Pallade Veneta - Französische Bauern protestieren weiter gegen Mercosur-Abkommen

Französische Bauern protestieren weiter gegen Mercosur-Abkommen


Französische Bauern protestieren weiter gegen Mercosur-Abkommen
Französische Bauern protestieren weiter gegen Mercosur-Abkommen / Foto: PHILIPPE LOPEZ - AFP

Der mögliche Abschluss des EU-Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten hat französische Bauern am zweiten Tag in Folge zu Protesten auf die Straße gebracht. Gut 100 Landwirte bewegten sich am Dienstag in einem Konvoi aus Autos und Traktoren in Richtung der französisch-spanischen Grenze, um dort Lastwagen zu blockieren, wie AFP-Journalisten beobachteten.

Textgröße ändern:

In Nacht zu Dienstag beteiligten sich nach Behördenangaben mehr als 7000 Landwirte mit knapp 1900 Landmaschinen an Protestaktionen, zu denen mehrere Bauernverbände aufgerufen hatten. Während der größte Bauernverband vor allem symbolische Aktionen vorsieht, droht eine kleinere Gewerkschaft auch mit Blockaden von Lebensmitteltransporten.

In dem deutsch-französischen Grenzgebiet demonstrierten deutsche und französische Landwirte gemeinsam und blockierten zeitweise auch die Europabrücke über den Rhein bei Straßburg. "Wir unterstützen die französischen Bauer hier symbolisch, da wir auch ausdrücken, dass wir nicht einverstanden sind mit der EU-Agrarpolitik, auch mit dem EU-Mercosur-Abkommen mit Südamerika", sagte der badische Landwirt Alexander Heitz zu AFP.

In Bordeaux verbrannten mehrere dutzend Winzer ausgerissene Weinstöcke. "Es ist eine Warnung, wir fachen das Feuer wieder an", sagte der 60 Jahre alte Jérôme Freville mit Blick auf die monatelangen Bauernproteste im vergangenen Winter, die unter anderem zu massiven Verkehrsstörungen geführt hatten.

Französische Landwirte hatten damals bereits gegen zu viel Bürokratie und zu wenig Einkommen protestiert. Die Regierung hatte ihnen zahlreiche Zusagen gemacht, deren Umsetzung sich durch die vorgezogenen Neuwahlen jedoch verzögerten. "Wir haben schon im Februar protestiert, und es hat sich nichts geändert", sagte der Jungbauer Cyriac Blanchet. "Wir betreiben derzeit eine Verlustwirtschaft", ergänzte der Winzer Kevin Caris.

Der möglicherweise bevorstehende Abschluss des Mercorsur-Abkommens hat die Wut der Bauern nun erneut angeheizt. Die französische Regierung schlägt sich dabei öffentlich auf die Seite der Bauern. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte beim G20-Treffen in Brasilien seine Ablehnung des Abkommens. "Anders als viele denken, ist Frankreich nicht isoliert", betonte er und verwies auf Polen, Österreich, Italien.

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Steinmeier beginnt zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich

Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Frankreich wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag (10.00 Uhr) vom französischen Staatschef Emmanuel Macron mit militärischen Ehren am Pariser Triumphbogen begrüßt. Anschließend sind ein Gespräch mit Macron im Elysée-Palast und eine gemeinsame Presseerklärung geplant. Am Abend soll ein Staatsbankett im Elysée stattfinden.

Bundestag debattiert über Einkommensteuerreform

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (09.00 Uhr) über die geplante Einkommensteuerreform. Die Abgeordneten befassen sich in erster Lesung mit dem Vorhaben, das innerhalb der Koalition kontrovers diskutiert wird und vorsieht, vor allem kleine und mittlere Einkommen und insbesondere Familien zu entlasten. In erster Lesung wird außerdem über die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Neuregelung des Wohngeldes debattiert.

Britischer Premierminister Burnham zu Antrittsbesuch bei Merz

Der britische Premierminister Andrew Burnham kommt am Donnerstag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Dabei wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der seit Juli amtierende Premier die Ratifikationsurkunden zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag austauschen, der damit in Kraft tritt. Der sogenannte Kensington-Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen vor, darunter in der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch in der Wirtschaft. Unterzeichnet worden war der Vertrag im Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer.

Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel haben die Menschen im ganzen Land der Opfer gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend in Tel Aviv erinnerte die frühere Hamas-Geisel Eli Scharabi an all jene, die am 7. Oktober 2023 von den Islamisten getötet und verschleppt wurden, darunter seine Familie. Das Versagen der Sicherheitsbehörden an jenem Tag ist das bestimmende Thema vor der Parlamentswahl Ende Oktober.

Textgröße ändern: