Pallade Veneta - Koalitionsausschuss könnte über Fortbestand der Ampel-Koalition entscheiden

Koalitionsausschuss könnte über Fortbestand der Ampel-Koalition entscheiden


Koalitionsausschuss könnte über Fortbestand der Ampel-Koalition entscheiden
Koalitionsausschuss könnte über Fortbestand der Ampel-Koalition entscheiden / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Vor den möglicherweise für den Fortbestand der Ampel-Koalition entscheidenden Beratungen über den Haushalt 2025 haben Politikerinnen und Politiker von SPD und Grünen die Bereitschaft zu einer Einigung angemahnt. Am Abend wollen sie mit der FDP im Koalitionsausschuss versuchen, Lösungen in dem festgefahrenen Streit zu finden. Dabei geht es auch um die Forderungen von FDP-Chef Christian Lindner nach einer grundlegenden wirtschaftspolitischen Wende.

Textgröße ändern:

"Heute wird ein sehr entscheidender Tag", sagte SPD-Chef Lars Klingbeil im Deutschlandfunk. Er wünsche sich, dass alle drei Koalitionspartner parteitaktische Überlegungen über Bord werfen. Alle müssten jetzt "die Verantwortung und Entschlossenheit aufbringen, die es braucht, um Deutschland in eine gute Zukunft zu führen", sagte auch Ko-Parteichefin Saskia Esken der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Dabei müssten Sicherheit, wirtschaftliche Stärke und Zusammenhalt in der Gesellschaft zusammengedacht werden.

Beide SPD-Vorsitzenden verwiesen auch auf den Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl. Als Folge davon müsse Deutschland mehr Verantwortung für die Ukraine übernehmen - mit den damit verbundenen Ausgaben, sagte Klingbeil. Gleichzeitig seien aber auch Ausgaben etwa für die Rentenpläne der Ampel nötig. Esken sagte, der Ausgang der US-Wahlen sei "ein deutliches Signal für unsere gemeinsame Verantwortung in Deutschland und Europa".

"Es ist jetzt die Zeit für Staatsverantwortung. In dieser Situation muss Deutschland voll handlungsfähig sein", mahnte auch Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) in Berlin mit Blick auf Trumps Wahlsieg zu einem Ende der Regierungskrise in Deutschland. Zu den fehlenden Milliarden im Bundeshaushalt hatte er am Dienstagabend auf einer Veranstaltung des "Tagesspiegel" gesagt: "Die Lücke ist schließbar, wenn man es denn will."

Die Parlamentsgeschäftsführerinnen von SPD und Grünen, Katja Mast und Irene Mihalic, hoben hervor, dass bei ihren Parteien dieser Wille auf jeden Fall vorhanden sei. "Am Schluss geht es um Lösungen für unser Land", sagte Mast in Berlin. Mihalic machte deutlich, dass die Grünen mit der von Habeck erklärten Bereitschaft, aktuell nicht benötigte Subventionsmittel für eine Intel-Chipfabrik bei Magdeburg in den Haushalt zu überführen, bereits einen erheblichen Beitrag dafür geleistet hätten. Jetzt müssten sich auch andere bewegen.

Mihalic verband dies mit scharfen Attacken auf Lindner. Es sei "nicht akzeptabel, dass ein Koalitionspartner sich aktuell nicht bereit zeigt, mit uns gemeinsam diese Krise zu bewältigen", sagte sie in Berlin. Sie warf dem Finanzminister auch vor, Steuereinnahmen falsch eingeschätzt zu haben. Lindner habe sich "komplett verrechnet" und habe offensichtlich Probleme mit "Grundlagen der Mathematik", sagte sie. Auch Mihalic sagte aber, die aktuelle Krise könne überwunden werden, wenn dafür "ein Wille da ist".

Die Spitzen der Ampel-Koalition wollen sich am Abend im Kanzleramt treffen, um einen Ausweg aus ihrem Streit um die Wirtschafts- und Haushaltspolitik zu suchen. Einen Vorschlag dafür wollten zuvor Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Lindner und Habeck in vertraulichen Gesprächen ausarbeiten. Die Dreierrunde hatte sich bereits am Montag und Dienstag getroffen, am Mittwoch sollte es weitere interne Gespräche geben.

Die FDP drängt ihre Koalitionspartner massiv zu einer Kursänderung in der Wirtschaftspolitik und fordert konkrete Beschlüsse von der Sitzung des Koalitionsausschusses. Sollte sie sich mit ihren Vorstellungen nicht durchsetzen können, dürfte sich die Frage nach einem Ausscheiden der Liberalen aus der Koalition stellen. SPD und Grüne lehnten die Forderungen ab, die Lindner vergangene Woche in einem wirtschaftspolitischen Grundsatzpapier formuliert hatte.

Diese bedeuteten "die Rückabwicklung" dessen, was die Koalition "in den vergangenen drei Jahren auf den Weg gebracht" habe, sagte Mihalic. Insofern stehe es für das Regierungsbündnis "Spitz auf Knopf".

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Frei: Über Beteiligung an AfD-Regierung entscheidet nicht CDU in Sachsen-Anhalt

Die Entscheidung über die mögliche Beteiligung an einer AfD-Regierung nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) zufolge nicht bei der CDU vor Ort. "Das Kooperationsverbot mit der AfD ist ein Grundsatzbeschluss in der CDU", sagte Frei den Funke-Zeitungen vom Samstag. "Es kann nicht je nach Bundesland anders beantwortet werden."

US-Senat stimmt für umfassendes Sanktionspaket gegen Russland

Der US-Senat hat am Freitag mit großer Mehrheit für verschärfte Sanktionen gegen Russland gestimmt. Das Paket enthält Strafmaßnahmen gegen Präsident Wladimir Putin sowie eine Reihe russischer Beamter, Oligarchen und Banken. Außerdem wird von Washington erstmals die sogenannte Schattenflotte ins Visier genommen, mit deren Schiffen Moskau bereits bestehende internationale Sanktionen umgeht.

Selenskyj erstmals seit Beginn von Ukraine-Krieg in Serbien - Treffen mit Vucic

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten Besuch seit Beginn des Ukraine-Kriegs in Serbien seinen Amtskollegen Aleksandar Vucic getroffen. Nach seiner Ankunft in Belgrad am Freitagabend traf Selenskyj den serbischen Staatschef zu einem Abendessen. Vucic erklärte anschließend, er sei überzeugt, der Besuch werde zur Entwicklung der Beziehungen und zur stärkeren Zusammenarbeit beider Länder beitragen. Serbien ist traditionell eng mit Russland verbunden.

Trump macht erneut Druck auf Zentralbank-Vorständin Cook

US-Präsident Donald Trump unternimmt einen zweiten Versuch, die Zentralbank-Vorständin Lisa Cook zu feuern. Cook habe drei Wochen Zeit, um auf Vorwürfe wegen angeblicher Falschangaben bei Immobilienkrediten zu reagieren, heißt es in einem Brief des Weißen Hauses, der AFP am Freitag vorlag. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, Cook zu feuern, war aber vom obersten US-Gericht gestoppt worden.

Textgröße ändern: