Pallade Veneta - Japan und die EU unterzeichnen neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft

Japan und die EU unterzeichnen neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft


Japan und die EU unterzeichnen neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft
Japan und die EU unterzeichnen neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft / Foto: Richard A. Brooks - AFP

Japan und die Europäische Union haben eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft angekündigt. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der japanische Außenminister Takeshi Iwaya unterzeichneten das Sicherheitsabkommen am Freitag in Tokio, wie Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten. Borrell bezeichnete die Vereinbarung als "historischen und sehr zeitgemäßen" Schritt.

Textgröße ändern:

Die Vereinbarung sieht eine Zusammenarbeit bei militärischen Übungen, den Informationsaustausch in Bezug auf die Rüstungsindustrie sowie Weltraumsicherheit und andere Belange vor. Konkret wollen die EU und Japan dem Dokument zufolge die "Zusammenarbeit im Bereich der Marine" fördern - etwa bei gemeinsamen Militärübungen, die auch "von beiden Seiten benannte Drittländer" einschließen könnten. Zudem wollen die EU und Japan demnach "die Entwicklung der jeweiligen Verteidigungsinitiativen, einschließlich des Informationsaustauschs über Angelegenheiten der Verteidigungsindustrie", erörtern.

Borrell sprach vom "ersten Abkommen dieser Art", das die EU mit einem Land des Asien-Pazifiks geschlossen habe. "Angesichts der Situation in unseren beiden Regionen vertieft dieses politische Rahmenwerk unsere Fähigkeit, aufkommende Bedrohungen gemeinsam zu bewältigen", fügte der EU-Außenbeauftragte hinzu.

Borrell erwähnte dabei China nicht beim Namen. Japan hat das Nachbarland jedoch in der Vergangenheit als die größte Sicherheitsherausforderung bezeichnet.

Nach seinem Besuch in Japan will Borrell nach Südkorea weiterreisen. Seine Indopazifik-Reise sei ein "Meilenstein in unseren Bemühungen der letzten fünf Jahre, das aktive Engagement der EU zu stärken", hatte Borrell am Donnerstag erklärt. Iwaya hatte zuvor bereits mitgeteilt, das Abkommen ziele darauf ab, "die Zusammenarbeit und den Dialog in allen Bereich von Sicherheit und Verteidigung weiter zu entwickeln, zu vertiefen und zu stärken".

Japan erhöht derzeit seine Verteidigungsausgaben mit dem Ziel, die Nato-Vorgabe von mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahr 2027 zu erreichen. Grund dafür ist nicht zuletzt China, das derzeit den militärischen Druck auf Taiwan erhöht. Der japanische Ministerpräsident Shigeru Ishiba hatte zuletzt ein Nato-gleiches Bündnis für den Indopazifik-Raum angeregt.

Japan verlässt sich im Bezug auf militärisches Gerät seit Jahrzehnten auf die USA. Derzeit entwickelt Tokio jedoch auch einen neuen Kampfjet in Zusammenarbeit mit dem EU-Mitglied Italien und Großbritannien, der bis 2035 einsatzbereit sein soll.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Iran stellt harte Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus

Inmitten der diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs hat Teheran harte Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus gestellt. Außenminister Abbas Araghtschi forderte am Samstag unter anderem "Entschädigungen" für Verstöße der USA gegen das im Juni besiegelte Rahmenabkommen zwischen Teheran und Washington. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Solghadr, legte eine ganze Liste an Bedingungen für ein Ende der Blockade der strategisch wichtigen Meerenge vor.

Zwei Bombenanschläge in Kolumbien an erstem Tag im Amt des neuen Präsidenten Espriella

In Kolumbien sind am ersten Tag im Amt des neuen rechtsgerichteten Präsidenten Abelardo de la Espriella zwei Bombenanschläge verübt worden. Bei den Anschlägen in verschiedenen Teilen des Landes wurde am Samstag mindestens ein Polizist getötet, wie die Armee mitteilte. Weitere Menschen seien verletzt worden.

Explosion mutmaßlich ukrainischer Drohne in Bulgarien löst diplomatische Verstimmung aus

Die Explosion einer mutmaßlich ukrainischen Drohne nahe einer strategisch wichtigen Gaspipeline in Bulgarien hat zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Sofia und Kiew geführt. Nach einer ersten Untersuchung der Trümmer erklärte das bulgarische Verteidigungsministerium am Samstag, es handle sich um einen Drohnentyp, der von den ukrainischen Streitkräften "häufig verwendet" werde. Außenministerin Welislawa Petrowa bestellte daraufhin die ukrainische Botschafterin für Montag ein. Kiew bestritt, vorsätzlich ein Fluggerät nach Bulgarien gelenkt zu haben.

Selenskyj warnt vor Folgen russischer Angriffe - Vucic für Integrität der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten offiziellen Besuch in Serbien seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor den Folgen der verstärkten russischen Angriffe für den kommenden Winter gewarnt. Die Ukraine habe "praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr", sagte Selenskyj am Samstag nach Gesprächen mit Präsident Aleksandar Vucic in Belgrad. Vucic schloss eine militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine vorerst aus, bekräftigte aber die Unterstützung Serbiens für deren territoriale Integrität.

Textgröße ändern: