Pallade Veneta - Vor Ministerpräsidentenwahl in Thüringen: Linke will Zusammenarbeit festschreiben

Vor Ministerpräsidentenwahl in Thüringen: Linke will Zusammenarbeit festschreiben


Vor Ministerpräsidentenwahl in Thüringen: Linke will Zusammenarbeit festschreiben
Vor Ministerpräsidentenwahl in Thüringen: Linke will Zusammenarbeit festschreiben / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Vor der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen dringt die Linke weiter auf eine schriftliche Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit den künftigen Koalitionsfraktionen. "Demokratische Mehrheiten gibt es nur mit uns", erklärte der Linken- Fraktionsvorsitzende und -Kolandesvorsitzende Christian Schaft am Montag in Erfurt. CDU-Landeschef Mario Voigt allein habe es "in der Hand, ob er mit den Stimmen der AfD gewählt werden will oder nicht".

Textgröße ändern:

Voigt will sich voraussichtlich am Donnerstag im Landtag der Wahl zum Ministerpräsidenten stellen, sofern nach der CDU und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) auch die SPD in einer Mitgliederbefragung dem ausgehandelten Koalitionsvertrag zustimmt. Das Ergebnis will der SPD-Landesvorstand am Montagabend bekanntgeben.

Zur eigenen Mehrheit fehlen CDU, BSW und SPD eine Stimme. Die drei Parteien hoffen daher auf Unterstützung der Linkspartei. Eine von dieser wiederholt geforderte schriftliche Vereinbarung zur Zusammenarbeit lehnt die CDU allerdings ab. Ein Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundespartei verbietet der CDU eine Zusammenarbeit mit der Linken und der AfD.

Die Thüringer Christdemokraten verweisen zudem auf den im Koalitionsvertrag festgelegten Konsultationsmechanismus. Danach sollen bei der Suche nach Mehrheiten die Abgeordneten des Parlaments und insbesondere die Linke frühzeitig in Gesetzesinitiativen der künftigen Regierung eingebunden werden.

Eine Zusammenarbeit mit der einzigen anderen Oppositionspartei, der vom Thüringer Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD, schließen die anderen Parteien aus. Die AfD könnte Voigt aber in einem der ersten beiden Wahlgänge bei der Ministerpräsidentenwahl, wenn eine absolute Mehrheit der Mitglieder des Landtags nötig ist, theoretisch mit mindestens einer Stimme ins Amt verhelfen. Die Christdemokraten argumentieren, dass ihr Kandidat ohnehin im dritten Wahlgang mit einfacher Stimmenmehrheit der Koalitionsfraktionen gewählt werden kann.

"Es ist gefährlich, so so tun, als wäre es normal, sich mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen", kritisierte Schaft. Es brauche daher eine schriftliche Vereinbarung der demokratischen Parteien vor der Ministerpräsidentenwahl.

CDU, BSW und SPD hatten vor rund zweieinhalb Wochen ihren Entwurf für einen Koalitionsvertrag vorgestellt, nachdem sie wochenlang um Details gerungen hatten. Das Papier sieht unter anderem eine Begrenzung der Migration, die Bekämpfung des Unterrichtsausfalls an Schulen, verpflichtende Sprachtests für Vorschulkinder und die Einstellung von 1500 neuen Polizisten vor.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Israel gedenkt der Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren mit Schweigeminute

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023 haben die Menschen in dem Land der Opfer gedacht. Am Gedenkort des Nova-Musikfestivals nahe des Kibbuz Reim im Süden des Landes hielten die Anwesenden um genau 06.29 Uhr, dem Beginn der Massaker vor drei Jahren, eine Schweigeminute ab und neigten inmitten der Porträts ihrer getöteten Familienangehörigen und Freunde ihre Köpfe.

Bundestags-Debatte zu drittem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel

Drei Jahre nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel debattiert der Bundestag am Mittwoch (17.30 Uhr) über den Kampf gegen Antisemitismus und den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland. Zu Beginn der Parlamentssitzung (14.00 Uhr) stellen sich die Bundesminister für Wirtschaft und Verkehr, Katherina Reiche und Steffen Bilger (beide CDU) den Fragen der Abgeordneten.

Bundesgerichtshof prüft Verurteilung wegen Handels mit Dopingmittel Ibutamoren

Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt am Mittwoch (09.30 Uhr) in Karlsruhe über die Verurteilung von zwei Angeklagten, die mit Dopingmitteln gehandelt haben sollen. Das Landgericht in Frankfurt am Main verhängte Haftstrafen gegen sie - unter anderem, weil sie Präparate mit dem Mittel Ibutamoren verkauft hätten. Dieses Mittel, auch MK-677 genannt, soll den Muskelaufbau beschleunigen. Es gilt als riskant für die Gesundheit und ist verboten. (Az. 2 StR 276/25)

Thüringer Landtag entscheidet über AfD-Antrag zu Parlamentsauflösung

Im Thüringer Landtag stimmen die Abgeordneten am Mittwoch (12.00 Uhr) über einen Antrag der AfD-Fraktion zur Auflösung des Parlaments ab. AfD-Fraktionschef Björn Höcke begründete den Vorstoß mit dem Zerfall der BSW-Fraktion, womit aus Sicht der AfD auch die CDU-geführte Landesregierung keine Legitimation mehr hat. Mit der Auflösung des Parlaments will die AfD eine Neuwahl ermöglichen. Allerdings dürfte der Antrag kaum Erfolg haben. Eine Auflösung des Landtags müsste mit einer Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder beschlossen werden.

Textgröße ändern: