Pallade Veneta - Frühere französische Widerstandskämpferin Madeleine Riffaud in Paris beigesetzt

Frühere französische Widerstandskämpferin Madeleine Riffaud in Paris beigesetzt


Frühere französische Widerstandskämpferin Madeleine Riffaud in Paris beigesetzt
Frühere französische Widerstandskämpferin Madeleine Riffaud in Paris beigesetzt / Foto: Christophe ARCHAMBAULT - AFP/Archiv

Die im Alter von 100 Jahren gestorbene frühere französische Widerstandskämpferin Madeleine Riffaud ist am Mittwoch in Paris beigesetzt worden. "Au revoir Madeleine", erklärte der kommunistische Parteichef Fabrice Roussel, der an der Trauerfeier auf dem Friedhof Montparnasse teilnahm. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Riffaud zuvor als eine "Heldin" gewürdigt, "die mit ihrem Mut, ihren Gedichten und ihre kämpferischen Worten die 'Freiheit' in unsere Geschichte eingeschrieben hat".

Textgröße ändern:

Riffaud war unter anderem dafür bekannt geworden, dass sie im Alter von 19 Jahren im Sommer 1944 am hellichten Tag in Paris einen deutschen Besatzungssoldaten erschoss. "Ich wollte ein Signal setzen. Paris musste sich erheben", erinnerte sie sich im vergangenen Jahr in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Kurz zuvor hatte eine SS-Panzerdivision im Dorf Oradour-sur-Glane in der Nähe der Heimat ihrer Eltern ein Massaker verübt und dabei mehr als 600 Menschen getötet. Riffaud wurde anschließend von der Gestapo gefoltert und hätte erschossen werden sollen, entkam aber in letzter Minute. Später organisierte sie einen Überfall auf einen Zug mit deutschen Soldaten in Paris.

Als Decknamen in der Widerstandsbewegung hatte sie "Rainer" gewählt, eine Hommage an den deutschsprachigen Dichter Rainer Maria Rilke. Damit wollte sie zeigen, dass sie "nicht im Krieg gegen das deutsche Volk ist, aber gegen die Nazis", wie sie später sagte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie Kriegsreporterin und berichtete aus Algerien und Vietnam. Anlässlich ihres 100. Geburtstags erschien im August der dritte und letzte Band einer Comicreihe mit dem Titel "Madeleine, die Widerständige", der ihre bewegende Lebensgeschichte erzählt. Riffaud zählte zu den letzten Zeitzeugen der Schrecken der deutschen Besatzung.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel haben die Menschen im ganzen Land der Opfer gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend in Tel Aviv erinnerte die frühere Hamas-Geisel Eli Scharabi an all jene, die am 7. Oktober 2023 von den Islamisten getötet und verschleppt wurden, darunter seine Familie. Das Versagen der Sicherheitsbehörden an jenem Tag ist das bestimmende Thema vor der Parlamentswahl Ende Oktober.

Brasiliens Präsident Lula veröffentlicht erstmals Selfie-Video in Onlinediensten

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besitzt kein Handy und belächelt immer wieder die "Wisch-Tippen"-Generation - nun hat er knapp drei Wochen vor der Präsidentenstichwahl ein Selfie-Video veröffentlicht. "Kommt schon, Leute, lasst uns auf die Straße gehen. Lasst uns mit den Menschen reden", sagte Lula in der bei Tiktok und Instagram verbreiteten Aufnahme.

US-Regierung nennt Negativschlagzeilen über "USS Lincoln" Stimmungsmache

Der in die Negativschlagzeilen geratene US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" kommt nach rund elf Monaten zurück nach Kalifornien. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nutzte einen Besuch auf dem Kriegsschiff am Mittwoch, um gegen Medien auszuteilen. Einige Journalisten hätten versucht, die "Lincoln" zu einem Symbol für "Pannen", "schlechte Stimmung" oder sogar "einen gescheiterten Einsatz" zu machen, kritisierte er.

Proteste in Izmir nach Wechsel des Bürgermeisters zur Regierungspartei AKP

Nach dem Parteiwechsel des Bürgermeisters von Izmir zur islamisch-konservativen AKP haben in der westtürkischen Metropole mehr als tausend Menschen gegen diesen Schritt protestiert. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichteten, sperrte die Polizei die zentralen Plätze der Stadt im Vorfeld der Proteste ab. Am Abend versammelte sich eine Menschenmenge rund um den abgesperrten Cumhuriyet Platz, die türkische Flaggen schwenkte und an den Bürgermeister Cemil Tugay gerichtet skandierte: "Tugay, der Verräter" und "Tugay, tritt zurück".

Textgröße ändern: