Pallade Veneta - Arbeitskräfte gesucht: Spanien erleichtert Zuwanderung

Arbeitskräfte gesucht: Spanien erleichtert Zuwanderung


Arbeitskräfte gesucht: Spanien erleichtert Zuwanderung
Arbeitskräfte gesucht: Spanien erleichtert Zuwanderung / Foto: OSCAR DEL POZO - AFP/Archiv

Die spanische Regierung will mit einer Einwanderungsreform pro Jahr zehntausenden Migranten zusätzlich einen legalen Aufenthalt im Land erlauben. Die am Dienstag beschlossene Gesetzesänderung gelte für Ausländer, die sich bereits im Land befänden, sagte Migrationsministerin Elma Saiz. Durch die Änderungen könnten sie "ein Leben als vollständige Bürger führen, mit allen Rechten und Pflichten". Hintergrund der Reform sind vor allem wirtschaftliche Gründe, Spanien brauche dringend zusätzliche Arbeitskräfte.

Textgröße ändern:

Die Regierung habe bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass "diverse nationale und internationale Organisationen schätzen, dass Spanien ungefähr 250.000 bis 300.000 ausländische Arbeiter pro Jahr braucht, um seinen Lebensstandard zu halten", sagte Saiz weiter. "Wir wollen es Ausländern leichter machen, eine Arbeit zu finden, die ihrem beruflichem Profil entspricht und Unternehmen, dass sie die Fachkräfte finden, die sie brauchen."

Die Reform sieht unter anderem erleichterte Zugangsvoraussetzungen für den Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis vor. Zudem sind Visa, die für die Zeit der Arbeitssuche gelten, nicht mehr nur drei Monate sondern ein Jahr gültig. Studierende können mehr Stunden pro Woche arbeiten und der Familiennachzug wird erleichtert.

Die Regierung geht davon aus, dass dadurch jährlich insgesamt 300.000 Migranten eine Aufenthaltserlaubnis erhalten könnten. 2023 erhielten laut Saiz 210.000 Ausländer ein Visum in Spanien. 2022 waren es demnach 125.000.

Regierungschef Pedro Sánchez hatte bereits zuvor erklärt, dass Spanien angesichts einer alternden Bevölkerung und einem Mangel an Arbeitskräften auf Einwanderinnen und Einwanderer angewiesen sei. "Spanien kann sich entscheiden, ob es ein offenes Land sein will, das im Wohlstand lebt oder ein verschlossenes und armes Land. Wir haben uns für die erste Option entschieden", sagte Saiz. Rund drei Millionen Ausländerinnen und Ausländer zahlten derzeit fast 14 Prozent der Sozialabgaben in Spanien, fügte sie hinzu.

Spanien ist zusammen mit Italien und Griechenland das wichtigste Ankunftsland für die illegale Einwanderung nach Europa. Vor allem auf den Kanarischen Inseln kommen immer mehr Menschen an. Bis Mitte Oktober waren es in diesem Jahr laut Innenministerium rund 33.000 Migranten, das sind 9000 mehr als im gesamten Jahr 2023.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel haben die Menschen im ganzen Land der Opfer gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend in Tel Aviv erinnerte die frühere Hamas-Geisel Eli Scharabi an all jene, die am 7. Oktober 2023 von den Islamisten getötet und verschleppt wurden, darunter seine Familie. Das Versagen der Sicherheitsbehörden an jenem Tag ist das bestimmende Thema vor der Parlamentswahl Ende Oktober.

Brasiliens Präsident Lula veröffentlicht erstmals Selfie-Video in Onlinediensten

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besitzt kein Handy und belächelt immer wieder die "Wisch-Tippen"-Generation - nun hat er knapp drei Wochen vor der Präsidentenstichwahl ein Selfie-Video veröffentlicht. "Kommt schon, Leute, lasst uns auf die Straße gehen. Lasst uns mit den Menschen reden", sagte Lula in der bei Tiktok und Instagram verbreiteten Aufnahme.

US-Regierung nennt Negativschlagzeilen über "USS Lincoln" Stimmungsmache

Der in die Negativschlagzeilen geratene US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" kommt nach rund elf Monaten zurück nach Kalifornien. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nutzte einen Besuch auf dem Kriegsschiff am Mittwoch, um gegen Medien auszuteilen. Einige Journalisten hätten versucht, die "Lincoln" zu einem Symbol für "Pannen", "schlechte Stimmung" oder sogar "einen gescheiterten Einsatz" zu machen, kritisierte er.

Proteste in Izmir nach Wechsel des Bürgermeisters zur Regierungspartei AKP

Nach dem Parteiwechsel des Bürgermeisters von Izmir zur islamisch-konservativen AKP haben in der westtürkischen Metropole mehr als tausend Menschen gegen diesen Schritt protestiert. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichteten, sperrte die Polizei die zentralen Plätze der Stadt im Vorfeld der Proteste ab. Am Abend versammelte sich eine Menschenmenge rund um den abgesperrten Cumhuriyet Platz, die türkische Flaggen schwenkte und an den Bürgermeister Cemil Tugay gerichtet skandierte: "Tugay, der Verräter" und "Tugay, tritt zurück".

Textgröße ändern: