Pallade Veneta - Vor Weidel-Nominierung: Queer-Beauftragter kritisiert "Hass und Häme" aus AfD

Vor Weidel-Nominierung: Queer-Beauftragter kritisiert "Hass und Häme" aus AfD


Vor Weidel-Nominierung: Queer-Beauftragter kritisiert "Hass und Häme" aus AfD
Vor Weidel-Nominierung: Queer-Beauftragter kritisiert "Hass und Häme" aus AfD / Foto: Christoph Soeder - POOL/AFP/Archiv

Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), hat der designierten AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel einen fragwürdigen Umgang mit ihrer Homosexualität attestiert. "Wieviel Selbstverleugnung muss Alice Weidel wohl jeden Tag aufbringen, um Vorsitzende dieser AfD zu sein?", sagte der Grünen-Politiker der Nachrichtenagentur AFP. Die Politik der AfD richte sich gegen die Rechte sexueller Minderheiten: Lehmann erinnerte daran, dass einer der ersten Gesetzentwürfe der AfD-Fraktion im Bundestag darauf abzielte, die Ehe für alle abzuschaffen.

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"Das zeigt, was Lesben und Schwule von dieser Partei zu erwarten haben", sagte Lehmann. "Die Häme und der Hass gegen transgeschlechtliche Menschen sowie die Ablehnung von Regenbogenfamilien stehen für ein spalterisches Bild von Gesellschaft."

Weidel, die am Samstag vom AfD-Bundesvorstand als Kanzlerkandidatin nominiert werden soll, ist eigenen Angaben zufolge mit einer Frau verheiratet. Das Paar zieht gemeinsam zwei adoptierte Kinder groß.

Zu ihren Lebensverhältnissen sagte Weidel vergangenes Jahr in der ARD: "Ich bin nicht queer, sondern ich bin mit einer Frau verheiratet, die ich seit 20 Jahren kenne." Auf die Frage der "Bild", ob es innerhalb der AfD nicht Ressentiments gegenüber ihrem Privatleben gebe, sagte Weidel 2017: "Das ist kein Thema, mit dem man sich mehrheitlich beschäftigt. Es mag sein, dass der eine oder andere Ressentiments hat, aber das gibt es auch in anderen Parteien."

In ihrem Parteiprogramm bekennt sich die AfD zur traditionellen Familie als Leitbild: "In der Familie sorgen Mutter und Vater in dauerhafter gemeinsamer Verantwortung für ihre Kinder." Im Entwurf des Wahlprogramms für die kommende Bundestagswahl heißt es: "Dabei braucht jedes Kind Vater und Mutter in der gesamten Kindheit. Sie helfen ihm jeder auf seine Weise."

Der Queer-Beauftragte Lehmann zeigte sich besorgt angesichts eines möglichen Erstarkens der AfD - und der Folgen für die Toleranz in der Gesellschaft. Der Abgeordnete verwies auf Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, wonach rechtsextreme Gruppen in den letzten Jahren immer offener und aggressiver Stimmung gegen andere sexuelle Orientierungen sowie gleichgeschlechtliche Partnerschafts- und Familienmodelle machten. "All das erfüllt die Community und auch mich mit großer Sorge", sagte Lehmann.

Lehmann ist der erste Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Das Amt des Queer-Beauftragten wurde im Januar 2022 von der Bundesregierung neu geschaffen und ist im Bundesfamilienministerium angesiedelt. Die AfD fordert, dieses Amt wieder abzuschaffen.

L.Bufalini--PV

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