Pallade Veneta - Junge Liberale attackieren Rentenpaket und stellen Koalitionsbruch in den Raum

Junge Liberale attackieren Rentenpaket und stellen Koalitionsbruch in den Raum


Junge Liberale attackieren Rentenpaket und stellen Koalitionsbruch in den Raum
Junge Liberale attackieren Rentenpaket und stellen Koalitionsbruch in den Raum / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Im Streit über das Rentenpaket II attackieren die Jungen Liberalen (Julis) die Vorlage der Bundesregierung scharf. "Das von Arbeitsminister Hubertus Heil vorgelegte Rentenpaket verschiebt die Kosten massiv zu Lasten der jungen Generation, ohne das zugrunde liegende Problem zu lösen", sagte die Juli-Vorsitzende Franziska Brandmann dem "Tagesspiegel" vom Mittwoch.

Textgröße ändern:

Das Paket sei in der aktuellen Fassung nicht ausreichend generationengerecht, urteilte Brandmann. "Da muss signifikant nachgebessert werden." Brandmann forderte unter anderem die "Einführung einer echten Aktienrente, die dem Einzelnen individuelle Auszahlungen garantiert. Das wäre ein Schritt weg von der gescheiterten Umlagefinanzierung hin zu mehr Sicherheit und Verlässlichkeit."

Das Rentenpaket II soll insbesondere das Rentenniveau von 48 Prozent des Durchschnittseinkommens bis 2039 festschreiben. Außerdem stellt es die Weichen für den Aufbau der Aktienrente, die jetzt offiziell Generationenkapital heißt. SPD-Minister Heil hatte das Paket gemeinsam mit Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) vorgestellt, das Bundeskabinett hat es beschlossen. Es sieht auch steigende Rentenbeiträge vor.

Brandmann kritisierte, das Paket löse die eigentlichen Probleme des Rentensystems nicht. "Zu behaupten, die Haltelinie bei 48 Prozent würde die Rente langfristig sichern, ist Augenwischerei", sagte sie dem "Tagesspiegel". "Wir brauchen tiefgreifende Reformen, die sich nicht weiter der Realität verweigern."

Auch der Chef der Jungen Gruppe in der FDP-Fraktion, der frühere Juli-Chef Jens Teutrine, forderte Änderungen. "Das Rentenpaket ist in seiner Form ungerecht und kurzsichtig", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Wir wollen keine Totalblockade, sondern ein besseres Gesetz hin zu einer echten Aktienrente", betonte er.

In Zeiten des demografischen Wandels bestehe das Risiko nicht darin, "mit Aktien zu sparen und den Kapitalmarkt zu nutzen, sondern darin, darauf zu verzichten", sagte Teutrine. "Wenn wir heute einen Teil der Rentenbeiträge weltweit diversifizieren und mit einem langfristigen Anlagehorizont an den Kapitalmarkt anlegen, dann führt dies zu stabilen Renten, ohne dass die Beiträge immer weiter steigen."

Bisher schließt die Bundesregierung aus, dass Rentenbeiträge für die Aktienrente verwendet werden. Das Geld für die Investitionen am Kapitalmarkt soll stattdessen als Darlehen des Bundes aufgebracht werden.

Angesichts der Auseinandersetzungen über das Rentenpaket und weitere Themen bringen die Jungen Liberalen auch einen Koalitionsbruch ins Spiel. "Die Bundesregierung muss ihre Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners jetzt beenden und beweisen, dass sie die Kraft zu notwendigen Agenda-Reformen besitzt", sagte Brandmann dem "Tagesspiegel". "Das Ergebnis der Verhandlungen rund um den Bundeshaushalt und die Wachstumsinitiative werden dafür der entscheidende Test. Sollte das Ergebnis dieses Tests sein, dass diese Regierung das Land in den entscheidenden Fragen nicht voranbringen kann, müssen wir den Mut haben, sie zu beenden."

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Datenbank: 2025 starben weltweit 350 humanitäre Helfer - 186 davon im Gazastreifen

Im vergangenen Jahr sind weltweit 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter humanitärer Hilfsorganisationen bei einem Einsatz ums Leben gekommen - mehr als die Hälfte davon im Gazastreifen. Das zeigen Zahlen der von Humanitarian Outcomes betriebenen Datenbank zu Sicherheitsvorfällen gegen humanitäre Helfer (AWSD), die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag) vorliegt. Demnach gab es 2025 die zweithöchste Zahl von Todesopfern seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1997.

Trump verzichtet offenbar vorerst auf Angriffe auf Iran: "Halten uns zurück"

US-Präsident Donald Trump will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten und stattdessen auf wirtschaftlichen Druck setzen. "Wir halten uns zurück", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Axios" am Sonntag in einem kurzen Telefoninterview. "Wir verhandeln nur so halb mit ihnen", fügte der US-Präsident hinzu. Die US-Regierung warte ab und beobachte den Iran, der eine "enorme Inflation" und "kein Geld" habe.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Abschaffung der "Rente mit 63"

Im Streit um die "Rente mit 63" hat sich in einer aktuellen Umfrage eine deutliche Mehrheit der Deutschen gegen eine Abschaffung der Frührentenregelung ausgesprochen. Laut einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild am Sonntag" lehnen 68 Prozent der Bundesbürger eine Abschaffung der Regelung ab - nur 24 Prozent befürworten sie. Acht Prozent machten keine Angabe.

Klingbeil plant höhere Besteuerung bestimmter Vereine

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will einem Medienbericht zufolge die Steuerfreibeträge für bestimmte Vereine und andere Organisationen deutlich senken. Über einen entsprechenden Gesetzentwurf des Finanzministerium berichtete am Samstag die "Bild". Statt eines steuerlichen Freibetrags von 5000 Euro soll es demnach ab 2027 eine Freigrenze von 1000 Euro geben. Einkommen bis zu dieser Grenze würde steuerfrei bleiben, bei Gewinnen darüber hinaus, würde das gesamte Einkommen steuerpflichtig.

Textgröße ändern: