Pallade Veneta - Galionsfigur der Unabhängigkeitsbewegung: Schottischer Ex-Regierungschef Salmond ist tot

Galionsfigur der Unabhängigkeitsbewegung: Schottischer Ex-Regierungschef Salmond ist tot


Galionsfigur der Unabhängigkeitsbewegung: Schottischer Ex-Regierungschef Salmond ist tot
Galionsfigur der Unabhängigkeitsbewegung: Schottischer Ex-Regierungschef Salmond ist tot / Foto: ANDY BUCHANAN - POOL/AFP/Archiv

Schottlands früherer Regierungschef Alex Salmond, Galionsfigur der schottischen Unabhängigkeitsbewegung, ist unerwartet im Alter von 69 Jahren gestorben. Das teilte die ehemals von Salmond geführte Schottische Nationalpartei (SNP) am Samstag mit. Britischen Medien zufolge brach er nach einer Rede in Nordmazedonien zusammen. Von 2007 bis 2014 hatte Salmond an der Spitze der Regierung in Edinburgh gestanden. Der britische Premierminister Keir Starmer und Salmonds Amtsnachfolger würdigten seine Verdienste.

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"Alex Salmond, ehemaliger Vorsitzender der SNP und Erster Minister von Schottland, ist gestorben", schrieb die SNP im Online-Dienst X und veröffentlichte ein Schwarz-Weiß-Foto des Politikers. Er sei "ein Titan" der schottischen Unabhängigkeitsbewegung gewesen und habe die SNP an die Regierung gebracht.

Salmond war von 1990 bis 2014 Vorsitzender der SNP. Das beste Wahlergebnis fuhr er 2011 ein, als seine Partei die Parlamentsmehrheit errang und damit Schottlands Zwei-Parteien-System aus konservativen Tories und der sozialdemokratischen Labour-Partei endgültig über den Haufen warf.

Von 2007 bis 2014 amtierte er als Regierungschef. Nachdem das von ihm in London durchgekämpfte schottische Referendum für eine Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 2014 mit 45 zu 55 Prozent scheiterte, trat Salmond zurück.

2021 gründete Salmond bei einem überraschenden politischen Comeback seine eigene Unabhängigkeitspartei Alba, die bei der Regionalwahl aber keinen einzigen Sitz erringen konnte. Mit seiner Nachfolgerin Nicola Sturgeon hatte sich Salmond zuvor im Streit um Vorwürfe sexueller Belästigung überworfen.

Er wurde später von den Anschuldigungen freigesprochen. Außerdem erstritt er eine Entschädigung der schottischen Regierung in Höhe von 500.00 Pfund (457.000 Euro) wegen der Art und Weise, wie sie die Untersuchung zu den Belästigungsvorwürfen geführt hatte.

Seine Kämpfernatur bewies Salmond auch in einem Disput mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump, der ihm daraufhin den Spitznamen "Mad Alex" (wütender Alex) verpasste. Für Schlagzeilen sorgte der Schotte außerdem als Moderator einer Talk-Sendung im russischen Staatssender RT.

Zur Todesursache machte die SNP zunächst keine Angaben. Britische Medien berichteten, Salmond sei bei einem Besuch in Nordmazedonien nach einer Rede zusammengebrochen.

Der Tod des charismatischen Politikers löste über die Parteigrenzen hinweg Bestürzung aus. Der britische Premierminister Starmer von der Labour-Partei würdigte Salmond als eine "monumentale Figur in der schottischen und britischen Politik". Salmond hinterlasse ein "bleibendes Erbe".

Starmers Vorgänger Rishi Sunak von den konservativen Tories würdigte Salmond ebenfalls als einen "großen" Politiker. "Obwohl ich in der Verfassungsfrage anderer Meinung war, lassen sich seine rhetorischen Fähigkeiten und seine Leidenschaft für die Politik nicht leugnen. Möge er in Frieden ruhen."

Der schottische Regierungschef und SNP-Vorsitzende John Swinney äußerte sich "zutiefst schockiert und traurig" über Salmonds Tod. "Alex hat unermüdlich gearbeitet und furchtlos für das Land, das er liebte, und für dessen Unabhängigkeit gekämpft", fügte Swinney hinzu.

Ex-Regierungschefin Sturgeon erklärte, sie sei "geschockt" über die Todesnachricht. "Natürlich kann ich nicht so tun, als wären die Ereignisse der vergangenen paar Jahre, die zum Bruch unserer Beziehung führten, nicht passiert und es wäre nicht richtig, wenn ich das versuchte", erklärte sie. "Es bleibt aber eine Tatsache, dass Alex viele Jahre lang eine unglaublich wichtige Figur in meinem Leben war."

Salmond sei ihr "Mentor" gewesen, führte Sturgeon aus. Mit ihm habe sie mehr als ein Jahrzehnt lang "eine der erfolgreichsten Partnerschaften in der britischen Politik" verbunden.

Der SNP-Politiker und ehemalige schottische Regierungschef Humza Yousaf schrieb auf X: "Alex und ich hatten natürlich unsere Differenzen in den vergangenen Jahren." Es gebe aber "keinen Zweifel an seinem enormen Beitrag zur schottischen und britischen Politik".

H.Ercolani--PV

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