Pallade Veneta - Social-Media-Unternehmen kritisieren australisches Nutzungsverbot für unter 16-Jährige

Social-Media-Unternehmen kritisieren australisches Nutzungsverbot für unter 16-Jährige


Social-Media-Unternehmen kritisieren australisches Nutzungsverbot für unter 16-Jährige
Social-Media-Unternehmen kritisieren australisches Nutzungsverbot für unter 16-Jährige / Foto: William WEST - AFP

Die großen Social-Media-Unternehmen und die Vereinten Nationen haben das vom australischen Parlament beschlossene Nutzungsverbot ihrer Angebote für unter 16-jährige Kinder und Jugendliche kritisiert. Der Onlinedienst Tiktok teilte am Freitag mit, die Firma sei "enttäuscht" von dem am Donnerstag beschlossenen Gesetz. Durch das Verbot bestehe die Gefahr, dass "junge Menschen in dunklere Ecken des Internets gedrängt werden, wo es keine Communityrichtlinien und Sicherheitsregeln (...) gibt", teilte ein Sprecher des Unternehmens mit.

Textgröße ändern:

Der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta kritisierte eine Gesetzgebung, die im "Eiltempo" durchgesetzt worden sei und ohne zu berücksichtigen, "was die Industrie bereits tut, um altersgerechte Erfahrungen und die Stimmen junger Menschen zu berücksichtigen". Zudem verlangte der Konzern, die geplanten Regelungen genau einsehen zu dürfen, um eine "technisch machbare" Lösung zur Altersverifizierung anbieten zu können, die "Eltern und Jugendliche nicht über Gebühr belastet".

Ein Sprecher des Onlinediensts Snapchat sagte, das Unternehmen sei angesichts des neuen Gesetzes "ernsthaft besorgt". Viele Fragen dazu, wie die neue Regelung genau funktionieren soll, blieben unbeantwortet.

Auch Katie Maskiell vom UN-Kinderhilfswerk Unicef Australien warnte davor, dass Kinder und Jugendliche in "verdeckte und nicht regulierte Online-Räume" gedrängt würden, wenn sie keinen Zugang mehr zu Tiktok, Facebook und Co. hätten. Zudem hätten sie durch das Verbot keinen Zugang mehr zu "Bereichen der Online-Welt, die für ihr Wohlbefinden grundlegend sind", fügte Maskiell hinzu.

Mit dem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren bekommt Australien eine der weltweit schärfsten Regelungen für Onlinedienste wie Tiktok, Instagram und Facebook. Australiens Premier Anthony Albanese hatte Social Media als "Plattform für Gruppenzwang, treibende Kraft für Ängste, Hilfsmittel für Betrüger und Werkzeug für Online-Triebtäter" beschrieben. Er wünsche sich, dass Australiens Jugendliche von ihren Handy-Bildschirmen wegkommen und stattdessen lieber Sport machen.

Die Betreiber müssen künftig "angemessene Schritte" unternehmen, um dafür zu sorgen, dass unter 16-Jährige bei ihnen keine eigenen Konten einrichten können. Ihnen drohen Strafen von bis zu umgerechnet rund 31 Millionen Euro, wenn sie sich nicht an die neuen Vorschriften halten. Der Gesetzentwurf enthält tatsächlich kaum Details dazu, wie seine Einhaltung durchgesetzt werden soll. Die genauen Vorschriften sollen noch ausgearbeitet werden, das Gesetz wird voraussichtlich frühestens in einem Jahr in Kraft treten.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Höhere Trassenpreise: Länder drohen mit Klage

Die Verkehrsminister der Länder haben mit einer Klage gegen die neuen Trassenpreise gedroht, sollte der Bund nicht die Mehrkosten für die plötzlich deutlich erhöhte Schienenmaut übernehmen. "Wir senden heute gemeinsam ein Signal der Geschlossenheit: Die massiven Trassenpreissteigerungen sind so nicht akzeptabel", erklärte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter nach einer digitalen Verkehrsministerkonferenz. "Da der Bund bisher nicht bereit ist, die Mehrkosten auszugleichen, sind die Länder bei weiterer Weigerung des Bundes gezwungen zu klagen."

Mindestens 38 Soldaten bei Angriffen im Jemen getötet - Huthis reklamieren Attacke

Bei Drohnen- und Raketenangriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen sind am Donnerstag nach Angaben von Medizinern mindestens 38 Regierungssoldaten getötet worden. Die Huthis reklamierten die Attacken für sich, einem jemenitischen Militärvertreter zufolge richteten sie sich gegen Armeelager im Zentrum des Landes und nahe der Grenze zu Saudi-Arabien.

Nach Ausweisung von Journalistin: Russland wirft Frankreich "politische Verfolgung" vor

Nach der Ausweisung der Kreml-treuen Journalistin Xenia Fedorova aus Frankreich hat Moskau Paris eine "politische Verfolgung" von Medienschaffenden vorgeworfen. "Jede abweichende Meinung wird als russische Propaganda bezeichnet, worauf Versuche folgen, Journalisten und ganze Medien zu vertreiben", sagte der stellvertretende Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexej Fadejew, am Donnerstag. Es gebe in Frankreich eine "Zensur von Meinungen, die nicht der offiziellen Linie entsprechen".

Iran-Krieg: Berichte über US-Munitionsknappheit - Pakistan will neue Gespräche

Im Krieg gegen den Iran haben die US-Streitkräfte Medienberichten zufolge große Teile ihrer Munitionsvorräte verschossen. Ein Mangel an Raketen habe US-Präsident Donald Trump von weiteren Angriffen abgehalten, schrieb etwa die "Washington Post". Trump wies die Berichte am Donnerstag zurück und drohte den Journalisten mit langen Haftstrafen. Nachdem sich der Iran und Oman auf eine neue Route durch die Straße von Hormus geeinigt hatten, hofft Vermittler Pakistan unterdessen auf neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Textgröße ändern: