Pallade Veneta - Eindringlicher Hilfsappell von Ehefrauen der Kämpfer in Mariupoler Stahlwerk

Eindringlicher Hilfsappell von Ehefrauen der Kämpfer in Mariupoler Stahlwerk


Eindringlicher Hilfsappell von Ehefrauen der Kämpfer in Mariupoler Stahlwerk
Eindringlicher Hilfsappell von Ehefrauen der Kämpfer in Mariupoler Stahlwerk / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP

Seit Wochen sitzen ihre Ehemänner im von russischen Truppen belagerten Asow-Stahlwerk im ukrainischen Mariupol fest: Vier junge Frauen ukrainischer Kämpfer reisen derzeit durch Europa und bitten um internationale Hilfe für ihre Befreiung. "Wir wissen nicht, welches Land uns wirklich helfen kann, deshalb wenden wir uns an alle", sagte Olha Andrianowna beim Besuch der Frauen in Paris am Sonntag.

Textgröße ändern:

Andrianowna und drei weitere Ehefrauen ukrainischer Soldaten waren am 23. April von Kiew aus aufgebrochen und machten bisher Station in Polen, Deutschland und im Vatikan, wo Papst Franziskus sie zu einer kurzen Audienz empfing.

Die Lage in dem Stahlwerk sei so kritisch, dass "jeder Tag so viel zählt wie sechs Monate oder ein Jahr", sagte Andrianowna im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, an dem drei der vier Frauen teilnahmen. Die vierte blieb krankheitsbedingt fern.

Es gebe in dem Stahlwerk keine Lebensmittel mehr, auch das Wasser sei knapp, sagte Andrianowna. Die Kämpfer müssten sich wenige Becher teilen und könnten nur "alle sechs bis acht Stunden einen Schluck trinken". Seit der Bombardierung eines Lazaretts in dem Industriekomplex müssten die Soldaten zudem "ohne Betäubung operiert und amputiert werden".

Swjatoslaw Palamar, ein Kommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, hatte kürzlich erklärt, unter den 1000 eingeschlossenen Soldaten seien fast 600 Verletzte. Auch Andrianownas Mann zählt dazu. Erst nach zwei Wochen gestand er ihr, dass er am Bein verletzt wurde.

Eine Kapitulation komme für die Männer trotzdem nicht in Frage, berichteten ihre Ehefrauen. Gefangen genommene Mitglieder des ukrainischen Asow-Regiments seien grausam gefoltert worden, sagte Andrianowna. "Im Anschluss haben die Russen die Fotos der Leichen der Gefolterten an deren Mütter geschickt."

Trotz ihrer Appelle habe sich bislang kein Land bereit erklärt, bei der Befreiung der Kämpfer zu helfen, berichtete die Gruppe. Die Frauen wollen ihre Reise dennoch in weitere Länder fortsetzen, bis "unsere Männer evakuiert und befreit sind", sagte Hanna Naumenko.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Vor Abschied bei der UNO: Baerbock fordert erneut UN-Generalsekretärin

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich wenige Tage vor ihrem Ausscheiden als Präsidentin der UN-Generalversammlung noch einmal für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen stark gemacht. Dies sei ein "Testfall für die Glaubwürdigkeit der Organisation", erklärte Baerbock am Freitag in New York. Bislang waren ausschließlich Männer UN-Generalsekretär.

Meloni feiert Amtszeit-Rekord und stimmt auf Wahlkampf 2027 ein

Mit einer Kundgebung in der Hafenstadt Bari hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Amtszeit-Rekord ihrer Regierung gefeiert und zugleich den Blick auf die Parlamentswahl 2027 gerichtet. "Stabilität ist kein Rekord, den man zur Schau stellt, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Nation planen, entscheiden, ihre Verpflichtungen einhalten und respektiert werden kann", erklärte die 49-jährige Vorsitzende der ultrarechten Fratelli d'Italia (FdI) im Onlinedienst X.

Angriff am helllichten Tag: Russische Drohne trifft Geheimdienst-Zentrale in Kiew

Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe "direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurden zwölf Menschen verletzt. Der Angriff erfolgte kurz vor einem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew.

Textgröße ändern: