Pallade Veneta - BGH: Fall von Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin wird teils neu aufgerollt

BGH: Fall von Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin wird teils neu aufgerollt


BGH: Fall von Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin wird teils neu aufgerollt
BGH: Fall von Millionenbetrug mit Coronatests in Berlin wird teils neu aufgerollt / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Das Berliner Landgericht muss einen Fall von Betrug mit Coronatests teilweise neu aufrollen. Der Bundesgerichtshof (BGH) fand Rechtsfehler in dem Urteil vom März 2023, wie er am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Das Landgericht hatte einen damals 47-Jährigen zu acht Jahren und neun Monaten Haft sowie seine 45-jährige Schwester zu einer Bewährungsstrafe wegen Beihilfe verurteilt. (Az. 5 StR 498/23)

Textgröße ändern:

Dem Urteil zufolge hatte der Angeklagte in Berlin mehrere Spätis und Gaststätten betrieben. Im Frühling 2021 registrierte er 18 seiner Läden als Coronatestzentren, fast alle davon mit falschen Personalien. In zahlreichen Fällen rechnete er Tests ab, die gar nicht stattgefunden hatten. Insgesamt überwies die Kassenärztliche Vereinigung für die angeblichen Tests knapp 9,8 Millionen Euro auf verschiedene Konten.

Die Schwester half bei dem Betrug, indem sie ihre Daten und Personalien zur Verfügung stellte. Dadurch erlangte sie laut Urteil rund 2,4 Millionen Euro. Die durch die Taten erzielten Erträge sollten eingezogen werden. Für die unter falschem Namen betriebenen Teststellen setzte das Landgericht den gesamten Auszahlungsbetrug als Schaden an.

Bei einer unter eigenem Namen betriebenen Teststelle zog es von dem Schaden aber eine Summe von knapp 64.000 Euro ab, die es nach eigener Schätzung für tatsächlich erbrachte Coronatests ansetzte. Dagegen wandte sich die Staatsanwaltschaft an den BGH.

Dieser fand nun mehrere Rechtsfehler und hob das Urteil gegen den Angeklagten auf, soweit es diese Fälle betraf. Dadurch muss auch über die Strafe neu verhandelt werden. Die Feststellungen des Landgerichts seien lückenhaft und widersprüchlich, erklärte der BGH.

So habe es zum Beispiel Hinweise auf den Einsatz von ungeschultem Personal und zu kurze Wartezeiten bei der Abnahme von Tests nicht in den Blick genommen. Im Raum stehe, dass der Angeklagte auch dabei getäuscht habe. Eine andere Strafkammer des Landgerichts muss nun neu entscheiden.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Drohnenangriff auf Schiffe: Bulgarische Rettungskräfte stellen Suche nach Seeleuten ein

Nach dem Untergang eines Handelsschiffs vor der bulgarischen Küsten infolge eines Drohnenangriffs haben die Rettungskräfte ihre Suche nach den vermissten Crew-Mitgliedern eingestellt. "Es gibt keine Spur von den Seeleuten", sagte am Mittwoch der Leiter des bulgarischen Koordinierungszentrums für maritime Noteinsätze, Rumen Nikolov. Der Rettungseinsatz im Schwarzen Meer wurde nach seinen Angaben am Vorabend gestoppt und soll auch nicht wiederaufgenommen werden.

Reichinnek: Merz muss nach Wahl von AfD-Landtagspräsident für Konsequenzen sorgen

Nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt sieht die Linke die Gefahr einer rechtsextremen Regierung in dem Land und hat die CDU scharf kritisiert. "Wer einem Rechtsextremen seine Stimme gibt, hat jedes Recht verloren, sich als Demokrat zu bezeichnen", sagte Fraktionschefin Heidi Reichinnek am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP an die Adresse der Union gerichtet. Wer sich da "enthält, hat keine Haltung".

Huthi-Miliz vermeldet Raketenangriff auf Flughafen von Riad

Die jemenitische Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad mit einer Rakete angegriffen. "Unsere Streitkräfte haben gerade den König-Chalid-Flughafen in Riad mit einer ballistischen Rakete attackiert", erklärte Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Mittwoch. Der Angriff sei "präzise" gewesen und habe zu einer Störung des Flugbetriebs geführt.

Israel gedenkt der Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren mit Schweigeminute

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023 haben die Menschen in dem Land der Opfer gedacht. Am Gedenkort des Nova-Musikfestivals nahe des Kibbuz Reim im Süden des Landes hielten die Anwesenden um genau 06.29 Uhr, dem Beginn der Massaker vor drei Jahren, eine Schweigeminute ab und neigten inmitten der Porträts ihrer getöteten Familienangehörigen und Freunde ihre Köpfe.

Textgröße ändern: