Pallade Veneta - Orientierung Richtung EU oder Moskau: Menschen in Moldau wählen neues Staatsoberhaupt

Orientierung Richtung EU oder Moskau: Menschen in Moldau wählen neues Staatsoberhaupt


Orientierung Richtung EU oder Moskau: Menschen in Moldau wählen neues Staatsoberhaupt
Orientierung Richtung EU oder Moskau: Menschen in Moldau wählen neues Staatsoberhaupt / Foto: Daniel MIHAILESCU - AFP

Unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und möglicher Auswirkungen auf das eigene Land haben die Menschen in der Republik Moldau am Sonntag ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Die Wahllokale öffneten um 07.00 Uhr (Ortszeit, 06.00 Uhr MESZ) und schließen um 21.00 Uhr. Teilergebnisse werden gegen 22.00 Uhr erwartet. Parallel zur Präsidentschaftswahl stimmten die Moldauer in einem Referendum über eine Verfassungsänderung zugunsten eines EU-Beitritts ab.

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In der Hauptstadt Chisinau wurde der Beginn der Wahl mit der Nationalhymne eingeläutet, die über Lautsprecher übertragen wurde, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Abstimmung in dem 2,6 Millionen Einwohner zählenden Land gilt als richtungsweisend: Die Favoritin und Amtsinhaberin Maia Sandu will das südosteuropäische Land in die EU führen. Sie tritt gegen zehn Gegenkandidaten an, von denen einige engere Beziehungen zu Moskau anstreben. Nach ihrem Amtsantritt im Jahr 2020 hatte Sandu die Beziehungen zu Russland abgebrochen und 2022 kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine den Beitritt zur EU beantragt. Seit Juni laufen die Beitrittsgespräche zwischen Brüssel und Chisinau.

Am Vorabend der Wahl hatte Sandu ihre Landsleute im Onlinedienst X dazu aufgerufen, sich zu vereinen, "um der Republik Moldau den Platz in der europäischen Familie zu sichern, der ihm zusteht". Schon während ihres Wahlkampfs hatte sie immer wieder betont, dass das Schicksal des Landes in den kommenden Jahrzehnten von der Entscheidung am Wahltag abhänge.

Allerdings könnte die 52-jährige Sandu mit den in den jüngsten Umfragen prognostizierten 35,8 Prozent der Wählerstimmen die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent verpassen, weshalb es am 3. November zu einer Stichwahl kommen könnte.

Für einen Erfolg des parallel stattfindenden Referendums ist eine Wahlbeteiligung von 33 Prozent notwendig. Inhalt des Referendums ist die Frage, ob die Verfassung geändert werden soll, um den EU-Beitritt als Ziel aufzunehmen. In Umfragen sprachen sich zuletzt 55,1 Prozent der Befragten für "Ja" und 34,5 Prozent für "Nein" aus.

Nach dem Einmarsch in die Ukraine befürchteten die Moldauer, dass Moskau ihr Land als nächstes angreifen könnte. Viele Ukrainer flüchteten nach Moldau, das zu den ärmsten Ländern in Europa zählt. Die Regierung versuchte, bei der Energieversorgung unabhängiger von Russland zu werden, weshalb die Preise in die Höhe schnellten.

A.Graziadei--PV

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