russischen Wagner-Gruppe spricht sich für Ende der Auslandseinsätze aus / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP

Ein ehemaliger Söldner der russischen Wagner-Gruppe hat sich für ein Ende der russischen Auslandseinsätze ausgesprochen. "Wir hätten uns besser auf unsere inneren Probleme konzentrieren sollen", sagte Marat Gabidullin am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Der 55-Jährige, der nach eigenen Angaben 2015 in der Ukraine und später in Syrien im Einsatz gewesen war, hat ein Buch über seine Erfahrungen veröffentlicht.

Textgröße ändern:

"Wir hätten dafür arbeiten sollen, dass die Menschen uns respektieren und bewundern und dass wir ein Beispiel für die Ukraine werden", sagte Gabidullin. Nach seinem ersten Einsatz in der Ost-Ukraine sei er "frustriert und enttäuscht" gewesen. Das "ehrenwerte Ziel, russische Interessen zu schützen", sei letztlich ein "Täuschungsmanöver" gewesen, sagte er.

Auch in Syrien habe der russische Einsatz keine Wende zum Besseren gebracht. "Die Menschen in Syrien haben immer noch weder Strom noch Benzin, sie hungern und frieren. So gesehen hat der Einsatz nichts gebracht", fügte er hinzu.

Der berüchtigten Söldnertruppe, die als Schattenarmee der russischen Regierung gilt, werden in Ländern wie Mali, Libyen und Syrien Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Gabidullin betonte, dass er selbst nicht Zeuge von Kriegsverbrechen gewesen sei. "In einigen Fällen wurden Söldner aber in einer Weise eingesetzt, die allen Normen und moralischen Werten widerspricht", sagte er, ohne Details zu nennen. Er bereue seinen Einsatz nicht, er habe lediglich seinen Job gemacht, sagte er.

Die Wagner-Gruppe ziehe ehemalige Soldaten, aber auch ehemalige Verurteilte an, die in der Armee keine Chance mehr hätten, sagte Gabidullin, der selber drei Jahre in einer Strafkolonie verbracht hatte. "Was man dort verdient, bekommt man nirgendwo anders in Russland", sagte er. Pro Einsatz sollen die Söldner etwa 1500 bis 2200 Euro verdienen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bestätigte Anfang Mai den Einsatz von Wagner-Söldnern in Mali und Libyen "auf kommerzieller Basis". Die Gruppe habe jedoch "nichts mit dem russischen Staat zu tun". Nach westlichen Schätzungen setzt Russland auch im Ukraine-Krieg zwischen 10.000 und 20.000 Mitglieder der Wagner-Gruppe ein.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

US-Gesandte Kushner und Witkoff am Wochenende mit Ukraine-Vorschlag in Moskau und Kiew

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine angekündigt. Seine Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff würden mit einem Vorschlag "zur Beendigung des Kriegs" am Wochenende Moskau und Kiew besuchen, teilte Trump am Freitag mit. Der US-Präsident zeigte sich zudem sicher, dass Russland nach deutschen Vorwürfen wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig/Halle die Nato nicht angreifen werde.

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Vor Abschied bei der UNO: Baerbock fordert erneut UN-Generalsekretärin

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich wenige Tage vor ihrem Ausscheiden als Präsidentin der UN-Generalversammlung noch einmal für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen stark gemacht. Dies sei ein "Testfall für die Glaubwürdigkeit der Organisation", erklärte Baerbock am Freitag in New York. Bislang waren ausschließlich Männer UN-Generalsekretär.

Meloni feiert Amtszeit-Rekord und stimmt auf Wahlkampf 2027 ein

Mit einer Kundgebung in der Hafenstadt Bari hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Amtszeit-Rekord ihrer Regierung gefeiert und zugleich den Blick auf die Parlamentswahl 2027 gerichtet. "Stabilität ist kein Rekord, den man zur Schau stellt, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Nation planen, entscheiden, ihre Verpflichtungen einhalten und respektiert werden kann", erklärte die 49-jährige Vorsitzende der ultrarechten Fratelli d'Italia (FdI) im Onlinedienst X.

Textgröße ändern: