Pallade Veneta - Aktivisten: Pro-türkische Kämpfer erobern strategisch wichtige Stadt Nordsyriens

Aktivisten: Pro-türkische Kämpfer erobern strategisch wichtige Stadt Nordsyriens


Aktivisten: Pro-türkische Kämpfer erobern strategisch wichtige Stadt Nordsyriens
Aktivisten: Pro-türkische Kämpfer erobern strategisch wichtige Stadt Nordsyriens / Foto: Bakr ALKASEM - AFP

Parallel zu der Großoffensive von Dschihadisten in Syrien haben nach Angaben von Aktivisten pro-türkische Kämpfer im Norden des Landes kurdischen Verbänden die Kontrolle über eine strategisch wichtige Stadt entrissen. Die von der Türkei unterstützten Milizen hätten am Sonntag die Stadt Tal Rifaat sowie einige umliegende Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Textgröße ändern:

Tal Rifaat liegt rund 20 Kilometer südlich der Grenze zur Türkei. Rund um die Stadt hat es in der Vergangenheit immer wieder Kämpfe zwischen den pro-türkischen Milizen und kurdischen Kämpfern gegeben.

Laut dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, hatten die pro-türkischen Milizen am Samstag ihre eigene Offensive gestartet. Eines der Ziele dieser Offensive sei es, Versorgungslinien der kurdischen Kämpfer zu kappen.

Die Aktivisten-Organisation zeigte sich besorgt über die Lage der kurdischen Bevölkerung im Norden Syriens. Rund 200.000 syrische Kurden in der Provinz Aleppo würden von pro-türkischen Kämpfern "belagert". Die Kommunikationsverbindungen seien abgeschnitten. Die Beobachtungsstelle äußerte die Befürchtung, dass "Massaker" an Kurden verübt werden könnten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betrachtet die im Norden Syriens operierende Kurden-Miliz YPG als einen Zweig der in der Türkei als Terrororganisation eingestuften und verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Die türkische Armee hatte ab 2016 drei Offensiven gegen kurdische Kämpfer in Nordsyrien geführt. Die dabei besetzten Gebiete werden seither von pro-türkischen Milizen kontrolliert.

Im Zuge ihrer jüngsten Vorstöße hätten die pro-türkischen Verbände auch Regierungstruppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad attackiert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag auch mit. Dabei seien neun Soldaten der Regierungsarmee getötet worden.

Die von Ankara unterstützten Milizen eroberten demnach auch die Orte Safireh und Chanasser südöstlich der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo und nahmen den Militärflughafen Kweyris ein.

Bereits seit Mittwoch gibt es im Norden Syriens eine Großoffensive der Dschihadistengruppe HTS, eines Ablegers des Extremistennetzwerkes Al-Kaida, und von mit ihr verbündeten Kämpfern. Dabei gelang ihnen laut der Beobachtungsstelle die Einnahme von Aleppo. Demnach verlor die syrische Regierung also erstmals seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 vollständig die Kontrolle über die zweitgrößte Stadt des Landes.

Bei der Großoffensive der HTS wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle bis Sonntag mehr als 400 Menschen getötet. Die Organisation mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk verschiedener Quellen in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan sprach am Sonntag mit seinem US-Kollegen Anthony Blinken am Telefon über die raschen Gebietsgewinne der Dschihadisten in Nordsyrien. Dabei habe Fidan gesagt, dass sich die Türkei gegen alle Entwicklungen wende, "die die Instabilität in der Region erhöhen", verlautete aus dem Außenministerium in Ankara. Die Türkei unterstütze "Schritte zum Abbau der Spannungen in Syrien", wurde der Chefdiplomat zitiert.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Mindestens 38 Soldaten bei Angriffen im Jemen getötet - Huthis reklamieren Attacke

Bei Drohnen- und Raketenangriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen sind am Donnerstag nach Angaben von Medizinern mindestens 38 Regierungssoldaten getötet worden. Die Huthis reklamierten die Attacken für sich, einem jemenitischen Militärvertreter zufolge richteten sie sich gegen Armeelager im Zentrum des Landes und nahe der Grenze zu Saudi-Arabien.

Nach Ausweisung von Journalistin: Russland wirft Frankreich "politische Verfolgung" vor

Nach der Ausweisung der Kreml-treuen Journalistin Xenia Fedorova aus Frankreich hat Moskau Paris eine "politische Verfolgung" von Medienschaffenden vorgeworfen. "Jede abweichende Meinung wird als russische Propaganda bezeichnet, worauf Versuche folgen, Journalisten und ganze Medien zu vertreiben", sagte der stellvertretende Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexej Fadejew, am Donnerstag. Es gebe in Frankreich eine "Zensur von Meinungen, die nicht der offiziellen Linie entsprechen".

Iran-Krieg: Berichte über US-Munitionsknappheit - Pakistan will neue Gespräche

Im Krieg gegen den Iran haben die US-Streitkräfte Medienberichten zufolge große Teile ihrer Munitionsvorräte verschossen. Ein Mangel an Raketen habe US-Präsident Donald Trump von weiteren Angriffen abgehalten, schrieb etwa die "Washington Post". Trump wies die Berichte am Donnerstag zurück und drohte den Journalisten mit langen Haftstrafen. Nachdem sich der Iran und Oman auf eine neue Route durch die Straße von Hormus geeinigt hatten, hofft Vermittler Pakistan unterdessen auf neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Fund von Sprengstoffdrohne sorgt für Debatte über Luftsicherheit

Der Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen hat eine Debatte über Maßnahmen zur Abwehr solcher Bedrohungen ausgelöst. Die Grünen forderten am Donnerstag klarer geregelte Zuständigkeiten der Behörden. Die SPD sieht Deutschland hierbei auf einem guten Weg. Unterdessen wurden brisante Ermittlungs-Details bekannt: Eine der ukrainischen Frachtmaschinen, neben der die Drohne gefunden wurde, war einem Medienbericht zufolge mit Munition beladen.

Textgröße ändern: