Pallade Veneta - Süden von Beirut nach libanesischen Angaben erneut Ziel "sehr gewaltsamer" israelischer Luftangriffe

Süden von Beirut nach libanesischen Angaben erneut Ziel "sehr gewaltsamer" israelischer Luftangriffe


Süden von Beirut nach libanesischen Angaben erneut Ziel "sehr gewaltsamer" israelischer Luftangriffe
Süden von Beirut nach libanesischen Angaben erneut Ziel "sehr gewaltsamer" israelischer Luftangriffe / Foto: ETIENNE TORBEY - AFP

Der Süden von Beirut ist nach libanesischen Angaben in der Nacht zu Sonntag Ziel neuer heftiger Luftangriffe der israelischen Armee geworden. Israelische Kampfflugzeuge hätten "vier sehr gewaltsame Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut und einen Angriff auf das Gebiet Schweifat" ausgeführt, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Aus der Hisbollah-Miliz hatte es am Vorabend geheißen, dass sie den Kontakt zu ihrem führenden Kommandeur Haschem Safieddin verloren habe, der als möglicher Nachfolger des getöteten Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah gehandelt wurde.

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Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP hörten mehr als zwei Stunden lang Explosionen im Süden Beiruts und seiner Umgebung und sahen Rauchwolken aus den betreffenden Gebieten aufsteigen. An einem Ort stieg ein Feuerball auf, wie aus Aufnahmen hervorging.

Laut der Nachrichtenagentur ANI eilten Krankenwagen zum Ort des Geschehens. Vor dem Angriff seien israelische Aufklärungsdrohnen im Tiefflug unterwegs gewesen, berichtete ANI weiter.

Die israelische Armee erklärte im Onlinedienst Telegram, sie greife "derzeit Terrorziele der Hisbollah-Terrororganisation in der Gegend von Beirut an". Das Militär hatte zuvor Einwohner der südlichen Vororte Beiruts aufgefordert, mehrere dortige Wohngegenden zu verlassen. Dies sei zur "eigenen Sicherheit" der Bewohner und ihrer Familien notwendig, hieß es in dem Aufruf.

Ein AFP-Korrespondent in der Gegend von Sabra nahe den südlichen Vororten Beiruts sah dutzende Menschen auf den Straßen. Eine trugen Taschen und flüchteten zu Fuß oder auf Motorrädern, während im Hintergrund Explosionen ertönten.

Bereits am Freitag hatte die libanesische Armee den Süden Beiruts heftig angegriffen. Das US-Nachrichtenportal "Axios" und das israelische Portal "Ynet" berichteten unter Berufung auf israelische Regierungsvertreter, dass sich ein Angriff gegen den führenden Hisbollah-Kommandeur Haschem Safieddin gerichtet habe. Die israelische Armee bestätigte diese Berichte nicht.

Ein hochrangiger Hisbollah-Vertreter, der anonym bleiben wollte, sagte jedoch am Samstag der AFP, dass die pro-iranische Miliz seit der Nacht zum Freitag den Kontakt zu Safieddin verloren habe. Eine weitere der Hisbollah nahestehende Quelle bestätigte dies. Safieddin wurde als möglicher Nachfolger von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah gehandelt, den die israelische Armee in der vergangenen Woche bei einem Luftangriff in Beirut getötet hatte.

Indes erklärte die Hisbollah, dass ihre Kämpfer in den frühen Sonntagmorgenstunden israelische Soldaten zurückgedrängt hätten. Die israelischen Soldaten hätten versucht, in das Dorf Blida im Grenzgebiet einzudringen, hieß es. Die Hisbollah-Kämpfer feuerten demnach Artilleriegeschosse auf sie ab und "zwangen sie zum Rückzug".

Am Samstag hatte die Schiitenmiliz nach eigenen Angaben den israelischen Armeestützpunkt Ramat David in der Nähe der nordisraelischen Küstenstadt Haifa mit Raketen vom Typ Fadi-1 beschossen. Außerdem feuerte sie mehrere Raketen auf die nordisraelische Stadt Safed ab.

Die israelische Armee führte ihrerseits am Samstag offenbar erstmals auch im Norden des Libanon Angriffe aus. Nach Angaben der Hamas wurden bei einem israelischen Angriff im palästinensischen Flüchtlingslager Beddawi im Nordlibanon am Samstag ihr ranghoher Kommandeur Said Attallah Ali sowie dessen Frau und zwei Töchter getötet.

Die Armee erklärte, sie habe "ein hochrangiges Mitglied des militärischen Flügels der Hamas im Libanon" getötet. Die Hamas ist ebenso wie die libanesische Hisbollah-Miliz und die Huthi-Miliz im Jemen Teil der vom Iran angeführten "Achse des Widerstands" gegen Israel.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatte unmittelbar nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres mit regelmäßigen Raketenangriffen aus dem Libanon eine zweite Front gegen Israel eröffnet. Der Beschuss durch die Hisbollah hat sich in den vergangenen Tagen, insbesondere seit der Tötung Nasrallahs, verstärkt.

Anlässlich des bevorstehenden Jahrestags des Hamas-Angriffs erklärte UN-Generalsekretär António Guterres: "Der Krieg, der auf die schrecklichen Angriffe vor einem Jahr folgte, zerstört weiterhin Leben und fügt den Palästinensern im Gazastreifen und nun auch den Menschen im Libanon tiefes menschliches Leid zu." Zugleich forderte er die Weltgemeinschaft auf, sie müsse "mit lautester Stimme die verabscheuungswürdigen Taten der Hamas, einschließlich der Geiselnahme, aufs Schärfste verurteilen".

Z.Ottaviano--PV

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