Pallade Veneta - Lambrecht dringt auf Einigung über Bundeswehr-Sondervermögen

Lambrecht dringt auf Einigung über Bundeswehr-Sondervermögen


Lambrecht dringt auf Einigung über Bundeswehr-Sondervermögen
Lambrecht dringt auf Einigung über Bundeswehr-Sondervermögen / Foto: PETRAS MALUKAS - AFP/Archiv

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) dringt auf eine rasche Einigung über das Bundeswehr-Sondervermögen. "Die Bundeswehr ist in der Vergangenheit soweit heruntergespart worden, dass man das schon als unverantwortlich bezeichnen kann", sagte Lambrecht der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe). Daher sei das Sondervermögen für die Streitkräfte dringend erforderlich.

Textgröße ändern:

"Wir alle in der Bundesregierung und im Parlament stehen in der Verantwortung, unseren Soldatinnen und Soldaten nun endlich die Ausrüstung zu verschaffen, die sie benötigen, um ihren Auftrag zu erfüllen", sagte Lambrecht weiter. "Ich bin deshalb zuversichtlich, dass sich alle dieser Verantwortung bewusst sind und ihr gerecht werden", betonte die Ministerin.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich äußerte sich zuversichtlich, dass in den nächsten Tagen eine Verständigung über das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen zwischen den Koalitionsfraktionen und der CDU/CSU zustandekommt. Man werde versuchen, darüber in dieser Woche abschließend zu beraten und das Sondervermögen dann "in der nächsten Sitzungswoche mit der erforderlichen Mehrheit beschließen".

Es war zuvor erwartet worden, dass der Bundestag darüber schon in der laufenden Woche entscheidet. Die Verzögerungen begründete Mützenich damit, "dass die Beratungen sorgfältig geführt werden müssen", um dann "zu einem belastbaren Ergebnis zu kommen". Neben der notwendigen Grundgesetzänderung, für die die Koalition auch die Unterstützung der Union benötigt, gehe es weiter auch um das zugehörige Gesetz, das noch mit Inhalten gefüllt werden müsse, sowie um die parlamentarische Begleitung für die Verwendung der Mittel.

Mützenich begrüßte, dass die Union von dem Vorhaben abgerückt sei, wie bei "einem Abzählreim" nur so viele Stimmen zur Verfügung zu stellen, wie für die Zweidrittelmehrheit im Bundestag zusätzlich zu den Stimmen der Ampel-Fraktionen rechnerisch notwendig seien. Der SPD-Fraktionschef nannte dies eine "verwegene Idee", die nicht mit der Freiheit des Mandats vereinbar sei.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) warb in Berlin erneut für eine "patriotische Zusammenarbeit" zwischen Koalition und Union für das Sondervermögen. Die Gespräche darüber "finden statt und mein Eindruck ist, dass sie auf einem guten Weg sind", sagte er weiter.

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann äußerte die Hoffnung, dass sich die Union in den anstehenden weiteren Gesprächen "konstruktiv zeigt". Sie verwies dabei auf die Verantwortung von CDU und CSU für "die desaströse Ausstattung" der Bundeswehr, da sie in den vergangenen 16 Jahre jeweils den Verteidigungsminister oder die Verteidigungsministerin gestellt habe.

Das Sondervermögen war von Scholz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine angekündigt worden, um Defizite bei der Bundeswehr zu beheben.

B.Fortunato--PV

Empfohlen

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Vor Abschied bei der UNO: Baerbock fordert erneut UN-Generalsekretärin

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich wenige Tage vor ihrem Ausscheiden als Präsidentin der UN-Generalversammlung noch einmal für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen stark gemacht. Dies sei ein "Testfall für die Glaubwürdigkeit der Organisation", erklärte Baerbock am Freitag in New York. Bislang waren ausschließlich Männer UN-Generalsekretär.

Meloni feiert Amtszeit-Rekord und stimmt auf Wahlkampf 2027 ein

Mit einer Kundgebung in der Hafenstadt Bari hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Amtszeit-Rekord ihrer Regierung gefeiert und zugleich den Blick auf die Parlamentswahl 2027 gerichtet. "Stabilität ist kein Rekord, den man zur Schau stellt, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Nation planen, entscheiden, ihre Verpflichtungen einhalten und respektiert werden kann", erklärte die 49-jährige Vorsitzende der ultrarechten Fratelli d'Italia (FdI) im Onlinedienst X.

Angriff am helllichten Tag: Russische Drohne trifft Geheimdienst-Zentrale in Kiew

Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe "direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurden zwölf Menschen verletzt. Der Angriff erfolgte kurz vor einem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew.

Textgröße ändern: