Pallade Veneta - Sozialhilfeempfängerin muss Waschmaschine aus Regelsatz bezahlen

Sozialhilfeempfängerin muss Waschmaschine aus Regelsatz bezahlen


Sozialhilfeempfängerin muss Waschmaschine aus Regelsatz bezahlen
Sozialhilfeempfängerin muss Waschmaschine aus Regelsatz bezahlen / Foto: ADAM HAWALEJ - PAP/AFP/Archiv

Die Kommunen müssen Sozialhilfeempfängern weiterhin nicht die Ersatzbeschaffung einer Waschmaschine bezahlen. Infrage kommt lediglich ein Darlehen, wie am Donnerstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied. Zweifel an einer ausreichenden Höhe der Sozialhilfesätze teilten die Kasseler Richter nicht. (Az: B 8 SO 1/21 R)

Textgröße ändern:

Laut Gesetz haben Sozialhilfeempfänger Anspruch auf die "Erstausstattung" mit Haushaltsgeräten wie hier einer Waschmaschine. Für ein Ersatzgerät sollen Hilfebedürftige das Geld aus der Regelleistung ansparen und bekommen daher in der Regel allenfalls ein Darlehen.

Mit ihrer Klage machte eine Rentnerin aus Berlin geltend, die Sozialhilfeleistungen reichten nicht aus, um auf eine Waschmaschine sparen zu können. Gegen die Berechnung der Kosten für sogenannte weiße Ware im Sozialhilfesatz habe es verschiedenste Bedenken gegeben. Zudem habe sie mehrere Jahre lang keine funktionsfähige Waschmaschine gehabt.

Das BSG wies die Klage nun ab. Zur Begründung verwiesen die Kasseler Richter auf die bei der Sozialhilfe gegenüber Hartz-IV-Empfängern günstigen Bedingungen für ein Darlehen. So müssen Sozialhilfeempfänger nur fünf Prozent des Regelsatzes - gegenüber zehn Prozent bei Hartz IV - für die Rückzahlung aufbringen. Zudem ist das Sozialamt zu einer Einzelfallprüfung verpflichtet und kann gegebenenfalls einen Teil der Schulden erlassen.

Damit gebe es ausreichend Spielraum, um auch Härtefällen gerecht zu werden, betonte der Sozialhilfesenat des BSG. Die Klägerin habe das ihr angebotene Darlehen aber nicht beantragt.

Angriffe der von dem früheren Richter des hessischen Landessozialgerichts, Jürgen Borchert, vertretenen Frau auf die Höhe des Sozialhilfesatzes wies das BSG zurück. Es bestünden keine Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Höhe des Regelsatzes und auch nicht des Konzepts, wonach Leistungsberechtigte Mittel für teurere Anschaffungen eigenverantwortlich ansparen oder sonst ein Darlehen abzahlen müssen.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Vor Abschied bei der UNO: Baerbock fordert erneut UN-Generalsekretärin

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich wenige Tage vor ihrem Ausscheiden als Präsidentin der UN-Generalversammlung noch einmal für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen stark gemacht. Dies sei ein "Testfall für die Glaubwürdigkeit der Organisation", erklärte Baerbock am Freitag in New York. Bislang waren ausschließlich Männer UN-Generalsekretär.

Meloni feiert Amtszeit-Rekord und stimmt auf Wahlkampf 2027 ein

Mit einer Kundgebung in der Hafenstadt Bari hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Amtszeit-Rekord ihrer Regierung gefeiert und zugleich den Blick auf die Parlamentswahl 2027 gerichtet. "Stabilität ist kein Rekord, den man zur Schau stellt, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Nation planen, entscheiden, ihre Verpflichtungen einhalten und respektiert werden kann", erklärte die 49-jährige Vorsitzende der ultrarechten Fratelli d'Italia (FdI) im Onlinedienst X.

Angriff am helllichten Tag: Russische Drohne trifft Geheimdienst-Zentrale in Kiew

Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe "direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurden zwölf Menschen verletzt. Der Angriff erfolgte kurz vor einem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew.

Textgröße ändern: