Pallade Veneta - Faeser fordert nach Durchtrennen von Kabel besseren Schutz kritischer Infrastruktur

Faeser fordert nach Durchtrennen von Kabel besseren Schutz kritischer Infrastruktur


Faeser fordert nach Durchtrennen von Kabel besseren Schutz kritischer Infrastruktur
Faeser fordert nach Durchtrennen von Kabel besseren Schutz kritischer Infrastruktur / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat nach der mutmaßlich durch Sabotage herbeigeführten Beschädigung von Datenkabeln in der Ostsee einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur gefordert. "Wir kennen die Hintergründe der Beschädigung des Glasfaserkabels zwischen Finnland und Deutschland noch nicht, aber der Fall fügt sich in das Bild der hohen aktuellen Bedrohungen für kritische Infrastrukturen ein", sagte Faeser den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Textgröße ändern:

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuvor am Rande von EU-Beratungen in Brüssel gesagt, er gehe davon aus, dass die Kabel-Unterbrechung auf "Sabotage" zurückzuführen sei. Auch Faeser bestätigte einen entsprechenden Verdacht. Dieser werde aber noch untersucht. Die Bundespolizei sei dazu mit den schwedischen und finnischen Behörden in Kontakt.

Faeser forderte, die kritischen Infrastrukturen "widerstandsfähiger und krisenfester" zu machen. "Dazu gehört der Schutz für Anlagen und wichtige Leitungen, dazu gehört mehr Ausfallsicherheit und eine schnelle Reaktionsfähigkeit bei Schäden", sagte sie den Funke-Zeitungen. Die Ministerin drang darauf, dass das geplante Gesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen ungeachtet des Bruchs der Ampel-Koalition noch in dieser Legislaturperiode beraten und beschlossen wird.

"Wir sind in der Pflicht, hier europäisches Recht umzusetzen und die innere Sicherheit zu stärken", mahnte die SPD-Politikerin. Mit dem Gesetz könne sich stärker gegen Sabotageakte und hybride Bedrohungen geschützt werden – "vor allem durch das russische Regime", sagte Faeser.

Die Innenministerin wies darauf hin, dass auf der Ostsee bereits jetzt die Bundespolizei stärker patrouillieren würde. Zudem würden "russische Kriegsschiffe und angebliche Forschungsschiffe auf Nord- und Ostsee konsequent überwacht". Deutschland setze dabei auch Hubschrauber und Schiffe ein, an der Küste seien zudem Spezialeinheiten der GSG9 stationiert.

Der finnische Technologiekonzern Cinia hatte zuvor mitgeteilt, dass aus ungeklärten Gründen ein Unterwasserkabel zwischen Deutschland und Finnland durchtrennt sei. Der Defekt an dem Kabel Cinia C-Lion1 sei am Montag festgestellt worden. Das 1172 Kilometer lange Glasfaserkabel überträgt seit 2016 Daten zwischen Helsinki und Rostock.

Der schwedische Minister für Zivilverteidigung, Carl-Oskar Bohlin, teilte später mit, dass ein zweites Unterwasserkabel in der Ostsee beschädigt worden sei. Dabei handelt es sich demnach um eine Telekommunikationsverbindung zwischen Schweden und Litauen.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Steinmeier beginnt zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich

Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Frankreich wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag (10.00 Uhr) vom französischen Staatschef Emmanuel Macron mit militärischen Ehren am Pariser Triumphbogen begrüßt. Anschließend sind ein Gespräch mit Macron im Elysée-Palast und eine gemeinsame Presseerklärung geplant. Am Abend soll ein Staatsbankett im Elysée stattfinden.

Bundestag debattiert über Einkommensteuerreform

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (09.00 Uhr) über die geplante Einkommensteuerreform. Die Abgeordneten befassen sich in erster Lesung mit dem Vorhaben, das innerhalb der Koalition kontrovers diskutiert wird und vorsieht, vor allem kleine und mittlere Einkommen und insbesondere Familien zu entlasten. In erster Lesung wird außerdem über die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Neuregelung des Wohngeldes debattiert.

Britischer Premierminister Burnham zu Antrittsbesuch bei Merz

Der britische Premierminister Andrew Burnham kommt am Donnerstag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Dabei wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der seit Juli amtierende Premier die Ratifikationsurkunden zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag austauschen, der damit in Kraft tritt. Der sogenannte Kensington-Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen vor, darunter in der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch in der Wirtschaft. Unterzeichnet worden war der Vertrag im Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer.

Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel haben die Menschen im ganzen Land der Opfer gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend in Tel Aviv erinnerte die frühere Hamas-Geisel Eli Scharabi an all jene, die am 7. Oktober 2023 von den Islamisten getötet und verschleppt wurden, darunter seine Familie. Das Versagen der Sicherheitsbehörden an jenem Tag ist das bestimmende Thema vor der Parlamentswahl Ende Oktober.

Textgröße ändern: