Pallade Veneta - Karlsruhe verhandelt im Dezember über von Ramstein aus gesteuerte US-Drohneneinsätze

Karlsruhe verhandelt im Dezember über von Ramstein aus gesteuerte US-Drohneneinsätze


Karlsruhe verhandelt im Dezember über von Ramstein aus gesteuerte US-Drohneneinsätze
Karlsruhe verhandelt im Dezember über von Ramstein aus gesteuerte US-Drohneneinsätze / Foto: JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN - AFP/Archiv

Der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz und von dort gesteuerte bewaffnete Drohneneinsätze im Jemen beschäftigen Mitte Dezember das Bundesverfassungsgericht. Das Gericht kündigte am Mittwoch den 17. Dezember als Termin an. Zwei Jemeniten wandten sich an die Richterinnen und Richter in Karlsruhe, nachdem sie vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig keinen Erfolg hatten. Sie sehen ihr Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit verletzt. (Az. 2 BvR 508/21)

Textgröße ändern:

Im Jahr 2012 wurden Verwandte von ihnen ihren Angaben nach bei einem US-Drohneneinsatz in ihrem Heimatort getötet. 2014 klagten sie vor dem Verwaltungsgericht Köln. Sie wollten erreichen, dass die Bundesrepublik die Nutzung von Ramstein für US-Drohneneinsätze im Jemen unterbindet. Das Verwaltungsgericht wies ihre Klage ab. Auf die Berufung der Kläger hin verlangte aber das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster im März 2019 von der Bundesregierung schärfere Kontrollen, ob sich die USA an das Völkerrecht halten.

Der Fall ging bis vor das Bundesverwaltungsgericht, welches das Urteil aus Münster im November 2020 aufhob. Es entschied, dass Jemeniten von Deutschland keine schärfere Überwachung der mit Hilfe von Ramstein gesteuerten US-Drohneneinsätze im Jemen verlangen könnten. Die diplomatischen Aktivitäten der Bundesrepublik seien ausreichend.

Daraufhin wandten sich die beiden Jemeniten im Frühling 2021 mit Hilfe der Menschenrechtsorganisationen European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und Reprieve an das Bundesverfassungsgericht. Es gehe "um die Verantwortung Deutschlands, die Familie vor weiteren Angriffen unter Einbeziehung des US-Luftwaffenstützpunkts Ramstein in Rheinland-Pfalz zu schützen", erklärte das ECCHR damals.

Am 17. Dezember will der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts verhandeln, allerdings in kleinerer Besetzung als sonst. Der Richter Holger Wöckel wirkte vor seiner Ernennung zum Verfassungsrichter an dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in dem Fall mit. Darum sei er hier von der Ausübung seines Richteramts ausgeschlossen, erklärte das Bundesverfassungsgericht. Ein Urteil fällt in Karlsruhe meist einige Monate nach der mündlichen Verhandlung.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Frei: Über Beteiligung an AfD-Regierung entscheidet nicht CDU in Sachsen-Anhalt

Die Entscheidung über die mögliche Beteiligung an einer AfD-Regierung nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) zufolge nicht bei der CDU vor Ort. "Das Kooperationsverbot mit der AfD ist ein Grundsatzbeschluss in der CDU", sagte Frei den Funke-Zeitungen vom Samstag. "Es kann nicht je nach Bundesland anders beantwortet werden."

US-Senat stimmt für umfassendes Sanktionspaket gegen Russland

Der US-Senat hat am Freitag mit großer Mehrheit für verschärfte Sanktionen gegen Russland gestimmt. Das Paket enthält Strafmaßnahmen gegen Präsident Wladimir Putin sowie eine Reihe russischer Beamter, Oligarchen und Banken. Außerdem wird von Washington erstmals die sogenannte Schattenflotte ins Visier genommen, mit deren Schiffen Moskau bereits bestehende internationale Sanktionen umgeht.

Selenskyj erstmals seit Beginn von Ukraine-Krieg in Serbien - Treffen mit Vucic

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten Besuch seit Beginn des Ukraine-Kriegs in Serbien seinen Amtskollegen Aleksandar Vucic getroffen. Nach seiner Ankunft in Belgrad am Freitagabend traf Selenskyj den serbischen Staatschef zu einem Abendessen. Vucic erklärte anschließend, er sei überzeugt, der Besuch werde zur Entwicklung der Beziehungen und zur stärkeren Zusammenarbeit beider Länder beitragen. Serbien ist traditionell eng mit Russland verbunden.

Trump macht erneut Druck auf Zentralbank-Vorständin Cook

US-Präsident Donald Trump unternimmt einen zweiten Versuch, die Zentralbank-Vorständin Lisa Cook zu feuern. Cook habe drei Wochen Zeit, um auf Vorwürfe wegen angeblicher Falschangaben bei Immobilienkrediten zu reagieren, heißt es in einem Brief des Weißen Hauses, der AFP am Freitag vorlag. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, Cook zu feuern, war aber vom obersten US-Gericht gestoppt worden.

Textgröße ändern: